Die Künstlerin Verena Issel gestaltet den Turm der Heilig-Geist-Kirche in Dortmund mit großformatigen, farbigen Textilbannern. Die Installation ‚Tower of Power (Centuries of Heroines, Unheard Of)‘ macht Frauen und ihre oft überhörten Geschichten sichtbar und verwandelt den Kirchturm in ein Zeichen einer vielfältigen, resilienten Gemeinschaft. Unter der kuratorischen Leitung von den Urbanisten entsteht am Fuß des Turms eine partizipative Plattform: ein vielschichtiges, laborartiges Raumexperiment, in dem gemeinsam erprobt wird, wie Nachbarschaft unter den Bedingungen von Klimawandel, Ressourcenknappheit und sozialer Diversität ko-kreativ neu gedacht und praktiziert werden kann. Die im Reallabor gewonnenen Erkenntnisse werden in unterschiedlichen Veranstaltungsformaten öffentlich diskutiert und weitergetragen.
TERMINE
Vernissage TOWER OF POWER (Centuries of heroines, unheard of)
am Donnerstag, 25.06.2026, 18:00 – 20:00 Uhr; Ort: Heilig Geist Kirche Dortmund, Neuer Graben 162, 44137 Dortmund
Verena Issel (*1982) lebt in Berlin und ist Professorin für Bildende Kunst an der BTU Cottbus-Senftenberg. Sie interessiert die Verschränkung von bildender Kunst und Architektur und arbeitet ortsbezogen mit verschiedenen Perspektiven aus der Nachbarschaft. Ab Juni 2026 wird sie den Kirchturm der Heilig Geist Kirche in der westlichen Innenstadt von Dortmund mit Frauengeschichten versehen. Entlang der markanten Betonstreifen des Turms soll auf Stoffbahnen von den Frauen der Bibel, aber auch denen anderer Religionen und den Nachbarinnen erzählt werden. Issel wird in der Nachbarschaft Interviews führen, Lebensgeschichten recherchieren und sie in abstraktes und figuratives Element übersetzen. „Ich werde den hohen Turm nutzen, um diesen Geschichten eine Bühne zu geben“, so Issel. Für die Kirche und die Nachbarschaft könnte das Projekt entscheidende Anregungen bieten. Ein Verkauf und ggf. ein Abriss der Gebäude werden aktuell diskutiert, da die Kirchengemeinde selbst keine Nutzung zukünftig vorsieht. Echte Begegnungsmöglichkeiten im Quartier sind aber jetzt schon begrenzt und viele Menschen leben allein. Ziel des Projekts ist es daher, gegen die Vereinzelung zu arbeiten und Menschen zu beteiligen.
Urbanistin Svenja Noltemeyer: „Wir möchten zur Manifesta 16 zeigen, welche Potenziale vor Ort versteckt sind und Anregungen geben, welche Nachnutzungen möglich wären.“ Daher schließen sich an die Vernissage die Open House Aktivitäten an:
OPEN HOUSE AKTIVITÄTEN
Eröffnung des Raumlabors für urbane Experimente
Donnerstag, 09.07.2026, 18:00 – 20:00 Uhr; Ort: Heilig Geist Kirche Dortmund, Neuer Graben 162, 44137 Dortmund; in Kooperation mit dem Umweltamt und den Seniorenbüros
Wohin im Hochsommer bei 38 Grad? Wo sich ausruhen, wenn man draußen Besorgungen macht? Die Dortmunder Seniorenbüros haben eine Schattenkarte entwickelt, das Umweltamt der Stadt Dortmund hat diese um kühle Innenräume erweitert. Es gibt u.a. das Hitzetelefon, öffentliche Trinkbrunnen, Wasser-Refill-Stationen und die kühle Orte Karte. Wir diskutieren unter dem Motto „coole Begegnungen“ mit Gästen, welche Formen der Daseinsvorsorge in Zeiten den Klimawandels notwendig sind und wie diese partizipativ mit den Menschen vor Ort gestaltet werden können. Mit Inputs von Julia Bannach vom Seniorenbüro zur ko-kreativen Kartengestaltung und Sophie Arens vom Umweltamt Dortmund zur strategischen Weiterentwicklung des dynamischen Hitzeaktionsplans. Während der Manifesta experimentieren wir mit Wegen in die Praxis, um gewünschten Verbesserungen im Stadtteil umzusetzen und Thema auszuweiten und als Modellprojekt auszuprobieren.
Kirchen transformieren – Nachbarschaften stärken
Dienstage 26.05.2026, 23.06.2026, 14.07.2026, 18:30 – 20:00 Uhr; Ort: Heilig Geist Kirche Dortmund, Neuer Graben 162, 44137 Dortmund; in Kooperation mit der Fakultät Raumplanung der tu Dortmund und dem Institut für Landes- und Stadtforschung
Das Städtebauliche Kolloquium »Amazing Infrastructures: Kirchen transformieren – Nachbarschaften stärken« rückt an drei Terminen im Sommersemester 2026 die Transformation von Kirchen als Ausgang für die Weiterentwicklung von Nachbarschaften in den Mittelpunkt. Es geht der sozialen und räumlichen Transformation als Beitrag zur langfristen Stärkung von Nachbarschaften nach. Mit dem Kolloquium wird die Heilig-Geist-Kirche Plattform für Austausch und fachlichen Diskurs, mit internationalen Gästen und ihren Erfahrungen aus der Transformation und Neuinterpretation gesellschaftlicher Infrastrukturen, insbesondere Kirchen. Studierende schaffen einladende und raumöffnende Situationen, die die Aneignungs- und Recodierbarkeit des Raumes überprüfen und durch anregende Beispiele Mut zur Transformation und Lust auf Engagement und Selbstwirksamkeit machen. Das Format richtet sich explizit an die Stadtöffentlichkeit ebenso wie an Studierende, Forschende und Praktiker*innen.
Machen ist wie wollen – nur krasser
Samstage 11.07.2026, 15.08.2026, 12.09.2026, 18:30 – 20:00 Uhr; Ort: Heilig Geist Kirche Dortmund, Neuer Graben 162, 44137 Dortmund; in Kooperation mit dem sweetSixteen Programmkino und dem Haus der Vielfalt/VMDO (angefragt)
Unter der Leitung von Sarah Haas realisiert ein transdisziplinäres Netzwerk die Aktion „Machen ist wie wollen – nur krasser.“ Im Zentrum steht das gemeinsame Bauen. An einem Wochenende pro Monat entsteht ein „Pop-up Urbanismus“-Format: Handwerk trifft auf arabischen Tanz, auf ein DJ-Picknick und auf eine Filmvorstellung. Das Projekt verbindet handwerkliche Qualifizierung mit niederschwelliger soziokultureller Teilhabe im Quartier. Gefördert wird die Aktion im Rahmen der Interkultur Ruhr vom Regionalverband Ruhr (mündliche Zusage liegt vor).
GRIDS – Modulare Intervention im Raum
In ihren Arbeiten, möchten die Künstler Oliver Mark (Dortmund) und David Janzen (Oberhausen) das räumliche und auditive Erlebnis, welches beim Betreten von Kirchenbauten beim jeweiligen Besuchenden einsetzt für ihre persönlichen Arbeiten in Form von Rauminstallationen nutzen. Der Titel der geplanten Ausstellung „Grids-Modulare Interventionen im Raum“ bezieht sich auf eines der gemeinsamen Bindeglieder der geplanten Inszenierungen. Beide Arbeiten bestehen im Kern aus proportional gleichen Elementen. Die Vervielfältigung oder auch Aneinanderreihung und schlussendlich auch der proportionale Rhythmus, gibt den Installationen ihre Identität und Struktur, sie können oder sie werden optional ähnlich einem Raster an den Raum der sie umgibt skalierter sein und sich ihm anpassen. Das Projekt ist beantragt im Kulturbüro Dortmund (es liegt noch keine Rückmeldung vor, aber die Möglichkeit eines vorzeitigen Maßnahmebeginns wurde schriftlich zugesagt).
Gemeinsame Reflektion des Raumlabors
Donnerstag, 01.10.2026, 18:00 – 20:30 Uhr; Ort: Heilig Geist Kirche Dortmund, Neuer Graben 162, 44137 Dortmund; in Kooperation mit AutonomesArchitekturAtelier/ZwischenZeitZentrale Bremen
Nach einer Ortsbegehung stellen wir uns mit einer bunten Zusammenstellung verschiedener Positionen folgende Fragen: War das Open House erfolgreich? Wer war alles da? Welche Nutzungen sind passiert? Was hat sich daraus ergeben? Welche Elemente/Funktionen sollen langfristig erhalten bleiben? Fördert die Zwischennutzung ungeahnte Chancen zu Tage und bildet neue Allianzen? Was passiert mit dem Grundstück? Mit den Gebäuden? Was nimmt auch die Kirche/die Gemeinde mit aus dem Raumexperiment? Gerade in der Berücksichtigung der Daseinsvorsorge in den aktuellen Themen Klimaanpassung und Kreislaufwirtschaft. Dazu integrieren wir die Erfahrungen aus anderen Orten, die schon weiter sind und Kirchen in unterschiedliche Umnutzungen gebracht haben.
Ende des Raumlabors
Samstag 03.10.2026, 12:00 Uhr; Ort: Heilig Geist Kirche Dortmund, Neuer Graben 162, 44137 Dortmund; in Kooperation mit dem Favoriten Festival
Mittels künstlerischer Performance beenden wir das Open House und ziehen gemeinsam tanzend auf den Friedensplatz, wo ein großes Fest gefeiert wird.
Ob und wenn ja welche weiteren Akteur:innen noch mit dabei sind, wird sich in den kommenden Wochen zeigen. Wir berichten!

























