Wir werden 10!

Wir werden 10!

10 Jahre Urbanisten! Das wäre eigentlich ein guter Grund, eine richtig große Party mit all unseren Mitgliedern, Kooperationspartner:innen, Freund:innen und Unterstützer:innen zu feiern. Da uns das in diesem Jahr leider verwehrt bleibt, feiern wir in kleinem Kreis und verschieben die Fete auf das nächste Jahr.

Trotzdem möchten wir den Anlass nutzen, um auf unsere Entwicklung und die vielen tollen Projekte, Aktionen und Veranstaltungen der letzten zehn Jahre zurückzublicken. Wir können es fast selbst kaum glauben, dass aus den Ideen, die ab 2009 vor allem in einer WG im Leierweg entstanden sind, ein großer und etablierter Verein geworden ist, der deutschlandweit aktiv ist. Damals wie heute sind wir unserer Philosophie treu geblieben: Freiräume neu entdecken, Lebensräume lokal gestalten und Kulturräume gemeinsam beleben. Im folgenden möchten wir mit euch auf eine kurze Reise durch die Urbanisten-Historie gehen.

2010

Gegründet wurde der Verein von 10 Menschen im Jahr 2010. Es folgten viele Teamtreffen, das Corporate Design mit unserem Logo wurde erdacht und wir sind auf Spurensuche ins Dortmunder Unionviertel gegangen, wo wir noch heute beheimatet sind. Die ersten Urbanisten-Aufkleber wurden natürlich gleich großflächig verteilt und auch im Dortmunder Nachtleben an die Menschen gebracht.

2011

Bevor die ersten Aktionen 2011 gestartet haben, wurde unsere Internetseite aufgebaut und eine Facebookseite erstellt. Unser erstes Projekt überhaupt war die kreative Gestaltung von Strom- und Verteilerkästen unter dem Titel „Energieverteiler“. Dafür haben wir Prototypen aus Holz im Hinterhof unserer WG gebaut und bei der „Oase in Beton“ erstmals gemeinsam mit Stadtbewohner*innen künstlerisch gestaltet.

Zum Mitmachen haben wir eingeladen beim Münsterstraßenfest in Dortmund und dem Natur-Festival in Bochum, um anschließend mit der Gestaltung echter Stromkästen im Unionviertel zu beginnen. Es folgten Stadtteilführungen und Ausstellungen im Blauen Haus und in der Werkhalle am Union Gewerbehof, um Künstler*innen und Nachbarschaft zu vernetzen. Unseren ersten Graffiti-Workshop gaben wir für Kids in Gelsenkirchen an der Trendsportanlage Consol und haben mit Jugendlichen das Projekt „Jugend checkt Leerstand“ durchgeführt

2012

Neue engagierte Menschen, darunter viele Raumplaner:innen sind 2012 zu uns dazu gestoßen und haben neue Perspektiven und Blickwinkel in den Verein getragen. Highlight des Jahres war der Umzug des Vereins aus der WG in ein das Ladenlokal in der Rheinischen Straße in Dortmund und der Aufbau eines urbanen Gartens zusammen mit der direkten Nachbarschaft. Weitere Energieverteiler wurden im Viertel künstlerisch gestaltet, die Methodenbox „Coloria-Stadtexpedition für kreativer Forscher“ erarbeitet und unsere Ideen im Dortmunder U ausgestellt. Pressetermine und Interviews waren damals noch sehr neu und aufregend und haben die Herzen jedes Mal schneller schlagen lassen.

2013

Ab 2013 ging es richtig ab. Wir brachten zwei neue Homepages an den Start: Zusammen mit dem Hamburger Gängeviertel wurde der „Leerstandsmelder“ nach Dortmund geholt und wir haben die Netzwerkplattform „Urbane Oasen“ ins Leben gerufen. Unser erstes Aquaponikgewächshaus wurde am Union Gewerbehof in Betrieb genommen und wir haben den Bürgergarten „Kleine Heroldwiese“ sowie den 3-Bäume-Park im Unionviertel bei der Gründung unterstützt. Mit einer großen Graffitiaktionen haben wir die Herbstakademie am Dortmunder Schauspielhaus bereichert und Kindern den Umgang mit der Sprühdose beim Projekt „Nordstrom“ zusammen mit der Stadtteilschule gezeigt. Unser Büro bekam endlich eine professionelle Beschilderung, unser Hinterhof nahmlangsam Gestalt an und wir konnten auf unserem ersten Lastenfahrrad durchs Viertel flitzen. In unserer ersten Zukunftswerkstatt wurde im Team über Potenziale für ein lebenswertes Quartier diskutiert und Stadtteilhonig abgefüllt.

2014

Passend zum Frühling starteten wir 2014 mit unserer ersten Pflanzentauschbörse am Union Gewerbehof. In den Hinterhof unseres Büros haben wir eine schmucke Sitzecke gezaubert, um mit dem größer werden Urbanisten-Team auch unter freiem Himmel neue Projekte zu planen. Den Vorplatz des Schauspielhauses Dortmund haben wir mit engagierten Menschen beim NRW-Theatertreffen komplett verwandelt und beim Projekt „MachBunt“ einen ganzen Spielplatz zusammen mit der Nachbarschaft kreativ umgestaltet. Weiter ging es mit unserer Teilnahme an der Extraschicht in Dinslaken, einem Energieverteiler-Projekt im Althoffblock zusammen mit DEW21, Telekom und der Deutschen Post sowie einem Graffiti-Battle mit dem JKC des Jugendamtes Dortmund im Unionviertel.

2015

2015 starteten wir gleich mit einer ganzen Reihe cooler Bauprojekte, bei denen handwerkliches und fachliches Knowhow verbunden wurde. Unser Aquaponik-Gewächshaus am Union Gewerbehof bekam ein Update, wurde besser, größer und raffinierter und wir bauten die ersten mobilen Aquaponik-Systeme z.B. für das „Innovative Citizen Festival“ im Dortmunder U. Zum Thema Upcycling gaben wir erstmals Workshops beim „Save the World Festival“ in Bonn und bauten für das Kreativquartier in Essen bewegliche Stadtmöbel aus Einwegpaletten für das Projekt „ArtSpace“.

Weiter ging es mit der Gestaltung unseres Büros an der Rheinischen Straße. Die Außenfassade bekam vorne einen schwarzen und hinten einen gelben Anstrich. Bunt wurden weitere Strom- und Verteilerkästen gemeinsam mit Jugendlichen aus der Gemeinde St. Bartholomäus in Dorstfeld. Als Anerkennung für unsere Arbeit bekamen wir im Dortmunder Rathaus den ersten Preis „Soziale Stadt“ der PSD-Bank.

2016

Die künstlerische Gestaltung von Pumphäusern der Emschergenossenschaft eröffnete 2016 eine spannende Zusammenarbeit, auch die S-Bahn-Haltestelle Dortmund West bekam in diesem Jahr einen kreativen Anstrich. Für den Sommer am Dortmunder U haben wir die Gestaltung des Vorplatzes erarbeitet, für das Dortmunder Unionviertel entwickelten wir unser erstes Urban Game „Streetart-Bingo“.

Frisch geboren wurde 2016 auch unsere „Urbanisten-Manufaktur“ am Union Gewerbehof. Mit einer Förderung durch die „Anstiftung“ und die Bezirksvertretung Innenstadt-West konnten wir nach einer Ausstellung im Rahmen der „Emscherkunst“ unsere heutigen Räumlichkeiten beziehen und einrichten. Wir entwickelten mit der neuen Ausstattung spannende Bildungsangebote zu Upcycling & DIY und eröffneten die Offene Werkstatt.

Dieses erfolgreiche Jahr durften wir mit einem weiteren Highlight beenden. In Zusammenarbeit mit dem Kulturort Depot Dortmund erdachten wir das Festival-Format „TrashUp!“, das Upcycling-Künstler aus ganz Deutschland nach Dortmund holte und die Besucher mit Workshops, Lesungen, Podiums-Talks und Kinofilmen über die Themenkomplexe Müllvermeidung, Ressourcenschutz und kreative Abfallnutzung informierte und zum mitmachen einlud.

2017

Passend zum Start der Gartensession gründete sich 2017 der Westgarten im Dortmunder Unionviertel und lud die lokale Bevölkerung zum Mitmachen ein. Künstlerisch gestaltet wurde die Brücke der S-Bahn-Haltestelle Dortmund-West, durch eine Förderung der Bezirksvertretung innenstadt-West. Im Rahmen des Forschungsprojektes „urbane produktion.ruhr“ bezogen wir gemeinsam mit den Forschungsinstitutionen IAT und InWis die entweihte Lutherkirche in Bochum Langendreer und erschufen dort das LutherLab.

Der Ausbau unserer Urbanisten-Manufaktur nahm weiter Gestalt an und wurde immer professioneller. Wir bauten mobile Skaterampen mit der Dortmunder Skateboardinitiative für den Vorplatz vom Dortmunder U und organisierten das Projekt „CreateYourSkateplaza“. Weiter gings mit einem Themenzelt auf dem Campfire-Festival, das vom Recherchezentrum „Correctiv“ erstmals auf dem Campus der TU-Dortmund organisiert wurde. Die tolle Zusammenarbeit führte außerdem dazu, dass wir den neuen Buchladen und Geschäftssitz von Correctiv in Essen im Rahmen eines Workshops mit Upcycling-Möbeln gestalten durften. Mit den Erfahrungen aus dem Vorjahr wurde das „TrashUp!-Festival“ um neue Veranstaltungsformate erweitert und lockte in Kooperation mit DEW21 noch mehr Besucher zum Kulturort Depot.

2018

Das „YouDo-Festival“ eröffnete das Jahr 2018 und zeigte spannende Einblicke in Produktionsstätten von Kreativen aus dem Dortmunder Unionviertel. Außerdem ging der Westgarten in seine zweite Gartensession. Im Aktionsfeld Kunst im öffentlichen Raum wurden die Produktionen und kooperativen Gestaltungen immer größer, es entstanden Kunstwerke z.B. am Künstlerhaus, an der Gabionenwand an der B56 und an einem Privathaus in Westerfile zum Thema „Straße der Kinderrechte“. Do-it-yourself Projekte realisierten wir mit dem Gymnasium Überruhr, zusammen mit den Schüler:innen erschufen wir dort ein grünes Klassenzimmer und bauten den Außenbereich der Jugendfreizeitstätte „Palme7“ um.

2019

Das Forschungsprojekt „LUZI –Labor für urbane Zukunftsfragen und Innovation“ startete 2019 im Dortmunder Unionviertel zusammen mit der „Dezentrale“ von Frauenhofer-UMSICHT und dem UnionGewerbehof. Gemeinsam werden Potenziale und Möglichkeitsräume für nachhaltiges Handeln an Orten des Selbermachens erkundet. Ein urbaner Waldgarten wurde gemeinsam mit der Gemeinde St. Urbanus aufgebaut und die Gruppe des Westgartens entwickelte Möbel in unserer Manufaktur. In Bochum Wattenscheid wurde aus einem leerstehenden Ladenlokal das „WatCraft“, ein Begegnungs-und Kulturort für alle lokalen Bewohner*innen und eine Hausfassade in der Hydenstraße in Dortmund wurde künstlerisch gestaltet.

Zum evangelischen Kirchtag erschufen wir ein echtes Flaggschiff: die Arche 2.0. Gemeinsam mit den Besucher*innen wurde erst der Rumpf verkleidet und Bug und Heck bepflanzt. Anschließend durften wir die Arche dem „Haus der Vielfalt“schenken, wo sie seitdem gepflegt und gehegt wird. Außerdem wurde die Urbanisten-Manufaktur um einen Raum erweitert und das TrashUp-Festival in einem „Rethinking“ neu gedacht und konzipiert. Ein Lastenfahrrad als echter Schwertransporter bereichert unseren Fuhrpark durch eine Förderung von „Nordwärts“ und bringt uns seitdem elektrifiziert durch die Stadt. Besonders haben wir uns über den Günther-Gregg Preis zum Thema Hydrokultur gefreut.

2020

Angekommen im Jahr 2020 freuen wir uns natürlich wie Bolle über unser zehnjähriges Bestehen. Wie viele andere Initiativen stehen wir jedoch vor großen Herausforderungen und müssen in der aktuellen Situation improvisieren und neu Denken. So haben wir angefangen einige unserer Angebote digitaler zu gestalten. Mit dem Projekt „FutureClub“ sollten für Kinder und Jugendliche aus Dortmund-West eigentlich kreative und handwerkliche Workshop-Angebote geschaffen werden. Da dies zurzeit nur eingeschränkt möglich ist, haben wir verschiedene Onlineangebote erstellt. Außerdem haben wir „bunterbeton“ ins Leben gerufen, der Podcast soll als Wissensquelle und Plattform für kulturelle Stadtentwicklung dienen. Dafür sind wir aktuell in ganz Deutschland unterwegs, um euch spannende Initiativen vorzustellen, die in irgendeiner Weise die Welt zu einem besseren Ort machen wollen.

Wir haben mal wieder ein neues Urban Game entwickelt, diesmal in Wuppertal: „Klassenkampf –Wem gehört die Stadt?!“. Im Auftrag der Stadtbibliothek Wuppertal haben wir für das Jubiläumsjahr Engels2020. Große Freude gab es ,als wir als einer von fünf Creative.Spaces 2020 ausgezeichnet wurden. Das Kompetenzzentrum Kreativwirtschaft des Landes NRW unterstützt damit das Engagement der Netzwerke in ihren Regionen. Um das Wissen um die Vorteile der Aquaponik zu verbreiten, haben wir gemeinsam mit Schüler*innen der Gustav-Heinemann-Gesamtschule und des Westfalenkollegs jeweils ein Aquaponik-System gebaut. Dieses steht jetzt als Lernobjekt in den Schulen und wird dort gehegt und gepflegt. Um mehr Grün in die Städte zu bringen durften wir außerdem zusammen mit dem „Fachgeschäft für Stadtwandel“ ein Parklet bauen, welches dann im Essener Stadtteil Holsterhausen aufgestellt wurde.

Ein langer Weg

Seit unserer Vereinsgründung 2010 haben wir uns nicht nur inhaltlich, sondern auch räumlich weiterentwickelt und sind aus der studentischen WG herausgewachsen. Und obwohl unser Standort im Unionviertel ist und im Büro alle Fäden zusammenlaufen, sind wir weit über das Viertel und Dortmund hinaus aktiv. Wir beleben Leerstände in Bochum, haben ein kleines Büro in Hamburg, machen Projekte in vielen anderen Städten, und verbreiten unsere Ideen in Vorträgen oder auf Konferenzen. Unsere Vision von einer Stadtgesellschaft, in der die Bewohnerinnen und Bewohner ihr Lebensumfeld kreativ und eigenverantwortlich gestalten, zieht ihre Kreise. Und wir sind noch lange nicht am Ende: Wir möchten weiterhin neue Menschen und Perspektiven mit an Bord holen, neue Projekte realisieren und zusammen mit euch an der nachhaltigen Stadt der Zukunft arbeiten.

 

bunterbeton – Der Urbanisten Podcast geht an den Start!

bunterbeton ist Podcast, Netzwerk und Wissensquelle zugleich

Eine Stadt ist immer nur so lebendig wie die Menschen, die in ihr leben und sie gestalten. Mit bunterbeton begeben wir uns – zusammen mit euch – auf die Suche nach den Menschen und Initiativen, die unsere städtischen Lebenswelten durch kulturelle und kollektive Gestaltungsprozesse lebhafter, bunter und nachhaltiger machen. Ziel dieses Projekts ist es, ein Netzwerk Kulturschaffender und kulturell Interessierter im digitalen Raum zu schaffen, um Initiativen eine Bühne zu bieten und so Interessierten den Zugang zu kultureller Teilhabe zu erleichtern. Wir möchten die Bereiche Stadt, Kultur, Kreativwirtschaft und Zukunft zusammenbringen, Kooperationen entwickeln und den Austausch von Erfahrungen bestärken.

Im Gespräch mit Vertreter*innen verschiedener Kulturinitiativen aus dem deutschsprachigen Raum möchten wir erfahren, woran gearbeitet wird, was die Beweggründe hinter kultureller Arbeit sind, welche Ziele verfolgt werden, wie sich die Initiativen organisieren und vieles mehr. Die Erkenntnisse aus den Gesprächen sollen dazu beitragen, Wissen um Kulturarbeit zu verbreiten und Zuhörer*innen dazu zu befähigen, selbst aktiv zu werden. Der Podcast ist sowohl auf Spotify als auch auf unserer eigenen Website zu hören. Dort befindet sich zudem ein Wiki mit den wichtigsten Erkenntnissen aus den Gesprächen.

Da man ja bekanntlich mit großen Plänen immer bei sich selbst anfangen sollte, haben wir uns kurzerhand selbst eigeladen für die erste Podcast Episode. Zusammen mit Jan Bunse und Svenja Noltemeyer haben wir uns die Frage gestellt: Wie wird eine WG-Küchen-Idee zur etablierten Kulturinitiative? Wir sprechen aber auch über die Arbeit in einer Kulturinitiative, über die Rechtsform des gemeinnützigen Vereins, über die Vernetzung kreativer Persönlichkeiten und noch vieles mehr – aber hört am besten einfach selbst!

Und wenn euer Interesse jetzt geweckt ist, folgt uns gerne auf Instagram (@bunterbeton_), um immer auf dem Laufenden gehalten zu werden.

 

Urban Game „Klassenkampf – Wem gehört die Stadt?!“ in Wuppertal

Ein Neues Urban Game auf den Spuren Friedrich Engels

Wir haben mal wieder ein neues Urban Game entwickelt, diesmal in Wuppertal: „Klassenkampf – Wem gehört die Stadt?!“ Im Auftrag der Stadtbibliothek Wuppertal haben wir die einmalige Gelegenheit bekommen, im Rahmen des Jubiläumsjahres Engels2020 ein Urban Game zu entwickeln, um die Ideen des politischen Denkers, Sozialrevolutionärs und Mitbegründer des Kommunismus erfahrbar zu machen. Das Urban Game „Klassenkampf“ ist unser bisher komplexestes und längstes Urban Game und das erste, das komplett ohne externe Anleitung funktioniert.

Das Spiel hat mehrere Runden und orientiert sich im Aufbau an der Theorie des Historischen Materialismus: Die Spielenden spielen erst in kleinen Teams gegeneinander, quasi in der Stammesgesellschaft, und entwickeln sich mit wachsendem Vermögen zur Arbeitenden Klasse oder zur besitzenden Klasse, der Bourgeoisie. Während die kleinen Grüppchen noch ohne Technologie auf den Spuren der historischen Textilindustrie in Wuppertal versuchen, Güterchips vorteilhaft zu handeln und einen Wissensvorsprung zu erringen, versuchen die beiden großen Klassen, dann im Kapitalismus, den ganzen städtischen Raum Wuppertal-Elberfelds für sich zu erobern. Dafür müssen viele verschiedene Aufgaben erledigt werden, die die Spielenden auf die Spuren des historischen Friedrich Engels in Wuppertal führen, von Barrikadenkämpfen, Textil-Streiks und Aufständen erzählen aber auch auf moderne Soziale Bewegungen und aktuelle Diskurse hinweisen, von Erinnerungskultur über Antisexismus bis hin zu Urban Gardening.

So komplex und anspruchsvoll die Vielzahl der Themen, die in dem Urban Game „Klassenkampf“ anklingen, so spannend und fesselnd ist das Gameplay. Es muss auf Strategie, Kommunikation und den Standort geachtet werden, gute Arbeitsteilung und Teamwork sind wichtig um möglichst viele der insgesamt 67 Felder des Spielfelds einzunehmen. Die Aufgaben sind teilweise interaktiv, erfordern fast immer aufmerksame Augen und manchmal schnelle Beine, es gibt Rätsel zu lösen und Gegner*innen zu verfolgen, GPS-Koordinaten zu finden, Passant*innen zu rekrutieren, Barrikaden zu bauen und sogar eine Demonstration zu starten.

Das Spiel braucht keine Spielleitung, durch das ganze Urban Game führt eine Broschüre, in der neben den Spielregeln, Anweisungen und Spielfeldern auch QR-Codes zu finden sind, die zu kurzen Hörspiel-Episoden führen, die die Spielenden in das Wuppertal des jungen Friedrich Engels begleiten. Die Spielenden kommunzieren über eine gemeinsame Chatgruppe.

Das Spielmaterial kann kostenlos bei der Stadtbibliothek Wuppertal ausgeliehen werden, ist mit Begleitung Erwachsener ab 12 Jahren spielbar und dauert bis zu 4 Stunden. Smartphones und eventuell Stifte werden zusätzlich benötigt. Das Urban Game wurde entwickelt von Daniel Parlow und David Kory, das Grafikdesign ist von Stephanie Schotte von tamioe.

Skate Plaza Projekt mit T-Shirt Kauf unterstützen

Sie sind fertig, die „Create Your Skateplaza“ T-Shirts!  Eine gute Botschaft für alle Teilnehmer und Interessierte des Skateprojektes sowie der Skateboardschule. Das  Skateprojekt gibt es mittlerweile seit drei Jahren und ist mittlerweile fester Bestandteil des Stadtbildes. Die Projektkooperationspartner der Urbanisten sind die Skateboard-Initiative Dortmund e.V., das Büro für Kinder- und Jugendinteressen des Jugendamtes und das Dortmunder U.

Im Rahmen des Create Your Skate Plaza Projekts wurden dieses Jahr auch T-Shirts entworfen. Diese gibt es in schwarzer und in weißer Ausführung. Die T-Shirts wurden selbst bedruckt. #handmade

Die Größenauswahl reicht von S bis XL. Jedoch sind auf Grund der großen Nachfrage einige Größen schon fast vergriffen. Also ranhalten Leute, wenn ihr Interesse habt! Die Investition von 10€ pro T-Shirt lohnt sich. Die Qualität der Shirts ist hochwertig und der Erlös kommt dem Skate-Projekt zugute.

Eure Unterstützung ist uns und den Teilnehmern des Projekts wichtig. Wir freuen uns über jeden, der uns mit einem Kauf unterstütz! Dafür bekommt ihr ja auch ein stylisches T-Shirt zurück. Die Auswahl an verschiedenen Prints soll demnächst noch ausgeweitet werden.

Zukünftig soll es auch Urbanisten T-Shirts geben. Seid also gespannt auf noch weitere selbst designte und bedruckte Ausführungen des #Quartiersshirt. Die aktuellen Modelle sind bei TITUS in Dortmund, in der Skathalle Keuninghaus und im Urbansten Büro zu kaufen. Wir halten euch über die Entwicklungen auf dem Laufenden und vergesst nicht, euch bei Interesse jetzt noch ein T-Shirt zu sichern.

 

Create your Skateplaza am Dortmunder U – Ein Rückblick

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Unser Projekt Create your Skateplaza hat in diesem Sommer den Vorplatz des Dortmunder U’s erfolgreich zu einem urbanen Treffpunkt für die gesamte Dortmunder Skateszene gemacht. Zusammen mit vielen Teilnehmern aus dem Quartier sowie aus Dortmund und Umgebung errichteten wir skatebare Kunstobjekte und gestalteten diese dann gemeinsam mit Farbe, Pinseln und Sprühdosen. Auf den fertigen Rampen wurde dann im Rahmen der Veranstaltung „Sommer am U“ an zwei Terminen geskatet, zum krönenden Abschluss gab es einen Skate-Contest.

Der Contest lief parallel zur HipHop-Jam, somit schallte im Hintergrund tolle Livemusik, die gut zum Skaten passte. Zahlreiche Besucher beider Veranstaltungen schauten den Skatern begeistert zu. Der Skatecontest bestand aus zwei Disziplinen: Zum einen der „Best Line“ Contest, bei dem die Skater möglichst viele Tricks  hintereinander stehen mussten. Zum Anderen der „Best Trick“ Contest, bei dem die Skater an zwei ausgewählten Skateobjekten den schwierigsten und besten Trick stehen sollten.

Der Gewinner des „Best Line“ Contests war Dennis Klepping der mit den schönsten und meisten Tricks hintereinander punkten konnte. Den „Best Trick“ Contest konnte Timo Meiselbach mit einem Frontside-three-sixty Ollie aus dem Kicker bis ins Flat für sich entscheiden. Insgesamt nahmen elf Skater am Wettbewerb teil. Die beiden Erstplatzierten gewannen tolle Sachpreise, aber auch die danach folgenden Plätze nahmen einige Preise mit nach Hause. Die Preise wurden freundlicherweise von „SPOT“ aus Bochum  sowie „Bean-Skateboards“ aus Essen bereitgestellt.

Insgesamt war die Veranstaltung ein voller Erfolg. Skater und Zuschauer waren sehr begeistert von der Veranstaltung und wünschten sich zukünftig mehr davon.

Nachtrag: Graffiti Battle 2014 & Siegerehrung

Liebe Stadtgestalter & Freunde der Farben,

etwas verspätet werden hiermit die Gewinner des diesjährigen Graffiti Battle bekannt gegeben.

Wir haben die zwei Tage mit Euch auf der Langen Straße sehr genossen und sind von den Ergebnissen mehr als begeistert! Was alles so passieren kann, wenn man  jungen Menschen eine graue Mauer für zwei Tage zur Verfügung stellt…

Viel Spaß mit der Bildergalerie! Schöner ist sie natürlich live …

https://dieurbanisten.de/projekte/graffiti-battle/graffiti-battle-2014/

160 Meter Mauer – Graffiti Battle 2014

Mauer an der S-Bahn Dortmund West bereits weiß grundiert von den Jugendlichen der Außerbetriebliche Ausbildungsstätte Handwerkskammer Dortmund

Der Graffiti Battle 2014 steht in den Startlöchern: Auch in diesem Jahr werden 30 junge Menschen ihr gestalterisches Können an der Sprühdose beweisen und den Stadtraum verändern. Im Vergleich zum letzten Jahr stehen diese vor der Herausforderung 160 Meter (!!!) Mauer farblich zu gestalten.

Der diesjährige Ort des Geschehens liegt an der Langen Straße/Ecke Kuithanstraße entlang der S-Bahn Dortmund West. Der Battle wird am Freitag (12.09.2014) von 16.00-20.00 Uhr und Samstag (13.09.2014) von 14.00-20.00 Uhr ausgetragen. Die Prämierung der Ergebnisse erfolgt am Samstag ab 20.00 Uhr.

Den Teilnehmenden wünschen wie viel Erfolg und ein kreatives Händchen !! Schließlich gibt es einiges zu Gewinnen:

1. Preis: 350 Euro Einkaufsgutschein für „The HangOut“
2. Preis: 100 Euro Einkaufsgutschein für „The HangOut“
3. Preis: 50 Euro Einkaufsgutschein für „The HangOut“

Wir freuen uns auf die Aktion, die Ergebnisse und schöne Gespräche! Alle Gestaltungs-Liebhaber und Interessierten laden wir herzlich ein, uns an der Mauer zu treffen und ins Gespräch zu kommen.

Der Graffiti Battle ist ein Kooperationsprojekt zwischen dem Jugend-& Kulturcafé (JKC), die Urbanisten e.V. und The HangOut. In diesem Jahr dürfen wir außerdem unsere Kooperationspartner Außerbetriebliche Ausbildungsstätte Handwerkskammer Dortmund GmbH und den Graffiti-Verein Dortmund begrüßen.

Weitere Informationen und die Ergebnisse vom letzten Jahr findet ihr hier: https://dieurbanisten.de/projekte/graffiti-battle/graffiti-battle-2014/

Die Ergebnisse vom Graffiti Battle 2013 findet ihr hier:https://dieurbanisten.de/projekte/graffiti-battle/hinter-der-bruecke/

Dokumentation vom Projekt Energieverteiler im Althoffblock

Nach dem unser Reinigungs-Team am Donnerstag und Freitag die Objekte von Moos, Aufklebern, Tags und Dreck befreit hatten, ging es für die Künstler am Samstag dem 28.07. um 10.00 Uhr im Nachbarschaftstreff der Caritas an der Kuithanstraße los. Im großen Materiallager konnten sich die Teilnehmer mit allem ausstatten wonach das Herz begehrt (Malerfließ, Eimer für dreckiges und sauberes Wasser, Krepp, Abdeckplane, Handschuhen, Pinsel, Farbrollen, Lackfarben, Mischbehälter, Sprühdosen, Cap´s, Maler-Overalls, Scheren, Tische, Bänke, Getränke und später auch leckere Pizza).

So sah es vorher aus:

Als Highlight wurde der Start der künstlerischen Umgestaltung von einem Kamera-Team des WDR Studios Dortmund begleitet und dabei Interviews mit Anwohnern und Teilnemern gemacht. Nachdem sich die Aufregung durch den WDR etwas gelegt hatte, konzentrierten sich die Kreativen ganz auf ihre Objekte und es wurde die nächsten 4 Stunden fleißig gemalt und gesprüht….bis der Regen kam.

Der Nachbarschaftstreff bot für alle Interessierten in der Steubenstraße eine Mitmach-Aktion an, bei der Jeder seine eigene Hand farbig auf einen Energieverteiler drücken konnte und die Kita Sonnensprosse ließ ein Kunstwerk aus der Einrichtung durch die Firma Klenke folieren.

Der Physiotherapeut und Künstler vom Massage-Ateliers Mo gestaltete mit Unterstützung von Kindern aus dem Quartier ein großes Objekt mit einer weißen Taube. Direkt gegenüber vom griechischen Restaurant „Zur Sonne“ kann der Fortschritt begutachtet werden.

An der Roseggerstraße wurde ein Energieverteiler von Müttern und Kindern aus dem Althoffblock mit Seifenblasen verziert und Schablonen-Künstler Benjamin Gunia (aka TeraOne) hat ein Objekt mit einem Zebra im farbigen Großstadtdschungel gesprüht.

Karen Schüssler, eine Mitarbeiterin des Spar- und Bauvereins eG Dortmund brachte auf einem schwarz/gelben Postkasten den Schriftzug „Wohnen. leben. Da sein.“ auf und Teilnehmer des Werkhofs beschäftigte sich, unter Anleitung von Malermeister Alex Schepp, kreativ mit dem Thema Kunst am Bau.

Die Quartiers-Bewohner Stephanie und Marc haben einen Energieverteiler in zwei Roboter verwandelt und außerdem ein klitzekleines Gänseblümchen ganz groß erscheinen lassen. Der mittlerweile in Berlin lebende Grafikdesigner Sven Markert ließ ein Objekt als eine übergroße Cornflakes Packung folieren, bei der das Motiv den sarkastischen Witz unsere völlig verrückten, bunten und sympathischen Welt des Konsums und der Popkultur aufzeigt.

Insgesamt war die Aktion ein voller Erfolg, bei der viele Akteure aus dem dem Althofflock aktiviert werden konnten. Weitere Ideen sind bereits von Anwohnern vorgeschlagen worden und wir sind gespannt was noch so alles im Althoffblock passiert.

Unser besonderer Dank gilt:

Karen Schüssler vom Spar- und Bauverein eG Dortmund, Mo vom Massag-Atelier, Denise, Stephanie & Marc, Teaone & Friends, Gerlind Dominick & dem Nachbarschaftstreff, den Mitarbeitern der Kita Sonnensprosse, Alex Schepp, Dagmar Bremer und Sven Markert für die kreativen Ideen, Herr Schütze für die Fotos, Blacky & Jörg Reinkendorf für die Folierung, Martin Lukassen für die Material-Beratung,

Mit freundlicher Unterstützung von:

Jetzt Bewerben für Energieverteiler im Althoffblock

Wir suchen engagierte BewohnerInnen im Quartier (rund um den Althoffblock in Dortmund), die gemeinsam mit uns graue Strom- und Verteilerkästen in Kunstwerke verwandeln. Die Aktion „Gestalte Dein Quartier“ ist eine Kooperation von Spar- und Bauverein eG Dortmund und Urbanisten e.V. Bewerben können sich Künstler, kreative Kinder, Jugendliche, Erwachsene, Senioren, Kindergärten, Schulen und Jugendtreffs, soziale und kulturelle  Einrichtungen.

JETZT BEWERBEN! Bewirb dich bis zum 12. Juni 2014 für einen eigenen Energieverteiler!

Bewerbungsbogen für Energieverteiler_im_Althoffblock_2014 hier herunterladen!!!

Institut UrbanArt – Herbstakademie 2013 im Schauspielhaus Dortmund

„Wir werden reich sein“ – Kunst im öffentlichen Raum, Graffiti, Streetart, Architektur, Illumination, Urban Gardening, Fotografie, Guerilla Sticken, Flashmobs. Die Vorbereitungen zur Herbstakademie laufen auf Hochtouren und wir freuen uns auf die kreativen Mitstreiter! Los geht´s am Montag – einmal quer durch die Vielfalt der URBAN ART  und  in eine kreative Auseinandersetzung mit Themen wie z.B. Globalisierung, Arm und Reich, öffentlicher Raum und lokale Mitbestimmung. Wer die Ergebnisse dieser spannenden Entdeckungstour erleben will, kann uns am kommenden Freitag bei der Ausstellung im Dortmunder Schauspielhaus besuchen kommen.

Wir freuen uns schon auf EUCH!

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Energieverteiler – Kunst im öffentlichen Raum!

Energieverteiler – eine Plattform für alle kreativen Stadtbewohner

Strom- und Verteilerkästen befinden sich beinahe in jeder Straße und werden trotzdem von vielen Menschen kaum wahrgenommen. Oft erfüllen sie nur technische Notwendigkeiten, werden als Werbeflächen genutzt oder wirken als Magnet für Vandalismus. In vielen Städten haben Menschen begonnen, diese Objekte mit Aufklebern zu versehen, mit Stiften und Dosen zu beschreiben oder in bunte Kunstwerke zu verwandeln. Die Motive und Gestaltungen haben alle eine ganz eigene Geschichte und tragen ihren kleinen Teil zum Erscheinungsbild der Stadt bei.

Das Projekt Energieverteiler wurde im November 2011 ins Leben gerufen. Es unterstützt die Gestaltung von grauen Steuerungs- und Verteilerkästen und fördert bürgerschaftliches Engagement, kreative Bildung und lokale Mitgestaltungsmöglichkeiten im öffentlichen Raum. Außerdem dokumentiert Energieverteiler all jene verstreuten Objekte, die es in vielen Städten bereits gibt und sammelt Informationen zu Gestaltungsaktionen, Beteiligten und Förderpartnern. Die Urbanisten haben in diesem Zusammenhang in den letzten zwei Jahre verschiedenste Aktionen, pädagogische Workshops, Expeditionen und Ausstellungen durchgeführt, viele Menschen an der Gestaltung ihrer Stadt beteiligt und alle Ergebnisse umfangreich dokumentiert.

Ab Heute präsentieren wir euch voller Stolz die neue Plattform für bunte Steuerungs- und Verteilerkästen! Entdeckt das wachsende Dokumentationsarchiv und helft dabei die Geschichten, Bilder und Videos von Energieverteilern in eurer Nähe zu sammeln – Wir freuen uns auf euren Besuch!