Vom Neuling zum Insider: Mein Praktikum bei den Urbanisten

Dienstags ist immer Geschäftsführungssitzung. Klingt sehr offiziell und wichtig, kann man sich aber eher als gemütliche Runde vorstellen, in der die Vorstandsmitglieder um den großen Küchentisch im Büro sitzen, sich austauschen, diskutieren und gegenseitig um Rat fragen. Als letzten Dienstag die Sprache auf mögliche Praktikantentätigkeiten und Blogbeiträge kam, grinst Svenja mich an und sagt „Schreib‘ doch mal einen lustig ernsthaften Praktikumsbericht.“

Also, here we go.

Die Urbanisten e.V. ist ein gemeinnütziger Verein, der das städtische Zusammenleben der Menschen nachhaltig verbessern möchte. Die Mitglieder betätigen sich in den Aktionsfelder Upcycling und Do-It-Yourself, Stadtplanung und -entwicklung, Kunst im öffentlichen Raum und Urban Gardening und Farming. Zu jedem Feld gibt es vielfältige Projekte und Vorhaben.

Das ist erstmal genau das, was auf der Website des Vereins steht und damit auch das, was ich wusste bevor ich mein Praktikum begonnen hatte.

An meinem ersten Tag kam ich ins Büro gekommen und am Küchentisch saßen drei Mitglieder, die mich in die Werkstatt schickten. Nach ein paar Minuten verwirrten Herumlaufens auf dem Union Gewerbehof, fand ich das beschriebene Rolltor dann doch. Sechs Stunden später hatte ich viele Informationen, aber genauso viele offene Fragen im Kopf. Wer macht hier eigentlich was? Wo sind alle, wenn sie nicht an ihren Schreibtischen sitzen? Wie viele Projekte gibt es? Wo fänt die Arbeit der Urbanisten an und wo hört sie auf? Wofür steht HSP? Und warum sind die Fische so wichtig?

Nach siebeneinhalb Wochen habe ich nicht nur auf diese Fragen Antworten, sondern auch das Gefühl tatsächlich den Durchblick und den Sinn der Urbanisten-Arbeit verstanden zu haben. Es geht nicht darum, alle Ecken und Kanten der Stadt glatt bügeln zu wollen, sondern das Potential der Städte zu sehen. Es geht darum die Ecken und Kanten zu erkennen und sich zu fragen „was können wir damit machen?“. Die Urbanisten haben die Fähigkeit in Wänden und Hinterhöfen, in leerstehenden Gebäuden, alten Industrieflächen und ungenutzten Flächen, in der Heterogenität der städtischen Bevölkerung und der Individualität der Menschen nicht das vermeintlich Negative, sondern die versteckten Potentiale und wertvolle Vielfältigkeit zu sehen.

Zu meinen Aufgaben gehörten Texten und Gestalten eines neuen Manufaktur-Flyers, Erstellung von Preislisten für die Offene Werkstatt, Pflege und Aktualisierung der Website, Betreuung der Facebook-Seite, Verfassen von Pressemitteilungen, Begleitung zu Gesprächen und Veranstaltungen rund um die Werkhalle, Mitarbeit an der Konzeptarbeit und Förderantragsarbeit für die Nutzung des ehemaligen HSP-Geländes.

Mein Lieblingsplatz war definitiv die Holzbank in der Büroküche. Freie Schreibtische mit bequemen Stühlen ignorierte ich getrost und genoss es mittendrin am großen Tisch zu sitzen. Wenn Flo oder Andi in der Werkstatt nicht gerade die große Tischkreissäge laufen hatten, arbeitete ich auch gerne dort. Und der Abwechslung halber und auch um nach mehreren Laptop-Stunden mal vom Bildschirm weg zu kommen, ging ich gerne in die Werkhalle gegangen, um die Pflanzen zu gießen oder ins Gewächshaus, um die Fische zu füttern.

Kleiner Exkurs: Die Fische sind so wichtig, weil sie über die Aquaponik-Anlage im Gewächshaus die Pflanzen mit Nährstoffen versorgen.

Jetzt ist mein Praktikum fast vorbei und ich habe nicht nur das Gefühl etwas gelernt zu haben, sondern auch Teil von etwas Sinnvollem gewesen zu sein. Ich bin im Ruhrgebiet aufgewachsen, hier ist meine Heimat und ich liebe Dortmund und seine Umgebung. Wer hier lebt und den Pott kennt, der weiß, dass unsere Region immer noch mit den Folgen des Strukturwandels zu kämpfen hat und sich die räumliche, gesellschaftliche und soziale Situation verbessern muss. In den letzten Wochen war es daher für mich extrem spannend und schön mitzuerleben, wie engagiert sich die Urbanisten mit den Möglichkeiten der heterogenen Strukturen,  bestehenden Kulturformen und individuellen Vorstellungen der Menschen auseinandersetzen und immer versuchen, die Potentiale bestmöglich auszunutzen.

Der Verein wurde von ein paar Freunden in einer WG-Küche gegründet und die freundschaftliche und gemeinschaftliche Atmosphäre ist in den letzten sieben Jahren nicht verloren gegangen. In der Büroküche finden ständig Gespräche und Diskussionen statt, bei denen es neben Geschirr spülen und Aufräumen vor allem um die vielen Projekte geht. Die Projektleiter holen sich Rat von ihren Kollegen ein, bringen sich mit Ideen und Vorschlägen ein und so werden alle Projekte auch gemeinschaftlich getragen und profitieren von der geballten Kompetenz.

Am Ende waren es spannende und lehrreiche acht Wochen für mich und ich bleibe auf jeden Fall dabei.

Führerschein, Studium und „Möbilisierung“: Unser erfolgreiches Treffen „Meine neue Heimat Dortmund“

Zur Bildung einer neuen Redaktionsgruppe für die Website www.gefluechtete-dortmund.de fand am Donnerstag, den 19. Oktober, ein erstes und von uns organisiertes Informationstreffen in der Werkhalle statt. In geselliger Runde konnten wir uns nicht nur mit den rund 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmern austauschen, sondern wurden auch von Mitgliedern der here-Redaktion mit wertvollen Erfahrungswerten versorgt. Das Bochumer Magazin veröffentlicht online und in Printversion regelmäßig und mehrsprachig von Geflüchteten verfasste Artikel.

Nach gegenseitigem Kennenlernen wurden mit der Gruppe erste Orte für einen interaktiven Stadtplan von Dortmund gesammelt. Die Karte soll zum einen gerade angekommenen Flüchtlingen den Start erleichtern und Hilfsangebote darstellen. Zum anderen soll sie aber auch denjenigen den Alltag erleichtern und verschönern, die schon seit Monaten oder Jahren in Deutschland leben.

Denn im offenen Dialog wurde schnell klar, dass die Ersthilfestellen in Dortmund gute Arbeit leisten und die Angebote bei den Flüchtlingen bekannt sind, die Geflüchteten sich aber für das spätere alltägliche Leben mehr Informationen und Hilfestellungen wünschen. Dabei fehlen meist nicht einmal die Informationen darüber wie man einen Job oder den Weg ins Studium findet, was ein Führerschein kostet oder wo man günstig Möbel kaufen kann, die Menschen wissen nur nicht, wo sie diese Informationen finden können. Damit ist ein wichtiges Ziel unsere Internetseite www.gefluechtete-dortmund.de definiert: die konkreten Bedarfe feststellen, gemeinsam die Informationen veröffentlichen, den Weg zu vorhandenen Informationen zeigen und die Vernetzung und Kommunikation zwischen der Vielzahl an Dortmunder Anbietern stärken.

Um dieses Ziel zu erreichen werden wir uns am Donnerstag, den 2. November, von 17 bis 20 Uhr auf der UZWEI im Dortmunder U treffen. Dort wird es gemeinsam mit Anne Weibert und Max Krüger von der Uni Siegen um die interaktive Karte und Orte in Dortmund gehen.

Das erste offizielle Redaktionstreffen findet die Woche darauf am Donnerstag, den 9. November, in der Werkhalle statt. Dort werden wir Ideen für weitere Inhalte sammeln, erste Portraitbilder machen und kurze Texte verfassen, die das Redaktionsteam vorstellen.

 

 

 

Digitales Werkzeug für Menschen mit Fluchterfahrung: wir bilden eine Redaktionsgruppe

Nicht nur über Flüchtlinge reden, sondern mit ihnen. Dieses Ziel verfolgen wir derzeit gemeinsam mit der Uni Siegen und dem Netzwerk für Ehrenamtliche in der Flüchtlingshilfe und arbeiten an der Website www.gefluechtete-dortmund.de, einer digitalen Plattform für Geflüchtete und Helfer. Für die Ehrenamtlichen ist diese Seite ein Werkzeug um an gebündelte Informationen über relevante Themen zu kommen. Flüchtlingen sollen wichtige Fragen zum Thema Sprache, Kultur, Gesundheitliches, Arbeit und vieles mehr beantwortet werden.

Um in Zukunft die Beteiligung von Menschen mit Fluchterfahrung zu erhöhen, möchten wir in den kommenden Wochen und Monaten eine Redaktionsgruppe aus geflüchteten Menschen bilden. So werden die Bedarfe von „Ankommern“ und „Hierbleibern“ erkannt und die entsprechenden Inhalte von der Redaktionsgruppe geliefert. Dabei bieten wir der Gruppe mit der Werkhalle einen Ort für gemeinschaftliches Arbeiten, geben kreative Impulse und beleben so die Website mit neuen Formaten und Themen.

Zu einem ersten Treffen laden wir Geflüchtete, Ehrenamtliche und andere Menschen mit Interesse an redaktioneller und journalistischer Arbeit am 19. Oktober um 18 Uhr in die Werkhalle ein. Auf diese Weise wollen einen Raum der Begegnung schaffen, in einen offenen Dialog mit den Geflüchteten treten und über ihre Erfahrungen, Bedürfnisse und Ideen sprechen. Wir möchten das Eis brechen, ein gemeinsames Ziel formulieren und das Interesse an der gemeinschaftlichen Arbeit wecken. Außerdem freuen wir uns Redaktionsmitglieder des here-Magazins aus Bochum begrüßen zu dürfen, das Geflüchteten die Möglichkeit gibt Artikel über lokale Themen zu veröffentlichen.

 

Meine neue Heimat Dortmund – Begegnungen in der Werkhalle

19. Oktober 2017

Werkhalle am Union Gewerbehof, Rheinische Straße 143

„Langendreerer Lutherkirche wird zum Handwerker-Labor“, WAZ, 22.08.2017

Die Westdeutsche allgemeine Zeitung berichtet über das LutherLAB:

Wie ist es möglich, handwerkliche Produktion und die Stadt oder den Stadtteil zusammenzubringen? Mit dieser Fragestellung beschäftigt sich das Forschungsprojekt „Urbane Produktion“. […] „Wir hatten von Anfang an das Ziel, auch etwas Greifbares im Stadtteil zu schaffen“, sagt Jan Bunse vom Verein „Die Urbanisten“. Also dient vom 16. September bis zum 19. Oktober die Lutherkirche als Ausgangsort für die verschiedensten Aktionen rund um das Thema Handwerk und Stadt(teil).

Den Artikel der WAZ im Netz

Die Urbanisten in Rotterdam

Vor einiger Zeit fand in Rotterdam das erste We Love Public Space Festival statt und wir waren eingeladen, die Urbanisten allgemein und das Street Art Bingo im Besonderen dort vorzustellen.

Daniel entschied sich recht spontan, statt des geplanten Skype-Vortrags selbst nach Rotterdam zu fahren. Bei dem von Bas Sala initiierten kleinen Festival handelte es sich um eine Veranstaltung v.a. für Designer, Architekten und Stadtplaner, also das was man gemeinhin als „Fachpublikum“ bezeichnet. Es gab verschieden Vorträge und Workshops an mehreren Spielorten im Distrikt „ZoHo“, einem Kreativquartier nahe des Hauptbahnhofs.

In seinem Vortrag stellte Daniel die Urbanisten e.V. und unsere Arbeit vor. Dann berichtete er von der Entstehung des Urban Games Street Art Bingo und präsentierte die Ergebnisse seiner Masterarbeit, in der die Wirkung dieses Urban Games auf die Wahrnehmung des städtischen Raumes untersucht wurde.

Die Veranstaltung endete mit der Eröffnung einer „Freezone“, eines lebenswert umgestalteten kleinen Platzes im öffentlichen Raum. Bei Bier, Musik und poetischer Sprachkunst konnte man den Tag angenehm ausklingen lassen. Rotterdam ist auf jeden Fall eine interessante Stadt, wo viel passiert und wir werden die Augen aufhalten nach der zweiten Auflage des We Love Public Space Festivals!

 

 

Halstenberg-Belobigung für die Urbanisten

Die Deutsche Akademie für Städtebau und Landesentwicklung vergab am 23.06.2017 zum zweiten Mal die Halstenberg- Belobigung. Der undotierte Preis steht für die Anerkennung von ungewöhnlichen Herangehensweisen und Arbeiten im Städtebau und in der Landesplanung.

Ungewöhnliche Herangehensweisen passen ja hervorragend zu den Urbanisten, und daher freuen wir uns sehr, dass sich die DASL entschieden hat uns mit dieser Belobigung auszuzeichnen.

Hier die Worte von Dr. Martina Oldengott (Vorsitzende DASL) und Klaus Fehlemann (Geschäftsführer DASL) zur Belobung:

„Sie übernehmen mit Ihrer Institution eine Vorbildrolle in der Riege der Stadtteil-Initiativen, die professionelle Planungsstrategien mit immer wieder neuen Ansätzen der Teilhabe und aktiven Mitgestaltung der Quartiersentwicklung durch die Bewohnerinnen und Bewohner kombinieren. Ihr Verein sieht sich als Impulsgeber, als Initiator, als Beteiligungsplattform und Stadtteilmanagement. Vorbildrolle übernehmen Sie mit Ihrem nicht auf Gewinn ausgerichteten Netzwerk in der Motivation der Bevölkerung zu einer aktiven und eigenverantwortlichen Mitwirkung bei der Entwicklung des Lebens- und Wohnumfeldes. Damit leisten Sie einen besonders wertvollen Beitrag zu den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, die es einfach zwingend erforderlich machen, das sich Alle verantwortlich für die Entwicklung ihrer Städte fühlen.“

Das Sommerprogramm der Manufaktur steht – Upcycling, Do-it-Yourself und Möbelbau

Nachdem wir im Oktober letzten Jahres unsere Manufaktur eröffnet haben und seit März auch die Offene Werkstatt regelmäßig an allen Samstagen zum Selbermachen und Selberbauen einlädt, steht jetzt auch endlich unser Sommerprogramm. An festen Terminen bieten wir spannende Workshops, Kurse und Vorträge zu den Themen Upcycling, Do-It-Yourself und Möbelbau.

Alle nächsten Termine findet ihr hier

So könnt ihr in unserer professionell eingerichteten Werkstatt aus Restholz den Hocker „Kurt“ oder die Lampe „Eva“ bauen und erhaltet eine grundlegende und informative Einführung in die Maschinen- und Werkzeug- und Materialkunde.

In unserem Upcycling Schnupperkurs könnt ihr aus Abfallprodukten und verschlissenen Alltagsgegenständen einzigartige Produkte fertigen. Neben handwerklichen Fertigkeiten lernt hier auch etwas über Ressourcenschutz, Müllvermeidung und nachhaltiges Handeln.

Außerdem bieten wir eine Fortbildung zum Thema Upcycling an und einen Vortrag mit anschließender Diskussion.

Wir freuen uns auf eure Teilnahme!

Create Your Skateplaza 3.0 am Dortmunder U – Die Rampen stehen

Ab dem 01.06.2017 stehen die Skaterampen wieder im Rahmen des dreimonatigen „Sommer am U“ zur freien Benutzung auf dem Vorplatz des Dortmunder U´s bereit. Viel Spaß!

Unser Projekt  „Use your Skateplaza“ umfasst neben der Ende Juli startenden Skateboardschule in diesem Jahr zusätzlich eine Dortmund-Tour, die aus vier Skateboardwettbewerben in 4 Stadtteilen besteht. Unter https://dieurbanisten.de/mitmachen/ findet ihr bald alle Termine.

 

„Skateboard-Contest-Tour – Hier fliegen Skater durch den Fredenbaumpark“ Ruhrnachrichten, 21.05.2017

Die Ruhrnachrichten berichten über den Tourstop der Skateboard-Contest-Tour im Fredenbaumpark:

Auf die Bretter, fertig, los! Am Samstag startete die erste Skateboard-Contest-Tour im Fredenbaumpark. Auf selbstgebauten Rampen des Vereins „die Urbanisten“ zeigten die Skater ihr Können.

Den Bericht gibt es hier online bei den Ruhrnachrichten.

 

Das Gute Leben in der eigenen Stadt

„Urbane Transformation“ ist der Titel unseres Buches von dem Autor Davide Brocchi und gleichzeitig Titel unserer Tandem-Veranstaltung in Dortmund und Köln.

Die erste Buchveröffentlichung fand am 24. März 2017 in Dortmund statt. Ca. 50 Gäste haben sich an dem Abend in der Werkhalle eingefunden und angeregt über die Zukunft unserer Städte diskutiert, und einander zugehört. Unser Gäste haben den Abend mit ihren Perspektiven und Erfahrungen aus anderen Städten bereichert und das Publikum inspiriert. Verfolgt die Projekte unser Freunde auch weiterhin:

Agnieszka Wnuczak und Christoph Stark von kitev aus Oberhausen: http://kitev.de
Hendryk von Busse von der Freiraumgalerie aus Halle/Saale: http://www.freiraumgalerie.com

Insbesondere der Vortrag von Davide Brocchi kam bei den Gästen gut an und beleuchtet die „Transformation“ unsere Städte aus wissenschaftlicher Sicht und belegt die eigenen Thesen mit dem Kölner Realexperiment „Tag des Guten Lebens“. Wer sich die „vier E´s des Guten Lebens“ in Erinnerung rufen will, klickt auf das Bild:

 

 

Unsere zweite Buchpräsentation findet am Donnerstag, 04. Mai 2017, um 19 Uhr
in der ecosign/Akademie für Gestaltung, Vogelsangerstr. 250 in Köln-Ehrenfeld statt.
Hier geht’s zur Facebook-Veranstaltung:https://www.facebook.com/events/1879610705655917/

Unsere Gäste und Referenten:

  • Josef Wirges (Bezirksbürgermeister Ehrenfeld. 2012 öffnete er dem Prozess „Tag des guten Lebens“ die politische Tür)
  • Yvonne Johannsen (Vorsitzende der Urbanisten e.V., Dortmund, Herausgeber des Buchs)
  •  Prof. Karin Simone Fuhs (Gründerin und Direktorin der ecosign. An diesem Ort haben der „Tag des guten Lebens“ und das Bündnis Agora Köln ihren eigentlichen Ursprung)
  • Davide Brocchi (Sozialwissenschaftler, Autor, Initiator des „Tags des guten Lebens“ und der „Agora Köln“)
  • Thomas Schmeckpeper (Projektkoordinator „Tag des guten Lebens 2017“ in Deutz)
  • Olga Moldaver (Agora Köln, Nachbarschaftskoordinatorin Deutz für den Tag des guten Leben)
  • Marcus Klein (Nachbarschaft Sülz).

An jedem „Tag des guten Leben“ haben seit 2013 zwischen 60.000 und 100.000 Menschen in Köln teilgenommen. Inzwischen interessieren sich andere Städte in Deutschland für das Modellprojekt, das eine schrittweise Transformation der Stadt in Richtung Nachhaltigkeit sowie den nachbarschaftlichen Zusammenhalt und die Bürgerbeteiligung in den Stadtteilen fördert. Welcher Ansatz steckt hinter dieser Initiative? Welche Geschichte führte zu ihrem Erfolg? Wie haben die Nachbarschaften in Ehrenfeld und in Sülz diesen Tag erlebt? Wo steht der Prozess heute und was ist in Deutz 2017 geplant? Wie hat diese Initiative die Stadt verändert? Wie geht es weiter?

Informationen zum Buch:
Davide Brocchi
Urbane Transformation – Zum guten Leben in der eigenen Stadt.
Bad Homburg: VAS-Verlag, 2017.
164 Seiten, 14 Euro.
Vorwort von Uwe Schneidewind, Präsident des Wuppertal Instituts.
Herausgeber: Die Urbanisten e. V., Dortmund.
Projektförderung: Stiftung Umwelt und Entwicklung NRW.

Zusammenfassung:
Wie können Demokratie und sozialer Zusammenhalt, Zeit- und Raumwohlstand und nicht zuletzt Umweltschutz in unseren Städten gefördert werden? Wie lässt sich urbane Resilienz in einer Zeit der „multiplen Krise“ stärken? Wie können Bürger/innen die eigene Stadt lebenswerter machen und die Regie über Ihr nächstes Lebensumfeld zurückgewinnen?

Das Buch beschreibt Konzepte und konkrete Strategien für einen nachhaltigen Städtewandel und reflektiert die Spannungsfelder einer urbanen Transformation. Es kann sich dabei auf die Erfahrungen aus einem groß angelegten Realexperiment in Köln stützen: Seit 2013 findet dort jährlich der „Tag des guten Lebens“ statt. Ermöglicht durch eine unkonventionelle Allianz von Zivilgesellschaft, Institutionen und Anwohnern dient die Initiative als transformativer Taktgeber und Katalysator in einem komplexen Prozess, der die Stadt zum Gemeingut werden lässt. Das Buch beschreibt, wie Vertrauen und Kooperation in der Nachbarschaft gefördert und Schritte hin zu einer zukunftsfähigen Stadtentwicklung eingeleitet werden.

Weitere Informationen zum Buch:
http://www.vas-verlag.de/media/content/Umfassende_Informationen_zum%20Buch_Urbane_Transformation.pdf

 

 

 

 

Bürgerbeteiligung HSP

Westlich der Dorstfelder Brücke wird auf dem ehemaligen HSP bzw. Hoesch Areal ein neuer Stadtteil entstehen. Uns Urbanisten interessiert das sehr, denn hinter unserem Garten kann ein zukunftsweisendes urbanes Quartier wachsen und historische Strukturen können sinnvoll umgenutzt werden. Deswegen möchten wir den öffentlichen Diskussionsprozess über die Flächenentwicklung starten. Wir Urbanisten denken, je frühzeitiger man dies tut, desto besser können alle Interessierten ihre Ideen und Informationen einbringen.

Den ersten Aufschlag gab es dazu im Nordwärts Quartierscafé im Haus der Vielfalt Ende 2016, den wir moderiert haben. Dabei ging es hauptsächlich darum, die Menschen im Quartier zu informieren und zu schauen, welche Themen dabei angesprochen werden. Weil viele Leute Interesse an der Entwicklung des riesigen Gebiets zeigten, haben wir Urbanisten einen Beteiligungsprozess organisiert und arbeiten regelmäßig mit einer offenen Arbeitsgruppe am Thema.

Nach Informationen zu Geodaten, historischen Plänen, Luftbildern etc. möchte die Arbeitsgruppe 2017 die Idee von Möglichkeitsräumen mit allen Interessierten weiterentwickeln. Wir denken, dass man durch Interventionen in den öffentlichen Raum, und pionierartige Aneignung von Freiräumen und Flächen, viel zur sozialen und innovativen Stadtentwicklung beitragen kann.

Beim Info-Abend im April 2017 haben wir Urbanisten zum zweiten mal alle Interessierten und die Stadtverwaltung eingeladen, sich über den Planungsprozess auszutauschen und Möglichkeiten aufzuzeigen, wie man diesen bereits heute durch Zwischennutzungen gestalten kann. Knapp 60 Menschen haben sich in der Werkhalle zu den Themen IGA, Wohnen, Standortanalyse und Möglichkeitsräume ausgetauscht. 

Im Sommer 2017 werden wir die Öffentlichkeitsarbeit für die Ideen aus dem Quartier entwickeln und mit dem neuen Eigentümer in Kontakt treten, um auszuloten, was wirklich möglich ist und wann temporäre Öffnungen von Teilflächen realisiert werden können. Die offene Arbeitsgruppe HSP und die Urbanisten werden sich um die Umsetzung von Zwischennutzungen kümmern insofern es Interessierte Nutzer gibt. Wir sind gespannt!

Kommende Termine findet Ihr unter „Mitmachen

Wir laden alle ein, mitzumachen, Informationen und Ideen mit anderen zu teilen und kreative Nutzungen auszuprobieren. 

Bildquellen: Union Gewerbehof, die Urbanisten e.V. und Ausschnitte aus dem Entwurf 02 im Master Raumplanung: Planernachwuchs entwirft Zukunft: Informeller Urbanismus (Stephan Willinger, Pävi Kataikko-Grigoleit), Team: Elise Carletto, Linda Hinz, Carina Perdux und Amir Schulte

 

„Multivisionär – Ein aktueller Bericht zu den Urbanisten“, Februar 2017, Unionviertel.de

Unionviertel.de berichtet über die Arbeit der Urbanisten:

„Es macht unsere Stärke aus, dass wir aus unterschiedlichen Perspektiven denken können“, sagt Florian Artmann, Urbanist der ersten Stunde. Vor sechs Jahren gründete sich die Initiative in Dortmund. Anfangs suchte ein knappes halbes Dutzend Idealisten neue Antworten auf die Frage, wie Stadträume idealerweise gestaltet sein sollten, um die Lebensqualität der Bewohner langfristig zu erhöhen. Seither ist viel passiert.

Den Artikel gibts online auf unionviertel.de