Urban Gardening im Kita-Alltag – Die Methodenbox „StadtOasen“

Urban Gardening sorgt für mehr Grün im urbanen Raum, und bringt Stadtmenschen  mit Themen wie Gärtnern und Natur in Kontakt. Um auch den Kleinsten die Möglichkeiten näherzubringen selbst Blumen zu sähen, Gemüse zu ernten oder Kräuter anzupflanzen, haben Juliane Hagen und Anika Simon die Methodenbox „StadtOasen“ entwickelt. Im Auftrag dreier Kindertagesstätten aus dem Unionviertel ist ein Paket aus zwölf ausgearbeiteten Workshop-Konzepten entstanden, die nun von den Einrichtungen genutzt werden können.

Um den Kitas die fertige Methodenbox vorzustellen, führten unsere beiden Vereinsmitglieder den zwei-tägigen Workshop „ZaunGarten“ in allen drei Einrichtungen durch. Dieser Workshop behandelt die vertikale Begrünung von Zäunen mit Zierpflanzen, dabei werden die Töpfe ganz im Sinne des Upcycling-Gedankens aus altem Verpackungsmaterial hergestellt.

Nach einer anregenden Spiel- und Experimentierphase ging es los: In nur zwei Tagen bastelten und bemalten jeweils ca. 15 Kinder der umliegenden Kitas die Pflanztöpfchen, bepflanzten diese und installierten eine wunderbar bunte Blumenwand im Außengelände der jeweiligen Einrichtung. Ein kleines Richtfest mit Gruppenfoto und Urkundenübergabe an die kleinen Baumeister und Naturstrolche rundete die Workshops ab.

Bunte Minigärten verschönern nun das Außengelände der Kitas des Unionviertels. Der Anblick soll die Erzieherinnen und Erzieher der Einrichtungen motivieren, die verschiedenen Workshop-Konzepte der Methodenbox regelmäßig zu nutzen, und das Thema Umweltbildung und Partizipation regelmäßig in den Kita-Alltag einzubringen. „Mit simplen Methoden ist es ganz einfach mehr Grün ins Viertel zu tragen, gemeinsam zu gärtnern, und die Stadt schöner und lebenswerter zu machen“, so die Entwicklerinnen des Konzepts.

Symposium ‚Urbane Landwirtschaft – Innovationspotentiale und Zukunftsperspektiven in der Stadtentwicklung‘

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Gemeinsam mit der hei-tro GmbH und der Fachhochschule Südwestfalen und mit Unterstützung der Wirtschaftsförderung Dortmund veranstalten wir am 01.10.2015 ein eintägiges Symposium zum Thema „Urban Green Entrepreneurship“. Es geht also darum, wie man ein grünes Business startet. Die Tagung findet im Rahmen des Erasmus+ Projektes „Urban Green Train“ statt. Im Projekt erarbeitet ein europäisch internationales Konsortium ein Curriculum zu ebendiesen Thema. Es wird erfasst, welche Informationen, die man für eine Gründung eines solchen Unternehmens benötig, bereits vorhanden sind, und welchen Bedarf es gibt. Aus dieser Erhebung werden Module entwickelt, die Lücken schließen sollen, so dass am Ende möglichst vollständige und gut strukturierte Information für potentielle Gründer vorhanden ist. Das Projekt richtet sich auch an Menschen in Politik und Verwaltung, denn oftmals sind die Ideen der Macher so neu, dass unklar ist, ob sie stadtplanerisch und rechtlich umsetzbar sind. Da in der Verwaltung im Zweifel oftmals gegen Projekte entschieden wird, wollen wir mit UGT die Zweifel und Unklarheiten möglichst beseitigen.

Es wird einen Veranstaltungsabschnitt mit mehreren Vorträgen geben. Als Vortragende haben zugesagt: Phillip Stierand von speiseraeume.de, Alessa Heuser von Inkota e.V., Lutz Kosack von „Essbare Stadt Andernach“ und Carlos Tobisch von den Urbanisten. Die Moderation des Tages macht Dr. Jan Fritz Rettberg von der Uni Dortmund.

Im zweiten Teil stellt die FH-Südwestfalen den aktuellen Stand des Urban Green Train Projektes vor, der danach gemeinsam diskutiert werden kann. Zum Ende der Veranstaltung besteht die Möglichkeit, unser Aquaponikprojekt im Union Gewerbehof zu besichtigen.

Die Veranstaltung ist kostenlos, um Spenden wird gebeten.

Wir würden uns freuen Sie am 01.10.2015 im Saal des Zentrums für Gehörlosenkultur e.V. Dortmund begrüßen zu dürfen. Senden Sie uns bitte Ihre Anmeldung per Faxantwort an 0231/ 6072141 oder per Mail an info@hei-tro.com. Eine Unterschrift ist bei Mailanmeldungen nicht notwendig.

Die offizielle Einladung inkl. Programm und Anmeldung erhalten Sie unter folgendem LINK.
Nur das Anmeldeformular laden Sie bitte hier herunter.

Veranstaltungsdaten:

Datum: Donnerstag 01.10.2015, 9:30Uhr – 16:00 Uhr
Ort: Zentrum für Gehörlosenkultur e.V. befindet sich auf dem Gelände des Union-Gewerbehofs, Huckarder Str. 2-8, 44147 Dortmund

Führungen durch unsere Aquaponik-Anlagen

Ab sofort bieten wir regelmäßig Führungen durch unser neues Gewächshaus und unser Aquaponiklabor an. Die erste Führung am 04.07.2015 geht etwa eine Stunde und bietet ausreichend Gelegenheit, Fragen zu stellen und die Thematik Aquaponik anhand unseres Systems am Uniongewerbehof an einem praktischen Beispiel kennen zu lernen. Wir werden die weiteren Termine regelmäßig hier veröffentlichen.

Aquaponik ist die sinnvolle Kombination von Hydrokultur und Aquakultur zu einem Kreislaufsystem. Der Nährstoffüberschuss der Fischhaltung wird genutzt, um den Nährstoffbedarf der Hydrokultur zu decken. Im Kreislauf ergänzen sich diese Einzelsysteme und eliminieren jeweils die Nachteile des anderen Systems. Effiziente Nahrungsmittelproduktion im urbanen Raum ist das Ziel unseres Aquaponik-Projekts. Im Rahmen der Führung werden die grundlegenden Systemfunktionen vermittelt und zudem die Möglichkeit geboten, sich Fische und Pflanzen aus nächster Nähe anzusehen.

Bei Interesse an der ersten Führung meldet euch bitte bis zum 01.07.2015 unter info@dieurbanisten.de mit Angabe von Namen und Teilnehmerzahl an. Die Führung kostet pro Person 15€. Beginn der Führung ist 14 Uhr. Treffpunkt ist das Urbanisten Büro in der Rheinischen Straße 137, 44147 Dortmund.

 

Die fliegende Fischfarm

Für die Mini Maker Faire, die heute um 16 Uhr im Rahmen der Wissensnacht Ruhr im Dortmunder U startet, haben wir einen neuen Aquaponik-Prototypen gebaut. Wir wollten das Prinzip der Nitrifikation von Fischkot in Pflanzennährstoffe in eine kompakte, mobile Form bringen. Unser Prototyp besetzt eine Fläche von Drei Quadratmetern, bietet bis zu 30 Fischen ein luftiges Zuhause und ermöglicht die Aufzucht von 18 Pflanzen. Das System kann in drei schaltbaren Modi gefahren werden: Im DWC-Modus gedeihen Salate und Blattgemüse, im EF-Modus wird das Wurzelwachstum von Sämlingen, Stecklingen und Jungpflanzen gefördert. Im NFT-Modus schließlich werden die erwachsenen Pflanzen zu üppiger Blütenbildung und Fruchtreifung angeregt. Theoretisch.

Denn wir müssen noch herausfinden, wie sich die im Vergleich zu unserem Gewächshaus veränderten Parameter auf den organischen Zersetzungsprozess und damit auch auf die Qualität der Nahrungsmittel auswirkt. Wir gewährleisten viel Sauerstoff im Wasser, was sich positiv auf die Aktivität der Nitroso-Bakterien, den Stoffwechsel der Fische und das Wachstum der Wurzeln auswirken sollte. Die recht große Wassermenge sollte für einen stabilen pH-Wert sorgen. Die angemessene Zuführung von Fischfutter und Spurenelementen ist allerdings noch unklar. Durch die leichte Bauform wird die verfügbare Oberfläche für die Bakterienkulturen stark verringert. Das beschränkt die Besatzdichte oder Futterquote, denn nun können weniger Ausscheidungen abgebaut werden.

Dieser Herausforderung kann auf zwei Weisen begegnet werden. In der komfortablen (gar veganen?) Weise greifen wir auf biologische Hydrodünger zurück, die passgenau auf die Pflanzenbedürfnisse zugeschnitten sind und betrachten die Fische als Freunde, nicht als Futter. Die aufwändige (gar ökologischere?) Weise fragt nach der Entwicklung einer Filterform, die bei großer Kompaktheit und geringem Pflegeaufwand eine gleichbleibend hohe Nährstoffkonversion, also Besatzdichte, ermöglicht. Wir sind daran interessiert, diese Fragen bis zum Beginn der Gewächshaussaison zu klären. Allerdings gibt es draußen wenig Licht (siehe unten) und kühle Temperaturen.

Wir müssen also in ein isoliertes Gebäude und die Pflanzen elektrisch beleuchten. Wenn ihr uns bei diesem Vorhaben unterstützen wollt, könnt ihr hier schnell und unkompliziert Fördermitglied der Urbanisten werden. Wenn ihr erstmal reden wollt, kommt doch im Laufe des Abends zur Maker Faire ins Dortmunder U. Dann bringen wir auch etwas Licht ins Dunkle.

Die UrbanOase im Interview

Die erste Gartensaison in der UrbanOase ist abgeschlossen und die Planungen für die Kommende sind bereits in vollem Gange. Der Winterschlaf der Flora und Fauna bietet einen guten Anlass, um noch ein mal Inne zu halten und das Jahr 2012 zusammenzufassen. Anika Simon hat das Projekt im Zuge ihrer Abschlussarbeit mit ihrer Kamera begleitet. Herausgekommen ist eine, wie wir finden, sehr schöne kleine Dokumentation über die UrbanOase. Neben vielen bildlichen Impressionen aus dem Projekt erklären die Projektleiter Carlos und Francois im Interview, was den Gemeinschaftsgarten ausmacht und was sie bei ihrem Vorhaben antreibt.

UrbanOase macht Winterpause – Ein kurzer Rückblick

Von Mai bis November konnten wir im Gemeinschaftsgarten UrbanOase mit vielen kleinen und großen Helfern unsere ersten Erfahrungen sammeln. Zahlreiche Gärtnertage, Treffen und Workshops liegen hinter uns und haben uns alle bereichert. Wir haben einiges gelernt über das Leben der Pflanzen, über Kompost, Konservieren, Beerenobst und über fleißige Bienen.

Der Dank der Projektleiter geht an alle motivierten Mitmacher und Workshopleiter, die dem Projekt so viel leben eingehaucht haben. Ihr seid super!

Wo wird es nächstes Jahr hingehen? Es hat sich eine Gruppe an Gärtnern gebildet, die motiviert ist, weiterzumachen. Das Thema Urbanes Gärtnern hat in den letzten Monaten in Dortmund und Umgebung sehr viel Aufmerksamkeit genossen. Uns erreichten zahlreiche Anfragen für ein Interview oder Gespräch von Interessierten, die in ihrem Stadtteil / ihrer Stadt ebenfalls ein solches Projekt gründen möchten. Das ist eine tolle Entwicklung, über die wir uns sehr freuen. Und es zeigt, dass da noch vieles passieren wird. Bis nächstes Jahr!