„Waldgarten in Dortmund: Bürger können das Urbanisten-Projekt mitgestalten“, Ruhr Nachrichten, 26.02.2020

Die Ruhr Nachrichten berichten über unser Waldgarten-Projekt in Huckarde:

An der Fläche rund um das Gemeindehaus von St. Urbanus in Huckarde werkeln die Gemeinde und die Urbanisten, ein gemeinnütziger Verein für Stadtentwicklung, gemeinsam. Das Projekt „Waldgarten“ dient der Renaturierung der Fläche im Huckarder Ortskern.

Hier geht’s zum Artikel im Netz.

Saisonabschluss im Westgarten: Erntedankfest und Planung der Winter-Workshops

Der Herbst ist da und damit auch das Ende der ersten Gartensaison im Westgarten. Doch das bedeutet auf keinen Fall das Ende der Aktivitäten. Der Westgarten geht nun in die Winterphase: Es gibt spannende Workshops und Vorträge zu Themen rund um’s gemeinschaftliche Gärtnern, und natürlich wird auch selbst gebaut und gewerkelt. Am 30.09. wird der Plan für die Winter-Workshops in der Werkhalle geschmiedet, und ihr seid herzlich eingeladen mitzumachen. Wir nehmen eure Themenwünsche entgegen und packen dann das Paket für den Winter für euch zusammen.

Westgarten Winterworkshops Planungstreffen

Weiter geht’s schon eine Woche später, diesmal am Sonntag: (8.10.) Wir möchten mit euch gemeinsam auf die Gartensaison 2017 im Westgarten zurückschauen, ein wunderbares Buffet des Kaleidoskops genießen und zusammen die Gestaltung der kommenden Monate vordenken.
Der Termin richtet sich insbesondere an die, die Lust haben, mitmachen, aber noch keine Zeit hatten, sich zu melden, und an alle, die es interessiert, was dieses Jahr alles passiert ist.

Westgarten Erntedankfest

Eine Anmeldung ist bis zum 2.10.17 unter westgarten.dortmund@gmail.com möglich. Dann können wir besser planen.

KlimaExpo.NRW: „Der Westgarten in Dortmund ist ein Gemeinschaftsprojekt, der von einer offenen Gruppe mit Unterstützung des gemeinnützigen Vereins „die Urbanisten“ seit 2017 betrieben wird. Gemüse selber anzubauen, mit vielen Menschen in Austausch zu kommen und die Stadt grüner und lebenswerter zu gestalten, ist der gemeinsame Nenner der Mitmachenden.
Gefördert wird der Westgarten von der Bezirksvertretung Dortmund Innenstadt-West und dem Bundesumweltministerium im Rahmen der Initiative „Kurze Wege für den Klimaschutz“.

Fotos: Luisa Gehnen

„Eine Stadt zum Anbeissen“, Magazin 51°, 01.11.2016

Im neuen Magazin 51° der Stiftung Mercator findet sich ein Bericht zum Thema Urbanes Gärtnern und Urbane Landwirtschaft, in welchem auch die Urbanisten vertreten sind.

Tobisch und seine Mitstreiter werten zum Beispiel brachliegende Flächen zum Garten auf – urbane Landwirtschaft von Bürgern initiiert und den Behörden unterstützt. Auf diese Weise entstanden unter anderem Gemeinschaftsgärten wie der Bürgergarten Kleine Heroldwiese in der Dortmunder Nordstadt.

Das Magazin mit dem Artikel „Eine Stadt zum Anbeissen“ könnt ihr hier herunterladen.

Bereit für die nächste Herausforderung

Früher wurde im Pott unter der Erde malocht. Heute wird im Dortmunder Union-Gewerbehof über der Erde gegärtnert. Aquaponik ist hier kein Zechenlied, sondern Zukunftsmusik.

Von Janina Morgenstern und Glenn Vogt

Das Ende unserer zweiten Saison naht und Fische sowie Pflanzen erfreuen sich bester Gesundheit. Zeit, einmal Bilanz zu ziehen: Seit im August letzten Jahres 18 kleine Karpfen Einzug in unser System gehalten haben, betreiben wir endlich echte Aquaponik. Davor haben wir vier Monate damit verbracht, das 11 qm große Gewächshaus samt Innenausstattung aufzubauen. Dazu gehörten die Beete, die Fischtanks, die Verrohrung und natürlich die Sicherstellung von Elektrik und Wasserversorgung. Nicht zuletzt das Draufschaffen des nötigen Know-Hows, dabei konnte einiges auch erst bei laufendem Betrieb gelernt und ausprobiert werden – die richtige Nährstoffzufuhr, Vermeidung von Mangelerscheinungen, immer wieder die verschiedensten relevanten Messwerte prüfen und anpassen. Kurz: Es gab viele kleine Stellschrauben, an denen wir gedreht haben. Aber auch Kinderkrankheiten: Was tun bei Verdunstung im Hochsommer? Was macht man mit einem Fisch, der ständig aus dem Tank hüpfen will?

Nach der Indoor-Überwinterung des Systems im Büro der Urbanisten ging es dann im März diesen Jahres wieder ins Gewächshaus im Union Gewerbehof und damit in die zweite Anbausaison. Die nächsten Herausforderungen ließen nicht lange auf sich warten, und mit der Sichtung erster Blattläuse begann die Schädlingsbekämpfung in unserem System – natürlich chemiefrei und komplett Bio. Mithilfe von Nützlingen wie Florfliegenlarven, Raubmilben oder aber auch Neemöl haben wir es dann aber geschafft.

Verschiedenste Chili-Arten, Kräuter, seltene Salat- und Gemüsesorten, die man sonst nicht in dieser Vielfalt und Qualität im Supermarkt bekommt, reifen jedenfalls munter heran und warten mittlerweile auf ihre Ernte. Auch die Karpfen sind keine Babys mehr, sondern schlachtreif.

Frühe Serrano-Chilis

Frühe Serrano-Chilis

Karpfen

Hungriger Karpfen

Es stimmt uns stolz und dankbar, wenn man bedenkt wie viele Menschen tatkräftig mitgeholfen haben und mit leidenschaftlicher Motivation, Herzblut und in den richtigen Momenten daran gearbeitet haben, dass wir jetzt unser ganz eigenes Gemüse ernten können. Ohne Industrie. Ohne Transportwege. Ohne Chemie.

Natürlich hat das gemeinsame urbane Gärtnern auch viel Spaß gemacht und uns als Gemeinschaft gefestigt. Sogar aus dem einen oder anderen Neugierigen ist hinterher ein tatkräftiger Helfer geworden.

Aber so sehr uns unser kleines Pioniersystem am UGH ans Herz gewachsen ist – wir wollen (und können) mehr. Nach eineinhalb Jahren erfolgreicher Tests und satter Ernten ist es an der Zeit, die Vorteile der Aquaponik in einem größeren Rahmen auszuschöpfen und einem breiteren Publikum zugänglich zu machen.

So können wir die kalte Jahreszeit für die Planungsarbeit nutzen. Unser Ziel ist es, im nächsten Frühjahr ein mindestens dreimal so großes System in Betrieb zu nehmen. Hier sollen nicht nur unser Verein sondern auch Anwohner und allgemein Interessierte die Möglichkeit bekommen, mit zu gärtnern und hinterher die lokal produzierten Früchte ihrer Arbeit zu genießen.

Herausforderungen wie Energiezufuhr und Pumpensystem für die nächste Stufe müssen neu dimensioniert werden, das Gärtnern selbst aber soll den Dortmundern überlassen werden.

Hier im Pott wurde schon immer kräftig angepackt – und Projekte wie das unsere können nicht nur vernachlässigte Industriebrachen wieder aufleben lassen und Nachbarschaften durch gemeinsames Gärtnern wieder zusammenschweißen. Langfristig ist erwiesenermaßen auch das wirtschaftliche Potenzial nicht zu unterschätzen. In einer Region, die eine Menge Menschen ernähren und beschäftigen muss, kann Aquaponik dem Strukturwandel eine Vision geben. Das sehen mittlerweile auch andere so.

Für das bestehende System kam alles aus eigener Tasche. Jetzt möchten wir auch anderen die Möglichkeit geben, sich an diesem oder auch anderen großartigen Projekten der Urbanisten in Dortmund zu beteiligen. So wie das Gärtnern in der Stadt Gemeinschaft fördert aber ohne eifrige Hände auch nicht möglich ist, so brauchen auch unsere zukünftigen Projekte die Hilfe wohlwollender Menschen im Hintergrund. Kleinvieh macht auch Mist und hier geht’s zur Fördermitgliedschaft.