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Trash Up! Sommerfest 2023

Das kollaborative Festival im Unionviertel
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Fragen zum Projekt?

  • Leistungsfelder: Allgemein, Handwerk, Raumdesign & DIY, Künstlerische Gestaltung & Urban Art, Transformation & Teilhabe, UrbanGames & Raumerkundungen
  • Am 19. August 2023 wurde das Unionviertel zum Treffpunkt für nachhaltige Stadtentwicklung, kreative Praxis und gelebte Nachbarschaft: Das Trash Up! Sommerfest war zu Gast bei uns im Union Gewerbehof und brachte rund 600 Besucher*innen zusammen. Entwickelt wurde das Format vom Depot Dortmund – wir Urbanisten waren als Gastgeber, Netzwerkpartner und Mitgestaltende maßgeblich an Planung, Umsetzung und Programm beteiligt.

    Ein Festival aus dem Netzwerk – für die Stadt. Das Sommerfest entstand aus mehreren Netzwerktreffen und basierte auf den Ideen und Visionen zahlreicher Akteur*innen aus dem Unionviertel. Ziel war es, nachhaltige Initiativen sichtbar zu machen, Austausch zu ermöglichen und neue Kooperationen anzustoßen. Das Ergebnis: ein vielseitiges Tagesfestival mit Workshops, Vorträgen, Ausstellungen, Exkursionen und gemeinschaftlichen Aktivitäten.

    Mitmachen, Lernen, Ausprobieren. Besucher*innen konnten den ganzen Tag über selbst aktiv werden und neue Fähigkeiten entdecken. Das Workshopprogramm reichte von Upcycling und kreativer Drucktechnik über Naturfarben und Pflanzenaktionen bis hin zu Fahrrad-Checks und Bewegungsangeboten für Kinder. Besonders lebendig wurde der Ort rund um die neu entstandene Community Kitchen: Hier wurde gemeinsam Pasta hergestellt und Pesto mit Basilikum aus dem Urbanisten-Aquaponik-Gewächshaus zubereitet – ein praktisches Beispiel für nachhaltige Lebensmittelproduktion mitten in der Stadt.

    Wissen teilen und Perspektiven erweitern. Ergänzt wurde das Mitmachprogramm durch Vorträge und Gespräche zu zentralen Zukunftsthemen. Beiträge zu urbaner Landwirtschaft, Energiewende, nachhaltigem Lifestyle und globalen Perspektiven auf Ernährung und Design boten Impulse und neue Denkansätze. Damit verband das Festival lokale Praxis mit internationalen Perspektiven und zeigte, wie vielfältig nachhaltige Transformation gedacht werden kann.

    Kunst, Kultur und Inspiration. Auch künstlerische Positionen waren Teil des Programms: Film, Multimedia, Repair-Projekte, Graffiti, Literatur und Musik sorgten für eine inspirierende Atmosphäre. Das Solar Soundmobil lieferte den Soundtrack des Tages – klimafreundlich und mobil. Ein besonderes Highlight war die Open Stage, die von unserem Werkstattteam gebaut wurde und lokalen Künstler*innen Raum für Auftritte bot.

    Stadt entdecken – Projekte erleben. Exkursionen durch das Unionviertel und zu urbanen Gartenprojekten in Dortmund ermöglichten Einblicke in nachhaltige Initiativen vor Ort. Führungen und Audio-Touren machten sichtbar, wie viele engagierte Projekte bereits an einer zukunftsfähigen Stadt arbeiten.

    Ideenmarkt und gemeinsames Abschlussessen. Auf dem Ideenmarkt präsentierten sich zahlreiche Initiativen, Organisationen und nachhaltige Anbieter*innen aus Dortmund. Der Tag endete mit einem großen Community Pasta Dinner – ein gemeinsamer Abschluss, der Raum für Austausch, Vernetzung und neue Ideen bot.

    Wirkung und Ausblick. Das Trash Up! Sommerfest hat eindrucksvoll gezeigt, wie stark das Netzwerk nachhaltiger und kultureller Akteur*innen in Dortmund ist. Das Festival hat neue Kooperationen angestoßen, bestehende Verbindungen gestärkt und nachhaltiges Engagement sichtbar gemacht.

    Wir freuen uns darauf, gemeinsam mit dem Depot Dortmund die nächsten Trash Up! Formate weiterzuentwickeln.

     

    Hintergrund & kollaborativer Prozess

    Hintergrund des Projekts waren die Entwicklungen des ehemaligen Stadtumbaugebiets Rheinische Straße, das im Zuge der Europäischen Kulturhauptstadt RUHR.2010 als Kreativ.Quartier Unionviertel ausgerufen worden war. Investitionen der öffentlichen Hand schufen einen neuen lebenswerten westlichen Zugang zur Innenstadt, der durch das Eingangstor Dortmunder U gekrönt wurde. Am Ende der Rheinischen Straße -westlich der Dorstfelder Brücke im Unterbezirk Union, der durch ein großes ehemaliges Stahlwerk geprägt war- sah man jedoch kaum etwas von den Zukunftsinvestitionen. Rund um den Union Gewerbehof für umwelt- und sozialverträgliche Techniken, der in den 1980er-Jahren durch die späteren Nutzer*innen entstanden war, blieb städtebaulich alles beim Alten. Das jedoch setzte kreative Energie frei.

    Hier entwickelten sich in der Tradition selbstverwalteter Strukturen neue Netzwerke und Projekte, um Stadtentwicklung selbst zu betreiben. Die Neue Kolonie West organisierte gemeinsame Events und öffnete die teilweise unbekannten Räume der Kreativen. Der Rheinische Straße e. V. bildete eine Bürgerversammlung, die den Stadtumbau aus Sicht der Menschen vor Ort aktiv begleitete. Dazu gehörte auch die AG Zwischennutzung. Die Unionviertelzeitung entstand als Informationsblatt aus dem Quartier für das Quartier. Die Stadtteilgenossenschaft InWest wurde gegründet und förderte die kreative Nutzung von Leerstand sowie die Unterstützung vieler Gründer*innen. Die Stadtteilseite unionviertel.de bildete die Vielfalt und Lebendigkeit auch im digitalen Raum ab. Die Runden Tische sorgten für zusätzliche Vernetzung in die Strukturen der Kunst- und Wirtschaftsförderung, und beim Straßenfest am Adlerstern kamen alle zusammen. Diese positiven Entwicklungen sowie die Austauschgelegenheiten und Vernetzungsräume für Stadt- und Kulturgestaltende wurden in den folgenden Jahren – auch coronabedingt – jedoch weniger. Die Akteur*innen waren mal stärker und mal schwächer miteinander vernetzt, und es gab kaum gemeinsame Anlässe zur Zusammenarbeit.

    Mit finanzieller Unterstützung im Rahmen des Programms Kreativ.Quartiere Ruhr, gefördert durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen und umgesetzt von ecce – european centre for creative economy GmbH, planten wir deshalb eine Netzwerkoffensive, die in einem kollaborativ gestalteten Sommerfest im August mündete. Wir wollten die vorhandenen Strukturen im Unionviertel reaktivieren und weitere Aktive und Interessierte einbinden. Seit Oktober 2022 fanden dazu alle zwei Monate bis zum Sommerfest offene Netzwerktreffen an verschiedenen Orten statt. Zu den  Gastgebenden gehörten neben uns selbst auch der Unverpacktladen und Verein Frau Lose sowie der Innovationsraum Projektor. Während das erste Netzwerktreffen im Zeichen von Austausch, Kennenlernen und Ideenfindung stand, ging es bei den folgenden vier Treffen um die konkrete Programmplanung. Die wertvollen Impulse und der konkrete Mitgestaltungswille von Initiativen, Organisationen, Unternehmen und Einzelpersonen bereicherten diesen Prozess, und es entstanden bereits wertvolle Ideen und Kooperationsmöglichkeiten für ein lebendiges Unionviertel.

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    Projektübersicht

    • Status
    • Abgeschlossen
    • Laufzeit
    • 08.19.2023

    Ort

    Union Gewerbehof, Huckarderstraße10-12, 44147 Dortmunfd
    © Marco Polk

    Gefördert durch

    In Kooperation mit

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