22. Okt. 2018 | Kunst im öffentlichen Raum, Stadtforschung & -entwicklung
Bereits Anfang des Jahres 2017 entstand in den offenen Bürgergesprächsrunden der Hörder Stadtteilagentur der Wunsch nach einer Aufwertung der – bis dato beschmierten und unansehnlichen – Energieverteilerkästen der Telekom im Burgunderviertel. Daraufhin entschloss sich der Verein Hörde International e.V. unter Regie von Gaby Schulten in Kooperation mit uns Urbanisten ein Konzept zu entwickeln, um sich der Situation anzunehmen.
Im Oktober 2017 wurde dann ein Antrag bei der Bezirksvertretung sowie beim Stadtteilfonds Hörde eingereicht mit Ziel die Kästen in Kooperation mit der Schule am Brücherhof in Hörde zu gestalten und das Vorhaben zu finanzieren. Bereits an der Stelle konnte die Klenke GmbH für das Projekt gewonnen werden, die später den Druck und die Kaschierung kostengünstig übernehmen würden. Es folgten zwei Workshops zur Motiventwicklung sowie ein Entwurfs- und Abstimmungsprozess.
Anfang Oktober 2018 war es dann soweit, die Kästen konnten endlich foliert und gestaltet werden. Die Ergebnisse und den Prozess findet ihr nochmal zusammengefasst in der vorliegenden Projektdokumentation (folgt in Kürze).

Wir bedanken uns bei allen Kooperationspartnern, Unterstützern und ganz besonders bei den Schülern der Schule am Brücherhof für ihren Einsatz sowie den Fördermittelgebern der Bezirksvertretung Hörde und des Stadtteilfonds, die das Projekt durch ihre Fördermittel ermöglicht haben.
Dieses Projekt wurde gefördert von:

22. Okt. 2018 | Urban Gardening & Farming, URBANISTEN, Westgarten
Momentan ist die Gartensaison wegen den goldenen letzten Wochen noch im Gange. Trotzdem merkt man auch, dass sie so langsam ihrem Ende entgegen geht. Die Ernte in der letzten Zeit war ziemlich reichhaltig, vor allem Tomaten und Bohnen gab es jede Menge, dazu jede Woche einige Kürbisse und Zucchinis. Erstmals in diesem Jahr haben wir auf unserem wilden Erdhügel Topinambur angebaut, auch den konnten wir jetzt ernten. Es gab also viel zu verteilen auf unseren samstäglichen Gartentreffen. Einige Beete haben wir schon geräumt um Feldsalat und Kresse zu pflanzen. Feldsalat wächst auch noch bei Temperaturen zwischen 5°-10° und kann mit etwas Glück bis in den Winter geerntet werden. Kresse ist nicht winterhart, wächst aber ziemlich schnell und kann hoffentlich noch vor Kälteeinbruch geerntet werden.
In diesem Jahr haben wir mit Kaffesäcken für den Kartoffelanbau experimentiert. Die Pflanze in den Säcken kann man immer weiter mit Erde anhäufen, so dass die Kartoffeln Platz zum Wachsen haben und viele Früchte ausbilden. Theoretisch eine gute Idee, allerdings nicht mit biologisch abbaubaren Kaffeesäcken aus Jute, die die Erde nicht über die ganze Saison halten konnten. Nach Abbau der Säcke waren nur einige kümmerliche Kartoffeln entstanden. Wer die Methode einmal ausprobieren möchte, sollte wohl auf alte Reissäcke aus Kunststoff zurückgreifen, die Kolleginnen vom Prinzessinnengarten haben damit gute Erfahrungen gemacht. Die Ernte in unseren Hochbeeten war da wesentlich ergiebiger, die Kartoffeln sind sehr lecker geworden.
Ab November startet wieder die Workshopsaison. Alle Workshops sind kostenlos, bei einigen müsst ihr euch allerdings vorher anmelden. Folgt einfach einem der Links zum entsprechenden Workshop, ihr findet das Formular auf der rechten Seite.
Wir machen den Westgarten winterfest!
Insektenhotels für euren Garten oder Balkon
Vogelfutterhaus für euren Garten oder Balkon

16. Okt. 2018 | Kunst im öffentlichen Raum, Stadtforschung & -entwicklung
Als uns vor geraumer Zeit die Anfrage zur Gestaltung einer Fassade im Dortmunder Hafenviertel erreichte, ahnten wir noch nicht was für einen Top-Spot wir dort auf dem Teller serviert bekommen würden. Die Treibstraße 1 kann als nordwestliches Eingangstor zum Dortmunder Hafen, als auch als Hauptroute zum Nordeingang des Dortmunder Hauptbahnhofs und der Dortmunder Nordstadt beschrieben werden.

Nachdem sich die Eigentümergemeinschaft – motiviert durch das Hof- und Fassadenprogramm der Sozialen Stadt – entschieden hatte ihre Außenfassade zu sanieren und im unteren Bereich künstlerisch gestalten zu lassen, wurde an uns herangetreten. Nun ging es zunächst in die Entwurfsphase. Nach der Teilnahme an einem Treffen der Eigentümer-Runde ging Oliver Mark, um einige Ideen und Anregungen reicher, an seinen Schreibtisch. Herausgekommen ist ein Entwurf, der zum einen die Örtlichkeit des Eingang zum Hafen und dessen Wert für die Region darstellt, gleichzeitig aber spielerisch grafische Elemente einbindet, die Information und Gestaltung zu einem künstlerischen Gesamtwerk wachsen lässt.
Dank des goldenen Spätsommers konnten wir in Tag- und Nachtschichten Ende September die Gestaltung umsetzen und sind stolz das ein weiteres unserer Gestaltungsprojekte – an so prädestinierter Stelle – die Stadt schmückt. Wir bedanken uns bei dem Vertrauen der Eigentümergemeinschaft und bei unseren Projektpartnern für ihre Unterstützung und hoffen auf weitere großformatige Projekte.
16. Okt. 2018 | Offene Werkstatt, Upcycling & Do-It-Yourself
Seit mehr als zwei Jahren gibt es die Manufaktur und in dieser Zeit ist diese zu einem unverzichtbarer Teil der Urbanisten geworden. Die ganze Zeit über haben wir weder Kosten noch Mühen gescheut die Werkstatt mit allem auszurüsten, was man für die Umsetzung von Workshops, Angeboten und dem Bauen der eigenen Träumchen so braucht.
Außerdem haben wir eine neue Bandsäge sowie eine Abrichte/ Dickenhobel für unsere Werkstatt angeschafft. Es macht unglaublichen Spaß mit diesen Maschinen zu arbeiten und hebt die Möglichkeiten auf ein ganz neues Level.
Eine Übersicht über unseren aktuellen Maschinenfuhrpark findet ihr übrigens immer hier.
Zwei große Standmaschinen nehmen natürlich einiges an Platz ein und damit es in der Werkstatt nicht zu eng wird nehmen wir das mit dem „Durchbruch“ ganz wörtlich. „Plantastisch„, mit denen wir uns bis jetzt die Manufaktur teilen durften, sind inzwischen über ihre Räumlichkeiten hinausgewachsen und so trennen uns nur noch ein, zwei Schläge mit einem sehr großen Hammer von einer größeren Manufaktur.
So soll’s aussehen:

Die Werkzeug-Wand zum alten Platastisch-Büro soll mit einem Durchbruch versehen werden und die bis jetzt geteilte Manufaktur wieder vereinen. Noch in diesem Jahr soll der Umbau von Statten gehen und uns ca. 30m² zusätzlich Raum bescheren. Genug Platz für große Maschinen, große Werkbänke und große Pläne!
Damit möglichst viele Menschen in den Genuss dieser neuen, großen Werkstatt und all der feinen Maschinen kommen, erweitern wir unser Angebot der Offenen Werkstatt! Zusätzlich zu den Donnerstagen und Samstagen haben wir den Mittwoch Abend für uns entdeckt und öffnen die Manufaktur somit an drei Tagen die Woche.
Alle Termine findet ihr selbstverständlich wie immer hier!
Das Ganze ist für uns ein großer Schritt und eine spannende Zeit. Wir freuen uns euch bei uns zu begrüßen und dieses Holz-Wunderland mit euch zu teilen! Kommt gerne vorbei, alle Infos zur Offenen Werkstatt gibt es hier!
15. Okt. 2018 | URBANISTEN
Die Urbanisten haben zusammen mit dem Union Gewerbehof und dem Fraunhofer Institut UMSICHT im April 2018 am letztmaligen Landeswettbewerb CreateMedia.NRW mit einem Projektvorschlag teilgenommen. Und das mit vollem Erfolg: Unter 46 eingereichten Projekten aus der Kreativwirtschaft gab es für „LUZI“ eine klare Förderempfehlung!
LUZI steht für „Labor für urbane Zukunftsfragen und Innovationen“. In diesem Projekt soll in einem kreativen Umfeld interdisziplinär und empirisch untersucht werden, wie und mit welchen Zielgruppen ein Maker Space oder FabLab nachhaltig wirksam aufgebaut und betrieben werden kann. Über das Projekt hinaus sollen im Kreativ.Quartier Unionviertel Menschen, die in unterschiedlichen Berufen zuhause sind, kooperativ neue Ideen, Produkte und Dienstleistungen entwickeln können.
Im Union Gewerbehof werden dazu Nutzungsmöglichkeiten von Maschinen, Technik, Werkzeugen und Wissen mit Ideen von Unternehmen, Studierenden und Bürgerschaft branchenübergreifend zusammengebracht. Die Werkhalle des Union Gewerbehof dient dabei als Treffpunkt zum gemeinsamen Entwickeln. Organisierter Austausch, Bildungsangebote und Einfach-mal-Ausprobieren im Reallabor befördern spannende Innovationen, so das Credo.
Das Projekt LUZI erforscht, welche Bedingungen es braucht, um neue kreative, soziale, ökologische Ideen in konkrete Unternehmenskonzepte zu überführen sowie Güter und Weiterbildungsthemen kooperativ vor Ort zu erzeugen.
Die Besonderheit des Vorhabens (2019-2022) ergibt sich aus dem gewachsenen Umfeld und Netzwerk der Urbanisten, der Dezentrale des Fraunhofer UMSICHT und des Union Gewerbehofs, in dem unterschiedliche Firmen aus der Kreativwirtschaft mit ihren Büros, Werkstätten und Ateliers ansässig sind.
12. Okt. 2018 | CoProGrün, Urban Gardening & Farming
Im Rahmen unserer Mitarbeit im Forschungsprojekt CoProGrün ergab sich eine Zusammenarbeit Julia Welkoborsky, Organisatorin und Veranstalterin der Dortmunder Marktschwärmer. Die Schwärmerei eignet sich als Beispiel der im Rahmen des Projekts dargestellten Zusammenarbeit von Landwirten und Akteuren der Zivilbevölkerung zur gemeinsamen und nachhaltigen Stadt- und Regionalentwicklung. Die Marktschwärmer treffen sich seit dem 7. Dezember 2017 jeden Donnerstagnachmittag in der Kreuzstraße und sind am 25. Oktober 2018 zu Gast im Union Gewerbehof. Das neuartige Marktkonzept verbindet Landwirte auf direktem Wege mit ihren Endkunden.
So funktioniert das Schwärmen
Interessierte melden sich auf marktschwärmer-dortmund.de https://marktschwaermer.de/de-DE/assemblies/10671 kostenlos und unverbindlich an. Auf der Online-Plattform können die Mitglieder jede Woche aus einem vielfältigen Katalog regionaler Produkte der einzelnen Landwirte auswählen und für die Abholung am nachfolgenden Donnerstag bestellen. Für den Verbraucher entstehen hierbei keinerlei Verpflichtungen. Konkret heißt das, es gibt keinen Mindestbestellwert und auch keine Bestellpflicht. Der Unterschied zum Einkauf im normalen Online-Shop oder Supermarkt ist: die Verbraucher können nicht nur schnell nach Feierabend ihre Lebensmittel abholen, sondern dort auch „Ihre“ Bauern treffen, ihnen Fragen stellen und zudem nette Menschen aus der Nachbarschaft kennenlernen. Erzeuger aus der Region hingegen sparen sich den Umweg über den Einzelhandel, und verkaufen Ihre Ware direkt an den Kunden. Vor Ort findet kein Verkauf statt, es werden nur die bereits bestellten Lebensmittel geliefert. So fährt jeder Landwirt mit leeren Kisten und Körben wieder zurück, es entsteht kein Überschuss.
Im Vordergrund steht der Gemeinschafts-Gedanke
Die Dortmunder Marktschwärmer treffen sich aber nicht nur einmal in der Woche um Lebensmittel abzuholen. Regelmäßig finden gemeinsame Veranstaltungen wie Hofbesuche, Grill- Nachmittage oder Verkostungen statt. Verkostungen bieten Interessierten und bereits angemeldeten Schwärmer die Gelegenheit sich durch das Produktsortiment zu probieren. So kann der Kunde sein Lebensmittel kennenlernen. Gastgeberin Julia meint: „Für viele Menschen ist es sehr wichtig ihre Lebensmittel „live“ zu sehen, bevor sie sie online bestellen.“ Am 25. Oktober 2018 findet eine solche Verkostung von 17 – 18.30 Uhr auf dem Gelände des Union-Gewerbehofs statt. Bei schlechtem Wetter wird in der Kantine geschwärmt.
12. Okt. 2018 | Trash Up! Festival, Upcycling & Do-It-Yourself, Urban Gardening & Farming
Zum dritten Mal findet in Kooperation mit dem Depot Dortmund e.V. das Upcycling-Festival Trashup! statt. Viele spannende Ideen, Projekte, Mitmachaktionen und ein Markt bieten den Besucher die Möglichkeit, die verschiedenen Aspekte des Upcyclings kennenzulernen. Die Besucher sammeln Ideen, den eigenen Umgang mit Müll aufzugreifen, Upcyclingprodukte zu erwerben und mit den Akteuren der Szene in Kontakt zu treten. Filmbeiträge, Vorträge und Diskussionsrunden lassen tiefer eintauchen in verschiedenste Themen des wabernden Begriffs Nachhaltigkeit. In Workshops können die Besucher zu Akteuren werden. Im Vordergrund stehen die Aspekte des Erlebens und der spielerischen Aktion, um sich dem Thema anzunähern!
Hier wird postapokalyptischer Schmuck gefertigt, oder die Frage, „wie passt mein Jahres-Hausmüll in ein Honigglas?“, beantwortet.
Das DEW21 Festival-Café bietet ein feines Speisen- und Getränkeangebot, sorgt für entspannte Atmosphäre und bietet Platz für Austausch und Diskussionen.
Termin:
SA 10.11.2018 von 12 bis 18 Uhr
SO 11.11.2018 von 11 bis 18 Uhr
Eintritt: 5 € / 4 € erm. pro Festivaltag
Festivalticket: 8 € / 6 € erm. beide Tage (nicht übertragbar)
Ort: Halle im Depot
Alle Informationen unter: www.trashup-dortmund.de
Eindrücke aus dem letzten Jahr
Kooperationspartner

Sponsor

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Mit freundlicher Unterstützung durch die

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8. Okt. 2018 | Aquaponik, ProGIreg, Urban Gardening & Farming
Mit der Kick-Off Konferenz in der Alten Schmiede in Dortmund-Huckarde startete letzte Woche das Projekt „productive Green Infrastructure for post-industrial urban regeneration“ (proGIreg). Das vom EU-Programm Horizon 2020 geförderte Projekt soll in sieben europäischen Städten grüne Lösungen für die Nutzung von ausgedienten Industriearealen entwickeln.
Der Dortmunder Oberbürgermeister gab mit seiner Rede den Startschuss für das Projekt „Für die Stadt Dortmund hat die Aufwertung des Emscher-Grünzugs zwischen der Dorstfelder Brücke und der Kokerei Hansa Nord sehr große Bedeutung, einerseits weil der heute isoliert gelegene Grünzug besser in das umgebende Wegenetz eingebunden werden soll, andererseits weil der Bereich in die IGA-Gebietskulisse das Projekt „nordwärts“ und Stadterneuerungsprojekte integriert und somit auch die Gesamtstadt stärken wird“.
Die Urbanisten sind zusammen mit der Stadt Dortmund, der FH Südwestfalen und den Unternehmen Hei-tro GmbH und der Aquaponik Manufaktur für das Living Lab Dortmund zuständig. Auf dem Projektgebiet im Dortmunder Norden soll eine Stadtfarm entstehen – zentraler Bestandteil ist dabei die Aquaponik, also die Verschaltung von einer Teichanlage mit Fischen und einer Pflanzenstrecke im selben wasserbasierten Kreislauf. Das nährstoffreiche Wasser aus der Fischzucht wird so gereinigt und der Fischkot direkt als Dünger für Pflanzen genutzt. Wird eine Aquaponikanlage in einem Gewächshaus genutzt, kann auf geringer Fläche sehr produktive Gemüseproduktion erreicht werden. Sogar belastete Flächen sind dafür geeignet, da die Produktion ohne Bodenkontakt abläuft.
„Es soll keine klinisch-reine Laborlandschaft werden. Der Ansatz ist bewusst Low-Tec, damit die Anlage von Vereinen beziehungsweise den Menschen vor Ort betrieben werden kann und so auch ein Beschäftigungspotenzial geschaffen wird“, erläutert Dr.-Ing. Axel Timpe vom Aachener Lehrstuhl für Landschaftsarchitektur, welcher das Gesamtprojekt koordiniert. Weitere Bausteine des Dortmunder Projektes sind Urban Gardening, Maßnahmen zur Förderung der Insektenvielfalt und der Ausbau der ehemaligen Mülldeponie Deusenberg als Sportanlage mit Solarfeldern.
www.progireg.eu
https://www.facebook.com/proGIreg
Alle Fotos: ICLEI Europe
This project has received funding from the European Union’s Horizon 2020 research and innovation programme under grant agreement no. 776528.The sole responsibility for the content of this publication lies with the authors. It does not necessarily represent the opinion of the European Union. Neither the EASME nor the European Commission are responsible for any use that may be made of the information contained therein.

12. Sep. 2018 | Urban Gardening & Farming, URBANISTEN, Westgarten
Und wieder ist einiges passiert in und um unseren schönen Westgarten. Endlich konnten wir im Workshop die schon lange angefangenen Möbel in der Manufaktur fertigstellen und in den Garten transportieren. Hier laden sie zum verweilen ein, sowohl für unsere Gartengruppe als auch für die NutzerInnen des Heinrich-Schmitz-Bildungszentrums. Der Tisch und die zwei Bänke wurden aus Kiefernholz gefertigt. Möbel aus Holz leisten einen Beitrag zum Klimaschutz indem sie Kohlenstoff langfristig binden. Um das Holz wetterfest zu machen haben wir Öl statt Lack benutzt – Eine wesentlich umweltschonendere Methode, die die natürliche Färbung des Holzes behält.
Derweil ist der Garten nach wie vor am wuchern. Nachdem in der extremen Hitze- und Trockenzeit das Gießen zur täglichen (etwa einstündigen) Pflichtaufgabe gehörte, können wir jetzt wieder mehr Zeit für die Pflege der Pflanzen aufwenden. Und natürlich ist momentan auch die beste Erntezeit! Die Tomaten kommen gut wie nie, die alten Freilandsorten tragen jede Menge Früchte. Es gibt viele Bohnen in grün und lila, auch die Zucchinis wachsen sehr gut, außerdem gibt es die ersten Kürbisse zu bewundern. Alles in allem läuft die Saison sehr gut, trotz der anfänglichen Verluste durch Schnecken. Natürlich bleibt es nicht aus, dass unser Gemüse ab und an auch mal im Mund eines Gartenbesuchers landet. Auch eine Chilipflanze wurde entwendet, es hält sich aber alles in Grenzen und die samstägliche Ernte ist reichhaltig.
Am 9.9 fand das Still-Leben im Dortmunder Kreuzviertel statt. Die Westgarten-Gruppe war zusammen mit den Urbanisten mit einem Tisch vertreten um die Idee des Gemeinschaftsgartens zu bewerben und vielleicht neue Interessierte anzusprechen. Um auch den Gedanken des Klimaschutzes hochzuhalten haben wir uns entschieden Tütchen mit Bienenwiese-Saatgut an die BesucherInnen zu verteilen. Die Aktion war ein voller Erfolg, mehr als 1,5 kg Saatmischung wurde an über 100 Menschen verteilt. Die meisten hatten direkt eine Idee was sie mit den Samen anfangen wollen. Viele interessierten sich auch für die samstäglichen Gartentreffen und wir freuen uns auf neue MitgärtnerInnen.


4. Sep. 2018 | Ehemaliges HSP Gelände, Kunst im öffentlichen Raum, Stadtforschung & -entwicklung
Das Kooperationsprojekt zwischen Urbanisten und Theaterfestival FAVORITEN förderte im Sommer vier künstlerische Recherchen über Vergangenes und mögliche Zukünfte.
Vier Künstler*innen-Gruppen waren zwischen Juni und August für je drei Woche eingeladen, die Geschichte aber auch die utopischen Zukünfte des ehemaligen HSP-Geländes im Dortmunder Unionviertel zu erkunden. Die insgesamt 11 überwiegend aus dem Ruhrgebiet stammenden Künstler*innen lebten und arbeiteten in ihrer Recherchephase jeweils 3 Wochen in der Werkhalle und suchten nach Geschichten von Arbeiter*innen, dem transzendenten Potenzial von Baumwipfeln, der Geschichte des Bodens und möglichen Szenarien nach der Bebauung des Areals.
In Anlehnung an frühere Proteste der Arbeiterinnen wurde von der Gruppe Working Class Daughters ein Protestmarsch organisiert. Der Ghetto-Blaster auf den Schultern der Performerinnen vermittelte dabei die Inhalte deren Recherche: frühere Arbeiterinnen hatten in persönlichen Gesprächen von ihren Erfahrungen berichtet, von der Solidarität, von der Familie, vom Alltag im Betrieb. In anschließenden Podiumsdiskussionen war auch das Publikum zum Mitdiskutieren geladen: Welche dezidiert weiblichen Biografien finden sich in den Archiven der Firma HOESCH? Welches Verhältnis hatten die Arbeiterinnen zur Frauenbewegung? Das wollten Kristina Dreit, Karolina Dreit und Anna Trzpis-McLean aus einer feministischen Perspektive erkunden und vertieften diese Fragen im Anschluss in der Diskussion mit Nuray Demir (freie Künstlerin und Kuratorin), Uta C. Schmidt (Uni Duisburg-Essen) und dem Publikum.
Einen Ausblick auf die Hoffnungen hinter dem Grün wagte die Gruppe Terra Incognita mit Negar Foroughanfar, Dorothee Haller, Christian Berens und Moritz Kotzerke. Gewonnene und verloren gegangene Hoffnungen rund um das HSP-Areal sammelten sie in einer Lost-and-FoundInstallation, die sie mit audiovisuellem Material verwoben. „Nach drei Wochen Arbeiten und Wohnen in und um die Werkhalle herum und dem Sammeln von Eindrücken, Abdrücken, Sperrmüll, Gerüchen und Fiktionen, haben wir eine Insel aufgeschüttet. Mit der Hoffnung, etwas über den Zustand und die Zukunft des Gebietes zu erfahren, wurde auf der Insel ein Forschungslabor errichtet. In einer 45-minütigen live Performance untersuchten wir das Material, um zu begreifen, was es bedeutet und was es vielleicht über Stadtraum als etwas Gestalbares erzählt.“ (Terra Incognita)
Die bildende Künstlerin Vesela Stanoeva und der Musiker Christian Bröer der Gruppe Transzendenter Supranaturalismus verwandelten die Baumkronen auf dem Vorplatz des ehemaligen Hoesch-Verwaltungsgebäudes in ein virtuelles Wunderland und ließen qua Virtual Reality Brille für je eine*n Zuschauer*in rosa Wolken aufsteigen. Der bepflanzte Platz wird in ungewisser Zukunft wohl zum schicken Entrée oder schnöden Parkplatz der hier angedachten Luxus-Hotel-Anlage werden. „Hoesch lebt in den Geschichten, die die Bäume erzählen, weiter…denn der virtuelle Raum ist unkaputtbar…“ (Transzendenter Supranaturalismus)
Die beiden Tänzer und Choreographen David Guy Kono und Antoine Effroy begreifen den jetzigen Zustand des Geländes als eine Zwischenzeit: Zwischen vergangener Stahlindustrie und zukünftiger Siedlung steht der Boden auf diesem Gelände frei. Was wäre, fragen sie aus einer postkolonialen Perspektive, wenn wir den biblischen Befehl „Mach dir die Erde untertan“ ablehnten? In einer genauen Studie der Örtlichkeiten und der Architektur der Werkhalle experimentierten beide in einer szenischen Bearbeitung mit Wasser und Feuer und fanden dabei einen leeren Schmelzofen oder eine Treppe, die zu einer zugemauerten Wand führte. In der anschließenden Diskussion mit Dr. Johanna Schaffer (Professur für Theorie und Praxis der Visuellen Kommunikation an der Kunsthochschule Kassel) bearbeiteten sie die Frage, wer wie erinnert und welches Potenzial noch immer in der umgenutzten Architektur der Werkhalle steckt.
Für die Urbanisten war es spannend zu sehen, welche ortspezifischen Aspekte die eingeladenen Künstler*innen interessieren. „Die Möglichkeiten zur digitalen Gestaltung eines Platzes, die unterschiedlichen Empfindungen bei Neu- und Altbauten, die Kämpfe um Raum und Arbeit im Ruhrgebiet, und die Bedeutung von Boden als nicht vermehrbares Gut, sind Anregungen, die wir in die weitere Arbeit der Neuen Werk Union einfließen lassen.“ Beschreibt Svenja Noltemeyer die gesammelten Erfahrungen. „Auch die Diskussion mit Dr. Hanna Hinrichs (StadtBauKultur NRW), Michael Kranixfeld (Freier Theaterschaffender und Kulturwissenschaftler) und Stefan Gassner (Wem gehört die Kunst?) war sehr anregend: Was kann Kunst in Stadtplanungsprozessen leisten und muss sie das überhaupt?
Am 10.9. sind alle Arbeiten noch einmal im Rahmen des FAVORITEN FESTIVALS zu sehen.