Im Rahmen des Forschungsprojekts UrbaneProduktion.Ruhr entwickelten und begleiteten wir das Reallabor in Bochum-Wattenscheid, in dem wir gemeinsam mit Partner*innen aus Wissenschaft, Stadt und Zivilgesellschaft neue Formen urbaner Produktion und gemeinschaftlicher Stadtentwicklung erprobten.
Ausgangspunkt bildete die temporäre Zwischennutzung „WatCraft“ in einem leerstehenden Ladenlokal auf der Hochstraße. Über mehrere Monate hinweg schufen wir dort einen offenen Experimentierraum, in dem wir gemeinsam mit Bewohner*innen, lokalen Initiativen und Produzent*innen Workshops, Diskussionen und Veranstaltungen rund um die Themen Selbermachen, nachhaltige Produktion und lokale Wertschöpfung umsetzten. Ziel war es, urbane Produktion nicht nur theoretisch zu erforschen, sondern praktisch erlebbar zu machen und gemeinsam mit dem Stadtteil weiterzuentwickeln.
Das Reallabor diente dabei als Plattform für Austausch, Vernetzung und gemeinsames Lernen. Es zeigte, welches Potenzial in leerstehenden Räumen steckt und wie durch temporäre Nutzungen neue Impulse für den Stadtteil entstehen können. Gleichzeitig konnten wir gemeinsam mit lokalen Akteur*innen konkrete Zukunftsperspektiven für die Weiterentwicklung der Wattenscheider Innenstadt entwickeln.
Aus diesen Prozessen heraus entstand die Weiterentwicklung vom temporären Projekt hin zu einer dauerhaften Struktur: In einer ehemaligen Gaststätte initiierten wir gemeinsam mit der Initiative Mittendrin und dem Biermacher Gerd Ruhmann die Gründung des Vereins WatWerk e. V. und entwickelten den Ort „Wiesmann’s“ als langfristigen Raum für Kultur, Produktion und Begegnung.
Das Wiesmann’s wurde zu einem offenen Möglichkeitsraum, in dem Veranstaltungen, Workshops und gemeinschaftliche Aktivitäten stattfinden und in dem urbane Produktion: etwa in Form kleinteiliger Herstellung und experimenteller Formate weiterhin eine zentrale Rolle spielt. Ziel war es, die soziale, kulturelle und wirtschaftliche Entwicklung des Stadtteils zu stärken und lokale Netzwerke nachhaltig zu verankern.
Das Reallabor zeigte exemplarisch, wie aus einer temporären Zwischennutzung langfristige, selbsttragende Strukturen entstehen können. Seit 2021 wird der Ort durch den Verein eigenständig getragen und durch ehrenamtliches Engagement kontinuierlich weiterentwickelt.






























