Workshopreihe zum „Tag des guten Lebens“ beginnt in Wuppertal

Multiplikator*innen und Stadtmacher*innen gesucht!

In Zusammenarbeit mit engagierten Partner*innen dürfen wir eine Workshopreihe und Fortbildung präsentieren, die den „Tag des guten Lebens“ als Inspiration und Ausdrucksform nachhaltigen Handelns in andere Städte und Gemeinden trägt. Wir wollen Multiplikator*innen und Macher*innen ansprechen, die Lust haben, sich im Themenfeld urbane Transformation, Beteiligung und Nachhaltigkeit fortzubilden. Die Kölner haben’s mit dem Tag des guten Lebens vorgemacht: Transformation und Wandel ist gemeinsam möglich! Wir lassen uns von den Erfahrungen in Köln, Berlin und Dresden inspirieren und wollen gemeinsam mit euch diskutieren, wie ein Tag des guten Lebens in eurer Stadt aussehen könnte.

Tag des guten Lebens in Köln

In Köln gibt es den Tag des guten Lebens seit 2013 und findet seit dem jährlich in wechselnden Stadtteilen statt. Der Tag des guten Lebensist ein Tag der Demokratie, des sozialen Zusammenhalts, der Vielfalt und der Nachhaltigkeit. Dieser Tag ist nicht nur ein Event, sondern ein Katalysator eines sozial-ökologischen bzw. kulturellen Wandels in unserer Gesellschaft – eines Wandels von unten nach oben, vom Lokalen zum Globalen, auf Basis unkonventioneller Allianzen.

Diese unkonventionellen Allianzen verwandeln die Straßen und Plätze, Zwischenräume, Theater, Schulen oder auch Wohnprojekte in eine gemeinschaftliche „Agora“, wo direkte Demokratie gelebt wird, soziale Beziehungen und Nachbarschaft im Vordergrund stehen und Kunst und Kultur im öffentlichen Raum stattfinden. In diesem kreativen Freiraum kann jede Nachbarschaft eigene Konzepte des „guten Lebens“ gemeinschaftlich umsetzen, anstelle des Euro gilt an diesem Tag Vertrauen als Währung und monotone Verkehrsflächen werden zu bunten Freiräumen.

Mehr Informationen findet ihr hier: http://www.tagdesgutenlebens.de

Vier Workshops in vier Regionen Deutschlands

Unsere vierteilige Workshopsreihe startet im Bergischen Land in Wuppertal. Wir laden alle herzlich ein, am 27.-28. September 2019 im Permakulturhof Vorm Eichholz e.V., Wuppertal dabei zu sein. Der Workshop ist offen für alle Interessenten, die einen neuartigen Transformationsprozess in der eigenen Stadt bzw. im eigenen Quartier starten und vorantreiben wollen. Bereits bestehende Ideen zu einem Tag des Guten Lebens in Wuppertal und in der Region können gemeinsam weiterentwickelt und mit Leben gefüllt werden.

Wir bitten um Anmeldung bis zum 04.09.2019. Bitte schickt uns eine Email an tagdesgutenlebens@dieurbanisten.de oder bucht euer Ticket direkt hier: 

„Tag des guten Leben“ Multiplikator*innen Workshop in Wuppertal

Die Teilnahmegebühr beträgt für 30 Euro pro Person und deckt unter anderem Verpflegung und Raumkosten.

Weiter Termine in Hamburg, Berlin und Minden folgen.
Wir freuen uns auf Eure Teilnahme!

Ein wachsendes Bündnis für die Transformation unserer Lebensräume:

Team (Konzept und Organisation Workshopreihe)

Davide Brocchi (Nachhaltigkeitsforscher und Initiator des Tag des guten Lebens in Köln)
Severein Caspari (Soziologe, Common future e.V.)
Yvonne Johannsen (Stadtplanerin, die Urbanisten e.V.)
Viola Schulze Dieckhoff (Wissenschaftlerin und Raumplanerin, die Urbanisten e.V. )

Ideelle Gastgeber

Alte Mu Impuls-Werk e.V. (mit der Initiative BÜRGER//WERK//STADT), Kiel
Berlin 21 e.V., Berlin
Bundesverband Verkehrsclub Deutschland (VCD), Berlin
Commons-Institut e. V., Bonn
Die Urbanisten e.V., Dortmund
FairBindung e.V., Berlin
Initiative Offene Gesellschaft, Berlin
transform Magazin, Leipzig
Urbane Liga, Hannover
Verband für sozial-kulturelle Arbeit e.V., Berlin

Die Multiplikator*innen Workshops werden unterstützt und finanziell gefördert von der Stiftung Umwelt und Entwicklung NRW und dem Fonds Soziokultur e.V.
Danke für das Vertrauen!

„Klima ist Heimspiel“: Klimaschutzfonds unterstützt die Urbanisten

Wir sagen DANKE!

In Dortmund setzten sich viele Initiativen für Nachhaltigkeit und Klimaschutz ein und bekamen dafür Unterstützung durch die die Koordinierungsstelle Klimaschutz und Klimaanpassung des Umweltamtes der Stadt Dortmund. Im Rahmen des Förderprogramms Klimaschutzfonds – Klima ist heimspiel“ erhielten auch die Urbanisten unter insgesamt 22 Projekten eine Unterstützung von 500 Euro. 

Das Geld haben wir für die Anschaffung besonders ökologischer Öle und Lacke zur Behandlung von Holz eingesetzt. In unserer Urbanisten-Manufaktur möchten wir mit diesen Produkten nun experimentieren, Erfahrungen sammeln und diese an Interessierte weitergeben. Wer selber mal mit den Produkten arbeiten will, ist herzlich eingeladen uns in der Offenen Werkstatt zu besuchen.

Bei dem Fototermin zitierte Christian Nähle von der Koordinierungsstelle Klimaschutz und Klimaanpassung des Umweltamtes aus der Broschüre des Verbundes der Offenen Werkstätten „Freiraum zum Selbermachen“: „Eigenarbeit und Selbermachen spielen eine wichtige Rolle bei bei der Suche nach nachhaltigeren Lebensformen. Was man selbst gestrickt, getischlert, gepolstert hat, wirft man nicht so leicht weg und ersetzt es durch etwas Neues. Die Menschen entwickeln unweigerlich ein anderes Verhältnis zu den Dingen, sie werden kritischer gegenüber Inhaltsstoffen, machen sich eher Gedanken darüber, woher die verwendeten Materialien kommen. Wenn man den Lack selbst verstreicht, nimmt man eher einen ungiftigen.“ Dazu ergänzt Christian Nähle: „In diesem Sinne hoffe ich, dass die Urbanisten ihre wertvolle Arbeit mit der Offenen Werkstatt noch weiter in die Stadtgesellschaft hineintragen werden.“

Hier findet ihr alle Informationen zu unserem Aktionsfeld Upcycling & do-it-yourselfAktuelle Angebote in der Manufaktur findet ihr wie immer hier bei unseren Terminen.

Folgende Initiativen wurden auch durch den Klimaschutzfonds unterstützt:

 

WatCraft | Was bleibt nach der Zwischennutzung in Wattenscheid und wie geht es weiter?

Am 23. Mai 2019 fand die Abschlussveranstaltung der Zwischennutzung „WatCraft“ im Ladenlokal der Hochstraße 72 in Bochum-Wattenscheid statt. Im Rahmen des Forschungsprojekts UrbaneProduktion.ruhr haben wir gemeinsam mit dem Institut Arbeit und Technik und der Hochschule Bochum drei Monate lang Diskussionsveranstaltungen und Workshops rund um das Thema Urbane Produktion für BürgerInnen des Stadtteils angeboten.

Die Akteure ließen die letzten drei intensiven Monate Revue passieren und berichteten von den Erfahrungen in Wattenscheid. Im Fokus stand dabei die Frage: Was bleibt und wie geht es weiter? Mit Rouven Beeck (Wirtschaftsentwicklung Bochum), Lena Halbedel (Stadtteilfabrik Essen), Gerd Ruhmann (Bierbraumeister) und Martin Lenz (Bürgerinitiative MITTENDRIN) wurden Visionen und mögliche Zukunftsperspektiven für Wattenscheid diskutiert. Dabei ging es auch um konkrete Nutzungen, die sich in der Hochstraße umsetzen lassen.

Nutzungsideen existieren für die zahlreichen leerstehenden Ladenlokale zu Genüge. Die Vorschläge reichen von Mikrobrauereien über offene Werkstätten und Handwerksbetriebe bis hin zu multifunktionalen Räumen, die u. a. kulturellen Initiativen eine Plattform bieten. Ein bedeutender Punkt bleibt jedoch die wirtschaftliche Tragfähigkeit, die es mit den Nutzungskonzepten zu erreichen gilt, um langfristig tragfähige Strukturen zu erreichen. Was die Menschen in Wattenscheid vermissen, sind vor allem Begegnungsräume und Treffpunkte, wo man einander begegnet, sich austauschen und einfach ins Gespräch kommen kann.

Außer Frage steht, dass kurzfristige Maßnahmen und Interventionen nicht ausreichen. Es bedarf eines langfristig angelegten Entwicklungsprozesses, um den vielfältigen Handlungserfordernissen ganzheitlich zu begegnen. Daher ist die Nachricht sehr erfreulich, dass die Räumlichkeiten in der Hochstraße 72 auch weiterhin durch das Forschungsprojekt für das Entwicklungsvorhaben genutzt werden können.

An dem Verbundprojekt sind das Institut Arbeit und Technik (IAT/Westfälische Hochschule) aus Gelsenkirchen, die Stadt Bochum, die Hochschule Bochum und der Verein die Urbanisten aus Dortmund beteiligt. Gemeinsam erforscht das junge Team seit gut zwei Jahren die Chancen und Potentiale Urbaner Produktion in vom Strukturwandel betroffenen Quartieren.

 

WatCraft-Zwischennutzung in Wattenscheid eröffnet am 16. Februar

Im Forschungsprojekt UrbaneProduktion.Ruhr sind wir Urbanisten unter Anderem für die Beteiligungsangebote in den Reallaboren zuständig. Unsere Idee war von Anfang an, die betreffenden Themen wie Nachhaltigkeit, Stadt der kurzen Wege, Ökonomische Teilhabe, Selbstwirksamkeit, Selbermachen nicht nur theoretisch zu analysieren, sondern mit den Menschen vor Ort zu diskutieren und weiterzuentwickeln. Nachdem wir sehr guten Nährboden in Bochum-Langendreer vorgefunden hatten (dort haben wir eine leerstehende Kirche zum „LutherLAB“ umgewandelt), gestaltete sich die Suche nach ähnlich geeigneten Immobilien in Wattenscheid schwieriger: Die Deutsche Bahn hatte keine großes Interesse, den heruntergekommenen Bahnhof in Wattenscheid mit unserer Hilfe neu zu beleben. Auch die Gespräche über die Nachnutzung einer zeitweise leerstehenden Gastronomie in der Hochstraße konnten leider nicht erfolgreich abgeschlossen werden. Umso glücklicher sind wir nun, einen anderen Leerstand, nämlich die Hochstraße 72, bis Ende Mai mit einem Workshop- und Vortragsprogramm nutzen zu können.

Neben einem inhaltlichen Schwerpunkt in der Vernetzung von Gewerbetreibenden möchten wir die Wattenscheider Bürgerinnen und Bürger dazu anregen, alltägliche Gebrauchsgegenstände und -Produkte selbst herzustellen. Wir blicken dazu auf unsere eigenen, umfangreichen Erfahrungen zurück und sammeln weitere Anregungen aus Literatur und Internet. Ganz besonders wollen wir aber von den Wattenscheidern mehr über ihre Lieblingsprodukte erfahren und herausfinden, welche Bedarfe in Zukunft möglicherweise vor Ort gedeckt werden können.

Außerdem wird es zahlreiche Workshops von Menschen aus unserem Netzwerk geben: So wird beispielsweise wieder ein Upcycling-Kurs von Tanz auf Ruinen angeboten, Eltingmöbel laden zum Gemeinsamen Schrauben ein, die Dezentrale erklärt die Pilzzucht, wir bauen EVA-Lampen… und noch viel mehr. Du bist herzlich eingeladen, dich an den Aktivitäten in Wattenscheid zu beteiligen! Check doch mal die neue Projektseite von WatCraft aus.