ProGIreg – productive Green Infrastructure for post-industrial urban regeneration (Nature for Renewal) war ein fünfjähriges europäisches Forschungs- und Umsetzungsprojekt, das sich mit der Frage beschäftigte, wie naturbasierte Lösungen zur nachhaltigen Erneuerung postindustriell geprägter Stadtquartiere beitragen können. Ziel war es, ökologische, soziale und räumliche Herausforderungen nicht getrennt, sondern integriert zu bearbeiten und neue Wege der Stadtentwicklung praktisch zu erproben.
Dortmund als Modellstandort
In Dortmund lag der Schwerpunkt des Projekts im Stadtteil Huckarde entlang der Emscher. Hier wurden im Sinne eines Living-Lab-Ansatzes konkrete Maßnahmen umgesetzt, die Natur, Nachbarschaft und Stadtentwicklung miteinander verbanden. Die entwickelten Projekte sollten zeigen, wie grüne Infrastruktur nicht nur ökologische Funktionen erfüllt, sondern auch neue soziale Nutzungen, Lernorte und gemeinschaftliche Aktivitäten ermöglicht.
Zu den umgesetzten Maßnahmen gehörten unter anderem neue Bewegungs- und Aufenthaltsräume im öffentlichen Grün, die Aufwertung von Wegeverbindungen und Zugängen rund um den Deusenberg, biodiversitätsfördernde Flächen sowie produktive Grünräume wie Wald- und Gemeinschaftsgärten. Ein besonderes Element war der Aufbau einer Aquaponik-Anlage auf dem Gelände der Kokerei Hansa, die urbane Lebensmittelproduktion, Kreislaufwirtschaft und Bildungsarbeit miteinander verband.
Beteiligung und Zusammenarbeit
Die Dortmunder Aktivitäten wurden in enger Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung, lokalen Initiativen, Bildungseinrichtungen, Wissenschaft und engagierten Bürger*innen entwickelt und umgesetzt. Beteiligung war dabei kein nachgelagerter Schritt, sondern integraler Bestandteil des Projekts: Ideen aus dem Quartier flossen direkt in Planung, Umsetzung und Weiterentwicklung der Maßnahmen ein. So wurde sichtbar, wie naturbasierte Lösungen Akzeptanz schaffen, Identifikation stärken und neue Perspektiven auf ehemals industriell genutzte Räume eröffnen können.
Europäischer Kontext
Gleichzeitig war Dortmund Teil eines internationalen Netzwerks von Städten, die im Rahmen von proGIreg vergleichbare Fragestellungen bearbeiteten. Als sogenannte Front-Runner City tauschte Dortmund Erfahrungen mit Städten wie Turin, Zagreb und Ningbo aus, während weitere europäische Städte die entwickelten Ansätze begleiteten und übertrugen. Dieser Austausch stellte sicher, dass die in Dortmund gewonnenen Erkenntnisse in einen größeren europäischen Lernprozess eingebettet waren.
Ergebnisse und Bedeutung
proGIreg zeigte am Beispiel Dortmunds, dass naturbasierte Stadtentwicklung weit mehr ist als Begrünung: Sie kann soziale Begegnung fördern, neue Formen urbaner Produktion ermöglichen, Umweltwissen vermitteln und die Lebensqualität in benachteiligten Quartieren nachhaltig verbessern. Mit dem Abschluss des Projekts im Jahr 2023 endete der formale Projektzeitraum, die umgesetzten Maßnahmen, Erfahrungen und Netzwerke wirken jedoch als Impulse für zukünftige Stadtentwicklungsprozesse in Dortmund und darüber hinaus fort.
This project has received funding from the European Union’s Horizon 2020 research and innovation programme under grant agreement no. 776528.The sole responsibility for the content of this publication lies with the authors. It does not necessarily represent the opinion of the European Union. Neither the EASME nor the European Commission are responsible for any use that may be made of the information contained therein.





























