Gemeinsam für das neue Emschertal – Gestaltung des SKU am Mühlenberg Dorstfeld

Letzte Woche haben wir ein weiteres Projekt unserer Kooperation mit der Emschergenossenschaft abgeschlossen: Zusammen mit den Kindern der Kita Kat. Kindertagesstätte Josef Bartoldus und den Senior*innen der Comunita Seniorenresidenz GmbH – Seniorenhaus Vinzenz haben wir den SKU (Straumraumkanal) am Mühlenberg gestaltet. Unterstützt bei der Vorbereitung der Flächen wurden wir wieder bestens von den Auszubildenden der außerbetrieblichen Ausbildungstätte Handwerkskammer Dortmund.

Nach einer Erkundungstour und einem gemeinsamen Blick auf die Emscher mit Senior*innen – die einiges über die Emscher der Vergangenheit zu berichten wussten – haben die Kinder eine Zeichen- und Malworkshop mitgemacht. Im Zuge des Workshops haben die Kinder ihre Ideen und die Erinnerungen der Senior*innen zum Wandel und Umbau der Emscher freien Lauf gelassen. Herausgekommen ist eine illustrative Geschichte. Umgesetzt haben das Projekt wieder Oliver Mark und David Kory.

Wir bedanken uns für  die gute Zusammenarbeit und das Vertrauen der Emschergenossenschaft und ganz besonders beiden Senior*innen und Kinder unserer Projektpartner*innen.

Urban.Art.Bingo Gütersloh

Spielend den öffentlichen Raum entdecken!?

Wir haben in den letzten Monaten – im Rahmen der Stadtbesetzung 2019 in Gütersloh – das Urban.Art.Bingo.Gütersloh entwickelt. Spielerisch wird der öffentliche Raum erobert: Baukultur, Street-Art, Skulpturen, Tags, Bombings und Murals sollen gefunden und knifflige Zusatzaufgaben gelöst werden. Jugendliche und Erwachsene bilden Teams und treten in einem festgelegten Spielfeld gegeneinander an. Mit Bewegung und Action, Neugier und Entdeckung, Spaß und Spannung wird versucht möglichst viele verschiedene Aufgaben zu meistern und Punkte zu holen. So werden viele spannende und versteckte Orte und Kunstwerke entdeckt.

Wir bedanken uns für die gute Zusammenarbeit und das Vertrauen des Fachbereichs Kultur der Stadt Gütersloh. Ohne Zweifel gibt es viel zu entdecken in Gütersloh und wir hoffen, dass viele Jugendliche und Erwachsene sich an dem Spiel erfreuen werden!


 

 

Selbermachen, vernetzen und diskutieren im WatCraft

Was passiert, wenn der traditionelle Metzger-Meister auf einen 3D Druck Dienstleister trifft? Wenn eine selbstständige Naturkosmetikproduzentin in einem leerstehenden Ladenlokal gemeinsam mit Workshopteilnehmer/innen produziert? Wenn die Geschäftsführer/innen von einem weltweit expotierenden Unternehmen und einer kleinen Käserei Erfahrungen teilen? Oder wenn Hauseigentümer/innen, engagierte Bürger/innen und Stadtgestalter/innen Ideen austauschen?

In der Hochstraße in Wattenscheid haben wir im Rahmen des Forschungsprojektes UrbaneProduktion.ruhr zusammen mit dem IAT in Gelsenkirchen, der Hochschule Bochum und der Wirtschaftsentwicklung Bochum ein leerstehendes Ladenlokal bezogen. Die in Wattenscheid angebotenen Veranstaltungen und Workshops im sogenannten WatCraft möchten Inspiration dafür geben, wie Straßen mit vielen leerstehenden Lokalen wieder aufblühen und Büger/innen die Gestaltung ihrer Nachbarschaft wieder selbst in die Hand nehmen können. Thema hierbei ist Urbane Produktion, also die Herstellung von Gütern innerhalb dicht besiedelter Gebiete. Die Idee ist Wohn-, Handel-, Gewerbe- und Produktionsgebiete wieder für eine Stadt der kurzen Wege zu vereinen.

Unter Stadtentwicklern/innen ist es schon längst bekannt, wie wichtig die eigene tägliche Umgebung, für Körper und Geist ist. Ist das eigene Viertel oder sogar die eigene Straße geprägt von Leerständen ist es nicht nur trostlos sondern das Quartier entwickelt mit der Zeit ein schlechtes Image. Eine soziale und ökonomische Abwärtsspirale ist nicht mehr weit. Eine Zwischennutzung wie die an der Hochstraße ist ein guter Übergang auf dem Weg zu einer besseren Entwicklung der Straße. Einerseits kann die Zwischennutzung ein guter Anfang sein, die Identifikation der Bewohner mit ihrem Quartier zu fördern und zum anderen sind die Veranstaltungen dort Inspiration für Ideen urbaner Produktion im Quartier.

Durch die unterschiedlichen Veranstaltungsformate im WatCraft hatten wir nach sechs Wochen der Zwischennutzung zahlreiche Gelegenheiten, um Antworten Fragen der Thematik zu finden. Nachbarn/innen, Unternehmer/innen und Produzenten/innen, Engagierte und Ehrenamtliche aus den lokalen Vereinen und Initiativen und Politiker/innen haben uns in der Hochstraße besucht. Ebenso vielfältig wie die Ideen, Meinungen, Fertigkeiten und Kompetenzen, die mit uns geteilt wurden, sind unsere Zwischenergebnisse aus den eher theoretisch und dikussionsartig angelegten Donnerstagabendveranstaltungen und den praktischen Produktionsworkshops.

So haben sich zum Beispiel erste Mitglieder für die Projektgruppe „Hochstraße gestalten“ gefunden, die sich nach dem ersten Gespräch vergangene Woche diese Woche Mittwoch direkt wieder treffen möchte, um Ideen wie einen Flohmarkt in der Hochstraße, Kunst auf dem Bürgersteig oder eine Pflanzaktion zu konkretisieren und weitere Mitstreiter/innen zu finden. Auch der Metzgermeister Herbert Müller hat sich mit dem 3D-Druck Experten Jörg Heusler zusammengetan, um gemeinsam Objekte aus dem 3D Drucker in den Metzgereibetrieb zu integrieren. Und Naturkosmetik Produzentim Malwina Mikolajczyk von Krautgeflüster ist auf die leerstehenden Ladenlokale in der Hochstraße aufmerksam geworden und sieht diese als potentiellen Standort für ihre Produktion und Yoga-Kurse.

Damit unsere Zwischennutzung in längerfristige Projekte und Kooperationen überführt werden kann, hoffen wir natürlich auf die weitere tatkräftige Unterstützung von Produzenten/innen, Nachbarn/innen und Hauseigentümer/innen.

Lernende Charta – Gemeinsam für den Tag des guten Lebens

Am 21./22.03.2019 folgten 25 Personen einer Einladung von uns sowie Alberto Acosta, Quito (Ecuador), Alte Mu Impuls-Werk e.V. (mit der Initiative BÜRGER//WERK//STADT), Berlin 21 e.V., Bundesverband Verkehrsclub Deutschland (VCD), BUNDjugend, Commons-Institut e.V., Eine-Welt Netz NRW, FairBindung e.V., Initiative Offene Gesellschaft, transform Magazin, Urbane Liga, Verband für sozial-kulturelle Arbeit e.V. Im Haus der Demokratie und Menschenrechte in Berlin beschlossen wir schließlich gemeinsam ein Gründungsdokument für das Bündnis – die lernende Charta „Tag des guten Lebens“. Städte als Urbane Commons, von den Bürgern gemeinsam gestaltet und selbstorganisiert, das ist das Kernanliegen des wachsenden, deutschlandweiten Bündnisses für den Tag des guten Lebens.

Doch was ist eigentlich der Tag des guten Lebens? Warum ist er so wichtig und wie kann er umgesetzt werden? Diese Fragen wurden intensiv über die zwei Tage diskutiert und in die lernende Charta überführt, die nun die Grundlage für die Durchführung des Tags des Guten Lebens darstellt, zentrale Forderungen formuliert und eine Vision weiterträgt. Denn dieser Tag ist nicht nur Zukunftsvision, er ist in Köln ein bereits seit fünf Jahren immer wieder neu aufgelegtes Reallabor.

Am Tag des guten Lebens werden Straßen und Plätze, Zwischenräume (z.B. U-Bahn-Stationen), Theater, Schulen oder auch Wohnprojekte in eine „Agora“ umgewandelt, auf der direkte Demokratie gelebt wird, soziale Beziehungen gepflegt werden und Kultur stattfindet. In diesem kreativen Freiraum kann schließlich Nachbarschaft eigene Konzepte des „guten Lebens“ erlebbar umsetzen, Vertrauen als Währung erproben und autofreie Räume genießen. Der Tag des guten Lebens soll ein Tag der Demokratie, des sozialen Zusammenhalts und der Nachhaltigkeit sein. So kann er zum Katalysator und Prozess eines sozial-ökologischen bzw. kulturellen Wandels in unserer Gesellschaft werden – eines Wandels von unten nach oben, vom Lokalen zum Globalen, auf Basis unkonventioneller Allianzen.

In Köln findet der Tag des guten Lebens bereits seit 2013 einmal jährlich erfolgreich statt, in abwechselnden Quartieren. 2017 erhielt die Initiative den ersten Deutschen Nachbarschaftspreis der Stiftung nebenan.de. Zum tragenden Bündnis Agora Köln gehören fast 130 Organisationen, drei Bezirksvertretungen haben den Tag des guten Lebens bisher einstimmig beschlossen. Eine Initiative hat sich auch in Berlin gebildet, dort soll der Tag des guten Lebens 2020 in drei Kiezen gleichzeitig stattfinden. 42 Organisationen sowie zwei Bezirksverordnetenversammlungen (Berlin-Mitte und Lichtenberg) unterstützen die Idee. In Dresden ist eine Woche des guten Lebens geplant, in weiteren Städten (Fulda, Hannover, Hamburg, Kiel, Wuppertal…) sind Interessenten, die sich einen solchen Tag gut vorstellen können.

Es liegt also auf der Hand: Warum nicht einen bundesweiten Tag des guten Lebens ausrufen und die lokalen Kräfte für die Große Transformation bündeln!

Der Workshop in Berlin und sein Ergebnis sind Bestandteil des bundesweiten Prozesses zum Tag des guten Lebens. Dieser wird von der Stiftung Umwelt und Entwicklung NRW und dem Fonds Soziokultur gefördert. Vorgesehen sind bundesweit fünf weitere Workshops, bei denen das praktische Wissen zur Umsetzung der Idee und zu inklusiven Transformationsstrategien an lokale Interessenten weitergegeben wird.

Straße der Kinderrechte Westerfilde 2.0

Es gibt Neues aus Westerfilde!

Nach der Gestaltung der Verteilerkästen der Telekom im letzten Jahr, werden wir dieses Jahr – gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen – zwei Wandflächen entlang der Westerfilder Straße gestalten. Dazu werden mehrere Workshops stattfinden in denen die Kinder und Jugendlichen über die Kinderrechte und deren Umsetzung diskutieren, um anschließend ihre Ideen und Motive zu gestalten. Sobald die Umsetzung beginnt werden die Kinder und Jugendlichen uns dann bei der gestalterischen Umsetzung an den Wänden unterstützen.

Die erste Fläche mit Workshopsverfahren (drei Termine) wird vom Stadtteilfonds Westerfilde-Bodelschwingh sowie der ProFiliis-Stiftung finanziert, die bereits mit ihren Förderungen die Verteilerkastengestaltung unterstützt hatten. 

Die zweite Fläche wird aus einem Topf des Deutschen Kinderhilfswerks (DKH) finanziert, der speziell Projekte fördert, die Kindern und Jugendlichen (kreativen) Zugang zu Kinderrechten ermöglichen. Auch hier wird es mehrere Workshops (2 Termine) geben und am Ende wir die Fläche – gemeinsam mit den beteiligten Kindern und Jugendlichen kooperativ gestaltet und der zuvor erarbeitete Entwurf umgesetzt.Insgesamt können wir mit den beiden Teilprojekten rund 50 Kinder und Jugendliche beteiligen, die somit eine Chance bekommen zu einer wichtigen Thematik ihr Lebensumfeld mitzugestalten. Wir bedanken uns an dieser Stelle ganz besonders bei den Fördermittelgebern des Stadtteilfonds, der ProFiliis-Stiftung sowie des Deutschen Kinderhilfswerks.

Die Workshops sind bereits gestartet und wir sind gespannt auf die Ergebnisse….

 

WatCraft-Zwischennutzung in Wattenscheid eröffnet am 16. Februar

Im Forschungsprojekt UrbaneProduktion.Ruhr sind wir Urbanisten unter Anderem für die Beteiligungsangebote in den Reallaboren zuständig. Unsere Idee war von Anfang an, die betreffenden Themen wie Nachhaltigkeit, Stadt der kurzen Wege, Ökonomische Teilhabe, Selbstwirksamkeit, Selbermachen nicht nur theoretisch zu analysieren, sondern mit den Menschen vor Ort zu diskutieren und weiterzuentwickeln. Nachdem wir sehr guten Nährboden in Bochum-Langendreer vorgefunden hatten (dort haben wir eine leerstehende Kirche zum „LutherLAB“ umgewandelt), gestaltete sich die Suche nach ähnlich geeigneten Immobilien in Wattenscheid schwieriger: Die Deutsche Bahn hatte keine großes Interesse, den heruntergekommenen Bahnhof in Wattenscheid mit unserer Hilfe neu zu beleben. Auch die Gespräche über die Nachnutzung einer zeitweise leerstehenden Gastronomie in der Hochstraße konnten leider nicht erfolgreich abgeschlossen werden. Umso glücklicher sind wir nun, einen anderen Leerstand, nämlich die Hochstraße 72, bis Ende Mai mit einem Workshop- und Vortragsprogramm nutzen zu können.

Neben einem inhaltlichen Schwerpunkt in der Vernetzung von Gewerbetreibenden möchten wir die Wattenscheider Bürgerinnen und Bürger dazu anregen, alltägliche Gebrauchsgegenstände und -Produkte selbst herzustellen. Wir blicken dazu auf unsere eigenen, umfangreichen Erfahrungen zurück und sammeln weitere Anregungen aus Literatur und Internet. Ganz besonders wollen wir aber von den Wattenscheidern mehr über ihre Lieblingsprodukte erfahren und herausfinden, welche Bedarfe in Zukunft möglicherweise vor Ort gedeckt werden können.

Außerdem wird es zahlreiche Workshops von Menschen aus unserem Netzwerk geben: So wird beispielsweise wieder ein Upcycling-Kurs von Tanz auf Ruinen angeboten, Eltingmöbel laden zum Gemeinsamen Schrauben ein, die Dezentrale erklärt die Pilzzucht, wir bauen EVA-Lampen… und noch viel mehr. Du bist herzlich eingeladen, dich an den Aktivitäten in Wattenscheid zu beteiligen! Check doch mal die neue Projektseite von WatCraft aus.

Energieverteiler im Hörder Burgunderviertel – Kooperative Gestaltung mit der Schule am Brücherhof

Bereits Anfang des Jahres 2017 entstand in den offenen Bürgergesprächsrunden der Hörder Stadtteilagentur der Wunsch nach einer Aufwertung der – bis dato beschmierten und unansehnlichen – Energieverteilerkästen der Telekom im Burgunderviertel. Daraufhin entschloss sich der Verein Hörde International e.V. unter Regie von Gaby Schulten in Kooperation mit uns Urbanisten ein Konzept zu entwickeln, um sich der Situation anzunehmen.

Im Oktober 2017 wurde dann ein Antrag bei der Bezirksvertretung sowie beim Stadtteilfonds Hörde eingereicht mit Ziel die Kästen in Kooperation mit der Schule am Brücherhof in Hörde zu gestalten und das Vorhaben zu finanzieren. Bereits an der Stelle konnte die Klenke GmbH für das Projekt gewonnen werden, die später den Druck und die Kaschierung kostengünstig übernehmen würden. Es folgten zwei Workshops zur Motiventwicklung sowie ein Entwurfs- und Abstimmungsprozess.

Anfang Oktober 2018 war es dann soweit, die Kästen konnten endlich foliert und gestaltet werden. Die Ergebnisse und den Prozess findet ihr nochmal zusammengefasst in der vorliegenden Projektdokumentation (folgt in Kürze).

Wir bedanken uns bei allen Kooperationspartnern, Unterstützern und ganz besonders bei den Schülern der Schule am Brücherhof für ihren Einsatz sowie den Fördermittelgebern der Bezirksvertretung Hörde und des Stadtteilfonds, die das Projekt durch ihre Fördermittel ermöglicht haben.

Dieses Projekt wurde gefördert von:

Künstlerische Gestaltung am Tor zum Dortmunder Hafenviertel

Als uns vor geraumer Zeit die Anfrage zur Gestaltung einer Fassade im Dortmunder Hafenviertel erreichte, ahnten wir noch nicht was für einen Top-Spot wir dort auf dem Teller serviert bekommen würden. Die Treibstraße 1 kann als nordwestliches Eingangstor zum Dortmunder Hafen, als auch als Hauptroute zum Nordeingang des Dortmunder Hauptbahnhofs und der Dortmunder Nordstadt beschrieben werden.

Nachdem sich die Eigentümergemeinschaft – motiviert durch das Hof- und Fassadenprogramm der Sozialen Stadt – entschieden hatte ihre Außenfassade zu sanieren und im unteren Bereich künstlerisch gestalten zu lassen, wurde an uns herangetreten. Nun ging es zunächst in die Entwurfsphase. Nach der Teilnahme an einem Treffen der Eigentümer-Runde ging Oliver Mark, um einige Ideen und Anregungen reicher, an seinen Schreibtisch. Herausgekommen ist ein Entwurf, der zum einen die Örtlichkeit des Eingang zum Hafen und dessen Wert für die Region darstellt, gleichzeitig aber spielerisch grafische Elemente einbindet, die Information und Gestaltung zu einem künstlerischen Gesamtwerk wachsen lässt.

Dank des goldenen Spätsommers konnten wir in Tag- und Nachtschichten Ende September die Gestaltung umsetzen und sind stolz das ein weiteres unserer Gestaltungsprojekte – an so prädestinierter Stelle – die Stadt schmückt. Wir bedanken uns bei dem Vertrauen der Eigentümergemeinschaft und bei unseren Projektpartnern für ihre Unterstützung und hoffen auf weitere großformatige Projekte.

 

Rückblick Work at Werk Union

Das Kooperationsprojekt zwischen Urbanisten und Theaterfestival FAVORITEN förderte im Sommer vier künstlerische Recherchen über Vergangenes und mögliche Zukünfte.

Vier Künstler*innen-Gruppen waren zwischen Juni und August für je drei Woche eingeladen, die Geschichte aber auch die utopischen Zukünfte des ehemaligen HSP-Geländes im Dortmunder Unionviertel zu erkunden. Die insgesamt 11 überwiegend aus dem Ruhrgebiet stammenden Künstler*innen lebten und arbeiteten in ihrer Recherchephase jeweils 3 Wochen in der Werkhalle und suchten nach Geschichten von Arbeiter*innen, dem transzendenten Potenzial von Baumwipfeln, der Geschichte des Bodens und möglichen Szenarien nach der Bebauung des Areals.

In Anlehnung an frühere Proteste der Arbeiterinnen wurde von der Gruppe Working Class Daughters ein Protestmarsch organisiert. Der Ghetto-Blaster auf den Schultern der Performerinnen vermittelte dabei die Inhalte deren Recherche: frühere Arbeiterinnen hatten in persönlichen Gesprächen von ihren Erfahrungen berichtet, von der Solidarität, von der Familie, vom Alltag im Betrieb. In anschließenden Podiumsdiskussionen war auch das Publikum zum Mitdiskutieren geladen: Welche dezidiert weiblichen Biografien finden sich in den Archiven der Firma HOESCH? Welches Verhältnis hatten die Arbeiterinnen zur Frauenbewegung? Das wollten Kristina Dreit, Karolina Dreit und Anna Trzpis-McLean aus einer feministischen Perspektive erkunden und vertieften diese Fragen im Anschluss in der Diskussion mit Nuray Demir (freie Künstlerin und Kuratorin), Uta C. Schmidt (Uni Duisburg-Essen) und dem Publikum.

Einen Ausblick auf die Hoffnungen hinter dem Grün wagte die Gruppe Terra Incognita mit Negar Foroughanfar, Dorothee Haller, Christian Berens und Moritz Kotzerke. Gewonnene und verloren gegangene Hoffnungen rund um das HSP-Areal sammelten sie in einer Lost-and-FoundInstallation, die sie mit audiovisuellem Material verwoben. „Nach drei Wochen Arbeiten und Wohnen in und um die Werkhalle herum und dem Sammeln von Eindrücken, Abdrücken, Sperrmüll, Gerüchen und Fiktionen, haben wir eine Insel aufgeschüttet. Mit der Hoffnung, etwas über den Zustand und die Zukunft des Gebietes zu erfahren, wurde auf der Insel ein Forschungslabor errichtet. In einer 45-minütigen live Performance untersuchten wir das Material, um zu begreifen, was es bedeutet und was es vielleicht über Stadtraum als etwas Gestalbares erzählt.“ (Terra Incognita)

Die bildende Künstlerin Vesela Stanoeva und der Musiker Christian Bröer der Gruppe Transzendenter Supranaturalismus verwandelten die Baumkronen auf dem Vorplatz des ehemaligen Hoesch-Verwaltungsgebäudes in ein virtuelles Wunderland und ließen qua Virtual Reality Brille für je eine*n Zuschauer*in rosa Wolken aufsteigen. Der bepflanzte Platz wird in ungewisser Zukunft wohl zum schicken Entrée oder schnöden Parkplatz der hier angedachten Luxus-Hotel-Anlage werden. „Hoesch lebt in den Geschichten, die die Bäume erzählen, weiter…denn der virtuelle Raum ist unkaputtbar…“ (Transzendenter Supranaturalismus)

Die beiden Tänzer und Choreographen David Guy Kono und Antoine Effroy begreifen den jetzigen Zustand des Geländes als eine Zwischenzeit: Zwischen vergangener Stahlindustrie und zukünftiger Siedlung steht der Boden auf diesem Gelände frei. Was wäre, fragen sie aus einer postkolonialen Perspektive, wenn wir den biblischen Befehl „Mach dir die Erde untertan“ ablehnten? In einer genauen Studie der Örtlichkeiten und der Architektur der Werkhalle experimentierten beide in einer szenischen Bearbeitung mit Wasser und Feuer und fanden dabei einen leeren Schmelzofen oder eine Treppe, die zu einer zugemauerten Wand führte. In der anschließenden Diskussion mit Dr. Johanna Schaffer (Professur für Theorie und Praxis der Visuellen Kommunikation an der Kunsthochschule Kassel) bearbeiteten sie die Frage, wer wie erinnert und welches Potenzial noch immer in der umgenutzten Architektur der Werkhalle steckt.

Für die Urbanisten war es spannend zu sehen, welche ortspezifischen Aspekte die eingeladenen Künstler*innen interessieren. „Die Möglichkeiten zur digitalen Gestaltung eines Platzes, die unterschiedlichen Empfindungen bei Neu- und Altbauten, die Kämpfe um Raum und Arbeit im Ruhrgebiet, und die Bedeutung von Boden als nicht vermehrbares Gut, sind Anregungen, die wir in die weitere Arbeit der Neuen Werk Union einfließen lassen.“ Beschreibt Svenja Noltemeyer die gesammelten Erfahrungen. „Auch die Diskussion mit Dr. Hanna Hinrichs (StadtBauKultur NRW), Michael Kranixfeld (Freier Theaterschaffender und Kulturwissenschaftler) und Stefan Gassner (Wem gehört die Kunst?) war sehr anregend: Was kann Kunst in Stadtplanungsprozessen leisten und muss sie das überhaupt?

Am 10.9. sind alle Arbeiten noch einmal im Rahmen des FAVORITEN FESTIVALS zu sehen. 

Supermarkt der Ideen

Unsere Freunde von StadtBauKultur NRW haben mal wieder ein Hammer-Projekt entworfen und wir dürfen inhaltlich und kreativ mitwirken. Nach der Ausstellung „Gute Geschäfte“ als Impuls auf die Frage „Was kommt nach dem Einzelhandel?“ folgt nun die Weiterentwicklung. Die Urbanisten und viele weitere Akteure der urbanen und stadtkulturellen Szene setzen sich schon lange mit dieser komplexen Fragestellung auseinandersetzen und sind auf der Suche nach Antworten. Zusammen mit lokalen Akteuren, Künstlern und Kreativen und ortsspezifischen werden wir unsere Antworten, Impulse und Ideen im „Supermarkt der Ideen“ gemeinsam erarbeiten und visualisieren.

Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit!

Im “Kreativ.Quartier Oberhausen.Mitte” treffen Künstler und Kreative auf aktuelle Fragen der Innenstadtentwicklung. Die Innenstadt Oberhausens leidet unter dem Strukturwandel des Einzelhandels: deutliche Leerstände in der Innenstadt sind die Folge. Erfahrungen aus anderen Städten zeigen, dass Künstler und Kreative aus allen 11 Sparten der Kultur- und Kreativwirtschaft großes Potenzial haben, die verlorengegangenen urbanen Qualitäten zum Teil ersetzen zu können. Deshalb eröffnet im Oktober und November 2018 der Supermarkt der Ideen. In diesem Aktionszeitraum wird ein Ladenlokal in der Oberhausener Innenstadt zum „Labor Marktstraße“, in dem mit unterschiedlichen Akteuren daran gefeilt wird, wie man Eigentümer gewinnt und wie Netzwerke unterschiedlicher Akteure zu einer Belebung der Innenstadt beitragen können. Im Labor werden also kunst- und kulturgerechte Strategien und Instrumente entwickelt, um Kultur- oder Kreativunternehmer auf der Marktstraße anzusiedeln, eine GründerInnen-Landschaft aufzubauen und wenn möglich zu verstetigen. Das „Labor Marktstraße“ arbeitet und präsentiert die Ergebnisse im Supermarkt der Ideen.

Hier geht´s zum Projekt und den Partnern:
https://stadtbaukultur-nrw.de/projekte/supermarkt-der-ideen/

Der „Supermarkt der Ideen“ ist ein Projekt von StadtBauKultur NRW und finanziell gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen und im Rahmen des Programms Kreativ.Quartiere Ruhr durchgeführt.

Tagung in der Werkhalle „JUGEND, KULTUR findet STADT“

Die Landesvereinigung Kulturelle Jugendarbeit Nordrhein-Westfalen e.V. (kurz LKJ NRW) und die Urbanisten e.V. verbinden Ihre Kompetenzen und werfen Ihre Interessen und Erfahrungen in einen Topf: Jugend, Kultur und Stadt! Herausgekommen ist eine spannenden Mischung aus lokalen und regionale Impulsen, Referenten und Aktivitäten.

Wir laden herzlich zur kostenlosen Tagung in die Werkhalle im Union Gewerbehof (Unionviertel) ein und freuen uns auf zahlreiche Gäste und spannende Erfahrungsaustausch.

Hier geht´s zur Veranstaltung:
https://dieurbanisten.de/termine/tagung-in-der-werkhalle-jugendkultur-findet-stadt/

 

Trailer | Manufaktur und Offene Werkstatt

Im Mai 2018 wurden wir von den Jungs von fpsfilms besucht und hatten das Vergnügen einen Trailer über unsere Urbanisten-Manufaktur zu drehen. Der Tag hat uns großen Spaß gemacht und das Ergebnis kann sich sehen lassen. Produziert wurde das Video übrigens für den YouTube-Channel einundzwanzig der DSW21 Gruppe.

Besten Dank für ALLES und viel Vergnügen beim anschauen!