Erlebnisraum Lippe | Ein neues Wandbild für Lünen

Wir haben gemeinsam mit Oliver Mark in Kooperation mit dem Lippe-Verband und der Stadt Lünen ein  Wandbild in der Innenstadt Lünens gestaltet. Anlässlich der Einweihung des neuen Pegelhäuschens am 01.12.2017 kam der Wunsch nach einer neuen frischen Gestaltung der Wände auf.

Die Hochwasserschutz-Wand der Lippe ziert nun ein Mischung aus Typografie und Illustration, entworfen von Oliver Mark. Als Projektleitung wollen wir uns bei allen beteiligten Partnern und Unterstützern bedanken. Allen voran der Außerbetrieblichen Ausbildungsstätte der Handwerkskammer Dortmund, dem Werbetechniker Marc Heine, dem Fassadenreiniger Martin Teszner, der helfenden Hand John Draper und natürlich den Auftraggebern des Lippeverbands sowie der Stadt Lünen.

 

Führerschein, Studium und „Möbilisierung“: Unser erfolgreiches Treffen „Meine neue Heimat Dortmund“

Zur Bildung einer neuen Redaktionsgruppe für die Website www.gefluechtete-dortmund.de fand am Donnerstag, den 19. Oktober, ein erstes und von uns organisiertes Informationstreffen in der Werkhalle statt. In geselliger Runde konnten wir uns nicht nur mit den rund 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmern austauschen, sondern wurden auch von Mitgliedern der here-Redaktion mit wertvollen Erfahrungswerten versorgt. Das Bochumer Magazin veröffentlicht online und in Printversion regelmäßig und mehrsprachig von Geflüchteten verfasste Artikel.

Nach gegenseitigem Kennenlernen wurden mit der Gruppe erste Orte für einen interaktiven Stadtplan von Dortmund gesammelt. Die Karte soll zum einen gerade angekommenen Flüchtlingen den Start erleichtern und Hilfsangebote darstellen. Zum anderen soll sie aber auch denjenigen den Alltag erleichtern und verschönern, die schon seit Monaten oder Jahren in Deutschland leben.

Denn im offenen Dialog wurde schnell klar, dass die Ersthilfestellen in Dortmund gute Arbeit leisten und die Angebote bei den Flüchtlingen bekannt sind, die Geflüchteten sich aber für das spätere alltägliche Leben mehr Informationen und Hilfestellungen wünschen. Dabei fehlen meist nicht einmal die Informationen darüber wie man einen Job oder den Weg ins Studium findet, was ein Führerschein kostet oder wo man günstig Möbel kaufen kann, die Menschen wissen nur nicht, wo sie diese Informationen finden können. Damit ist ein wichtiges Ziel unsere Internetseite www.gefluechtete-dortmund.de definiert: die konkreten Bedarfe feststellen, gemeinsam die Informationen veröffentlichen, den Weg zu vorhandenen Informationen zeigen und die Vernetzung und Kommunikation zwischen der Vielzahl an Dortmunder Anbietern stärken.

Um dieses Ziel zu erreichen werden wir uns am Donnerstag, den 2. November, von 17 bis 20 Uhr auf der UZWEI im Dortmunder U treffen. Dort wird es gemeinsam mit Anne Weibert und Max Krüger von der Uni Siegen um die interaktive Karte und Orte in Dortmund gehen.

Das erste offizielle Redaktionstreffen findet die Woche darauf am Donnerstag, den 9. November, in der Werkhalle statt. Dort werden wir Ideen für weitere Inhalte sammeln, erste Portraitbilder machen und kurze Texte verfassen, die das Redaktionsteam vorstellen.

 

 

 

Westgarten feierte Erntedankfest im Kaleidoskop

Mit reichlich selbst gesammelten Waldpilzen, Kürbissen und Kastaniencreme-Schokotörtchen feierte der Gemeinschaftsgarten in der Dortmunder Innenstadt-West am 9. Oktober das nahende Ende der Erntezeit 2017. Gerade mal ein Jahr ist es her, dass sich die Westgärtner_innen kennengelernt haben und nun liegt schon die erste gemeinsame Gartensaison hinter ihnen. Auf dem Erntedankfest wurden die kommenden Winterworkshops geplant und gemeinsam auf die nächste Gartensaison angestoßen, die mit Vorfreude erwartet wird.

Alle wollen auch im kommenden Jahr Brokkolis, rote Beete, Tomaten, Spinat, Erbsen, Bohnen, Kürbisse, Zuchinis, Fenchel, Chilis, Kohlrabis, Kartoffeln, Möhren, verschiedene Kohlköpfe, Salate und Kräuter anbauen. Der Kampf gegen Mehltau und Kohlweißlingraupen am Brokkoli hat die Gruppe zusammengeschweißt. Im nächsten Jahr sollen Experimente und Erfahrungen mit weiteren Obst- und Gemüsesorten und neuen Anbaumethoden gemacht werden. Auch das Kochen mit den frisch geernteten Zutaten soll nicht zu kurz kommen. Im Juli 2017 haben die Westgärtner ein Running Dinner veranstaltet, um sich an einem Abend an verschiedenen Köstlichkeiten zu erfreuen. „Bei einer Person gib es die Vorspeise, bei einer die Hauptspeise und bei einer die Nachspeise. Man geht gemeinsam von Wohnung zu Wohnung und isst gemeinsam“ berichtet Gemeinschaftsgärtnerin Johanna, die begeistert von der Aktion ist, und diese gerne nächstes Jahr wiederholen möchte.

Nach dem gemeinsamen Fest werden ab November 2017 die Winterworkshops starten, die durch die Urbanisten organisiert und im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative des Bundesumweltministeriums finanziert werden.

Alle sind herzlich eingeladen, beim Projekt Westgarten mitzumachen. Schreiben kann man der Gruppe auf westgarten.dortmund@gmail.com und alle alle Termine sind unter der Rubrik Termine zu finden.

Fotos: Luisa Gehnen

Urbanisten laden zum“Stadträume erobern“ ein

Wie lassen sich Räume zur Umsetzung von Ideen finden und wie kann man Stadt eigenständig gestalten? Wir möchten mit Euch Beispiele diskutieren, wie sich Räume in der Stadt erobern lassen. Und dafür haben wir Spitzengäste und Freunde eingeladen:

Gängeviertel Hamburg
Hamburg ist ein gutes Beispiel wie Investoren ganze Quartiere verändern können. Das es auch Gegenbeispiele dazu gibt zeigt der Gängeviertel e.V. „Am 22. August 2009, sind wir in das Gängeviertel gekommen, um es vor Verfall und Abriss zu retten und um in der Hamburger Innenstadt einen Raum zu schaffen, in dem Neues entstehen kann. Zehntausende Gäste aus aller Welt haben seitdem Ausstellungen, Konzerte, Partys und Lesungen besucht oder über Stadtentwicklung diskutiert. Derzeit verhandeln wir mit der Stadt Hamburg über die Zukunft des Viertels. Das Gängeviertel soll ein Freiraum sein für alle! Jede und jeder ist bei uns willkommen. Wir sind viele und werden täglich mehr. Wir sind die Stadt, denn: Die Stadt sind wir alle.“
Christine Ebeling // http://das-gaengeviertel.info/
Michael Ziehl // http://urban-upcycling.de/urban-upcycling-michael-ziehl/

Zentralwerkstatt Dinslaken
Auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Lohberg, dem sogenannten Kreativ.Quartier Lohberg, wird seit einigen Jahren ein Leerstand bespielt mit dem Ziel das Gebäude langfristig zu erhalten. In den Prozess involviert ist u.a. die Freilicht AG. „1995 hat sich in Dinslaken ein Kreis interessierter Bürger mit dem Ziel zusammengefunden, das kulturelle Profil der Stadt zu stärken, den Kulturstandort Dinslaken zu beleben und ihm innerhalb der Musik- und Theaterlandschaft Ruhrgebiet & Niederrhein neue Attraktivität und damit Zukunftsfähigkeit zu verleihen. (…) Aus dieser Initiative wurde dann 1996 die erste Kulturaktiengesellschaft Deutschlands mit 436 Kleinaktionären, die zunächst ein Stammkapital von 150.000,- DM aufbrachten. 2013 wagte die Freilicht AG eine Kapitalerhöhung und gewann 170 weitere Aktionäre, die ein Kapital von 50.000€ aufbrachten. Als sogenannte “kleine Aktiengesellschaft” wird die Freilicht AG von ehrenamtlichem Engagement getragen. Sowohl Vorstand als auch Aufsichtsrat gehen ihren Aufgaben innerhalb der Freilicht AG ehrenamtlich nach – allein eine hauptamtliche Geschäftsführerin wird von der AG beschäftigt.“
Lea Eickhoff //https://www.facebook.com/zentralwerkstatt.dinslaken/

Stadterneuerung Dortmund
Mit Vertretern der administrativen Stadterneuerung der Stadt Dortmund sowie der offenen Arbeitsgruppe zur urbanen Transformation des Unionviertels (ehem. HSP-Areal) möchten wir über Möglichkeiten sprechen, wie die Situation in Dortmund aussieht: Gibt es Räume, die sich nach Eroberung sehnen und was denken die Eigentümer darüber? Wie kann Stadt und Bürgerschaft sich zusammenschließen? Welche Potenziale haben ungenutzt Orte in Dortmund? Wie lassen sich in diesem Zuge gelebte Beispiele reflektieren wie UZDO 2010, Avanti 2014, Werkhalle 2017 etc.
Sebastian Kröger // https://www.dortmund.de/de/leben_in_dortmund/planen_bauen_wohnen/wohnungswesen/stadterneuerung/index.html

Außerdem mit dabei: VertreterInnen der Arbeitsgruppe „HSP“, die sich um Mitsprache und Mitgestaltung des alten Thyssen Krupp Geländes bemühen. Sowie die MacherInnen des Ruhrpott-Films der anderen Art „Das Gegenteil von Grau“ diskutieren mit uns über die Eroberung von Räumen + Special Guests 🙂

Im Anschluss an die moderierte Diskussion gibt es viel Raum zum persönlichen Austausch.
Die Veranstaltung ist Dank Förderung durch die LAG Soziokultur kostenlos.

Freitag, 20. Oktober 2017
ab 19.00 Uhr bis 22.00 Uhr
Werkhalle // Rheinische Straße 137 // Haltestelle Ofenstraße

LutherLAB läuft!

Im Rahmen des Projekts UrbaneProduktion.ruhr beteiligen wir uns verantwortlich an der Zwischennutzung LUTHERLAB.de der ehemaligen Lutherkirche in Bochum-Langendreer. Das seit 7 Jahren leerstehende Gebäude bietet uns eine tolle Gelegenheit, vor Ort mit den Menschen im Quartier in Kontakt zu kommen und unsere bisherigen Visionen kleinteiliger Urbaner Produktion auszuprobieren.

In einem bunten Programm aus Workshops, Seminaren und Kulturveranstaltungen fördern wir im Themenbereich Produktion neue Erkenntnisse über individuelle Motivationen, räumlich-technische Ausstattungsbedürfnisse und Marktchancen zu Tage. Wir arbeiten zudem daran, das Konzept einer offenen Werkstatt, das wir bereits in unserer Urbanisten-Manufaktur umgesetzt haben, in einem neuen Stadtteil zu etablieren.

Die ersten Wochen waren nach einer intensiven Ausbauphase, in der wir die ehemalige Kirche mit Palettenmöbeln und kleinen Aquaponikanlagen ausgestattet haben, vor allem von Gesprächen mit Anwohnerinnen geprägt. Verständlicherweise häufig, aber im Sinne unseres Projekts fast zu häufig ging es dabei um die Zukunft des Kirchengebäudes, dem nach wie vor Geschichten und Emotionen anhaften, das aber auch die Phantasie anregt, was noch so alles dort passieren könnte.

Für die zweite Hälfte der Zwischennutzung, die noch bis zur Abschlussveranstaltung am 19.10. andauert, ist es unser Ziel, mit den vielen Interessierten und Machenden eine nachhaltige Institution zu bilden, die Urbane Produktion auch im Falle einer Nicht-Fortführung der Nutzung in Langendreer etabiert. Wir haben uns als Urbanisten zudem in den vielen, vielen Überstunden Zeit genommen, unsere eigenen Produkte, etwa die kleinteiligen Aquaponik-Anlagen, noch einmal zu durchdenken und weiterzuentwickeln.

Wir sind noch gute 2 Wochen am Start. Kommt mal vorbei, wir freuen uns!

Saisonabschluss im Westgarten: Erntedankfest und Planung der Winter-Workshops

Der Herbst ist da und damit auch das Ende der ersten Gartensaison im Westgarten. Doch das bedeutet auf keinen Fall das Ende der Aktivitäten. Der Westgarten geht nun in die Winterphase: Es gibt spannende Workshops und Vorträge zu Themen rund um’s gemeinschaftliche Gärtnern, und natürlich wird auch selbst gebaut und gewerkelt. Am 30.09. wird der Plan für die Winter-Workshops in der Werkhalle geschmiedet, und ihr seid herzlich eingeladen mitzumachen. Wir nehmen eure Themenwünsche entgegen und packen dann das Paket für den Winter für euch zusammen.

Westgarten Winterworkshops Planungstreffen

Weiter geht’s schon eine Woche später, diesmal am Sonntag: (8.10.) Wir möchten mit euch gemeinsam auf die Gartensaison 2017 im Westgarten zurückschauen, ein wunderbares Buffet des Kaleidoskops genießen und zusammen die Gestaltung der kommenden Monate vordenken.
Der Termin richtet sich insbesondere an die, die Lust haben, mitmachen, aber noch keine Zeit hatten, sich zu melden, und an alle, die es interessiert, was dieses Jahr alles passiert ist.

Westgarten Erntedankfest

Eine Anmeldung ist bis zum 2.10.17 unter westgarten.dortmund@gmail.com möglich. Dann können wir besser planen.

KlimaExpo.NRW: „Der Westgarten in Dortmund ist ein Gemeinschaftsprojekt, der von einer offenen Gruppe mit Unterstützung des gemeinnützigen Vereins „die Urbanisten“ seit 2017 betrieben wird. Gemüse selber anzubauen, mit vielen Menschen in Austausch zu kommen und die Stadt grüner und lebenswerter zu gestalten, ist der gemeinsame Nenner der Mitmachenden.
Gefördert wird der Westgarten von der Bezirksvertretung Dortmund Innenstadt-West und dem Bundesumweltministerium im Rahmen der Initiative „Kurze Wege für den Klimaschutz“.

Fotos: Luisa Gehnen

Leckeres Gemüse in der Stadt – Die erste Saison im Westgarten

 Seit Juni wird im Westgarten in elf Hochbeeten gesät, gejätet und geerntet. Dabei stellte sich für die aktiven GärtnerInnen des Gemeinschaftsgartens vor allem eins heraus: Die geernteten Brokkolis, rote Beete, Tomaten, Spinat, Erbsen, Bohnen, Kürbisse, Zuchinis, Fenchel, Chilis, Kohlrabis, Kartoffeln, Möhren, verschiedene Kohlköpfe, Salate und Kräuter, die auf den Esstischen im Unionviertel landen, schmecken fantastisch!

„Warum kaufe ich überhaupt noch im Supermarkt ein?!“ fragt sich Initiatorin Svenja. „Es ist schwierig, die eigenen Gewohnheiten zu ändern, aber im Westgarten merkt man, wie viel Spaß es macht, sich gemeinsam um die Pflanzen zu kümmern und beim Frühstück Rezepte für das geerntete Gemüse auszutauschen. Und gleichzeitig tut man auch etwas für den Klimaschutz.

Zum Abschluss der Gartensaison 2017 wird es Anfang Oktober ein kleines Erntedankfest geben. Kurz darauf starten dann in der Werkhalle im Union Gewerbehof die Winterworkshops, die durch die Urbanisten organisiert und von der Nationalen Klimaschutzinitiative des Bundesumweltministeriums finanziert werden.

Alle sind herzlich eingeladen, beim Projekt Westgarten mitzumachen. Die aktiven GärtnerInnen treffen sich nahezu jeden Samstag um 11 Uhr im Heinrich-Schmitz-Bildungszentrum und frühstücken nach getaner Arbeit gemeinsam. Schreiben kann man der Gruppe auf westgarten.dortmund@gmail.com alle Termine sind unter der Rubrik „mitmachen“ auf www.dieurbanisten.de zu finden.

Fotos: Luisa Gehnen

Urbane Produktion im LutherLAB

Die ehemalige Lutherkirche in Bochum-Langendreer-Alter Bahnhof wird wieder genutzt! Vom 16. September bis zum 19. Oktober 2017 wird das Gebäude als Werkstatt und Seminarraum verwendet. Das Programm könnt ihr unter https://www.lutherlab.de/ entdecken.

Im LutherLAB soll mithilfe einer offenen Werkstatt, eines Seminarbereichs und eines Begegnungsortes das kreative und handwerkliche Potential der Bevölkerung Langendreers in den Fokus gestellt werden. In den fünf Wochen der Zwischennutzung auch im Rahmen des Stadterneuerungsprozesses „Soziale Stadt Werne –  Langendreer-Alter Bahnhof“ finden in Kooperation mit dem Bahnhof Langendreer zahlreiche Workshops, Seminare, Vorträge und Treffen statt, die sich alle mit Fragen und Konzepten der kleinteiligen Urbanen Produktion beschäftigen: Es wird Bier gebraut, Marmelade gekocht, an Lastenrädern geschraubt; es wird gebastelt, geklebt, genäht; es wird Mitmach-Aktionen zu Müllvermeidung, 3D-Druck und Aquaponik geben; und zwischendurch bleibt genug Zeit für einen gemeinsamen Kaffee.

Wir betreuen das Projekt im Rahmen unseres Forschungsprojekts „UrbaneProduktion.ruhr“. Mit dem Institut Arbeit und Technik, der Inwis GmbH und der Stadt Bochum erforschen wir, wie produzierende Gewerbebetriebe in der Zukunft wieder innerhalb der Stadt angesiedelt werden und wie Menschen gemeinsam neue Produktionsnetzwerke bilden können – damit die regionale Wertschöpfung steigt, damit wir in Zukunft kürzere Wege zwischen Wohnung und Arbeitsort haben, damit wir weniger Müll produzieren, damit das Ruhrgebiet auch im produzierenden Sektor konkurrenzfähig bleibt.

„Urbane Produktion“?

Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Projekt „UrbaneProduktion.ruhr“ beschäftigt sich von Oktober 2016 bis September 2019 mit den Chancen und Grenzen innerstädtischer Produktionsstätten. Zum Schutz der Wohnbevölkerung wurden Gewerbe- und Industriebetriebe in der Vergangenheit üblicherweise außerhalb der Stadt geplant. Diese traditionelle Trennung von Wohnen, Arbeiten und Freizeit gerät aus verschiedenen Blickwinkeln unter Druck: Aus Gründen der Innovationsfähigkeit von Betrieben, die in Zukunft noch mehr auf vernetzt denkende, gut ausgebildete MitarbeiterInnen angewiesen sind, die wiederum Standorte mit urbanem Kulturangebot bevorzugen; aus Gründen der Ressourcensparsamkeit, nach der die Nutzung fossiler Energieträger möglichst zu vermeiden ist und damit das Leitbild der Stadt der kurzen Wege eine Renaissance erfährt – auch ein sorgsamer Umgang mit Grund und Boden ist hier zu nennen; aus Gründen der sozialen Gerechtigkeit, nach der auch bisher benachteiligte Bevölkerungsgruppen einen (Arbeits-)Platz inmitten einer zukunftsorientierten Gesellschaft finden können sollten. Urbane Produktion kann ein Handwerksbetrieb oder eine kleine Manufaktur sein, eine Stadtfabrik oder auch Urbane Landwirtschaft. Es geht darum, wieder mehr Produkte in der Stadt herzustellen. Mehr dazu unter www.urbaneproduktion.ruhr

Die Urbanisten in Rotterdam

Vor einiger Zeit fand in Rotterdam das erste We Love Public Space Festival statt und wir waren eingeladen, die Urbanisten allgemein und das Street Art Bingo im Besonderen dort vorzustellen.

Daniel entschied sich recht spontan, statt des geplanten Skype-Vortrags selbst nach Rotterdam zu fahren. Bei dem von Bas Sala initiierten kleinen Festival handelte es sich um eine Veranstaltung v.a. für Designer, Architekten und Stadtplaner, also das was man gemeinhin als „Fachpublikum“ bezeichnet. Es gab verschieden Vorträge und Workshops an mehreren Spielorten im Distrikt „ZoHo“, einem Kreativquartier nahe des Hauptbahnhofs.

In seinem Vortrag stellte Daniel die Urbanisten e.V. und unsere Arbeit vor. Dann berichtete er von der Entstehung des Urban Games Street Art Bingo und präsentierte die Ergebnisse seiner Masterarbeit, in der die Wirkung dieses Urban Games auf die Wahrnehmung des städtischen Raumes untersucht wurde.

Die Veranstaltung endete mit der Eröffnung einer „Freezone“, eines lebenswert umgestalteten kleinen Platzes im öffentlichen Raum. Bei Bier, Musik und poetischer Sprachkunst konnte man den Tag angenehm ausklingen lassen. Rotterdam ist auf jeden Fall eine interessante Stadt, wo viel passiert und wir werden die Augen aufhalten nach der zweiten Auflage des We Love Public Space Festivals!

 

 

Kurze Wege für den Klimaschutz

Im September 2016 fiel der Startschuss für einen neuen Gemeinschaftsgarten im Unionviertel, der von der Bezirksvertretung Innenstadt-West unterstützt wird. Aus den damals 27 Interessierten ist mittlerweile ein Kreis von über 60 über einen E-Mail Verteiler organisierten Hobbygärtnern geworden, die den Westgarten gemeinschaftlich aufbauen wollen. Als ersten Ort hat sich nach einer Begehung des Viertels das Heinrich-Schmitz-Bildungszentrum im Westpark herauskristallisiert. Hier stoßen wir auf optimale Bedingungen, da das Projekt angekommen uns räumlich und organisatorisch unterstützend eng zur Seite steht.

Seit Juni diesen Monats blicken wir noch optimistischer in die Zukunft des Westgartens, da der Antrag, den zwei Mitglieder der offenen Gruppe mit Unterstützung der Urbanisten auf den Weg gebracht haben, zur Förderung bewilligt wurde. Das  Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit fördert aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestags das Projekt Westgarten (Kennzeichen 03KKW0021) für zwei Jahre. Nun haben wir genügend Spielraum Know-How zu organisieren, mehr Hochbeete aufzustellen sowie die Öffentlichkeitsarbeit und strategische Entwicklung des Westgartens voranzutreiben.

Aus dem Antrag: „Es soll ein urbaner Garten in unmittelbarer Nähe zum bereits vorhandenen strak frequentierten Naherholungszentrum „Westpark“ errichtet werden, in dem Anwohner in Zusammenarbeit mit den Projektteilnehmern ihr eigenes Obst und Gemüse anbauen und ziehen können. Ziel ist es dabei, die langfristige Auseinandersetzung der Bevölkerung mit selbstständiger Nahrungserzeugung zu gewährleisten und eine Sensibilisierung für selbiges in der westlichen Innenstadt und zukünftig auch in der gesamten Stadt Dortmund zu schaffen.  Damit soll zum einen eine teilweise Eigenversorgung mit grünen/gesunden, unbehandelten und lokalen Lebensmitteln gewährleistet werden, zum anderen aber auch eine Sensibilisierung für das Thema Selbstversorgung/Nahrungsmittelanbau erfolgen, welche in globalisierter Abhängigkeit vonnöten ist. Eine konkrete Alternative zu ressourcenschonender und klimafreundlicher Nutzung von Stadtfläche wird geboten.“

Wer Interesse hat, mitzumachen, meldet sich! westgarten.dortmund@gmail.com

 

Dokumentarfilm reist durch Europa

Die fünf Premieren des Films „Das Gegenteil von Grau“ der Initiative Recht auf Stadt Ruhr und dem Filmemacher Matthias Coers, dessen Entstehen die Urbanisten unterstützend begleitet haben, waren mehr als ausverkauft. Es gab zum Teil sogar mehrfache Aufführen an den Standorten und die Zuschauer kamen angeregt mit dem Team in Austausch. „Ich kannte einige Initiativen, aber nicht alle. Toll, dass so viel im Ruhrgebiet los ist“ wurde von vielen Menschen nach dem Film geäußert. Dass das Umsetzen von Ideen leicht, die Nutzung von Raum aber oft mit unterschiedlichen Schwierigkeiten verbunden ist, wird anhand von 20 Initiativen zwischen Dortmund und Duisburg gezeigt. Und das sind bei weitem nicht alle Initiativen, die es zwischen Dortmund und Duisburg gibt.

Die Idee dahinter ist, dass Initiativen, die auch in unterschiedlichsten Bereichen arbeiten, sich kennenlernen und man über diese Differenz feststellt: Es gibt einfach viele, die an ihrem jeweiligen Ort, in ihren Städten, etwas probieren. Die 20 vorgestellten Initiativen decken von Gruppen, die Leerstand besetzen, bis zur solidarischen Landwirtschaft ein erstaunlich breites Spektrum ab. Der Film geht dabei der Frage nach: Wie organisieren wir uns als Menschen, als Gesellschaft? Es sind kleine, feine Beispiele, wie man etwas realisieren, etwas anders machen kann. Das kann eben ein Buchladen sein, der als Kollektiv funktioniert, oder eine Genossenschaft, die es unterschiedlichen Leuten ermöglicht, dauerhaft, sicher und ziemlich gut zu wohnen und zusammenzuleben. Was im Film zu sehen ist, ist die Breite der Ansätze und die Unterschiedlichkeit der Initiativen, die in den städtischen Raum intervenieren.

Der Film wurde neben Bochum, Dortmund, Duisburg, Essen und Oberhausen auch schon in Arnheim, Berlin, Frankfurt, Hamburg, Jena, Münster, Mülheim, Oldenburg, Weimar und Wien gezeigt und diskutiert. Magdeburg, Mainz, Offenbach und Rostock sind in Planung. Auch sind weitere Termin in europäischen Städten geplant. Wer Interesse hat, den Film zu zeigen, kann sich unter kontakt@gegenteilgrau.de melden!

Filmemacher Matthias Coers: „Aus Berliner Perspektive ergibt sich der interessante Widerspruch, dass im Ruhrgebiet sehr viel Engagement ist, aber gleichzeitig scheinbar wenig geht. Umso wichtiger sind die – im Vergleich wenigen – Initiativen, die entgegen der Mentalität nicht warten, sondern Ideen selbst umsetzen: ein Kulturlokal, eine Nachbarschaftsinitiative, die einen kleinen Laden betreibt und Nachhilfeunterricht für Kinder gibt, eine Fahrradwerkstatt – also kleine Momente, die aber natürlich durch tägliche Praxis realisiert werden müssen. Das ist reale, gesellschaftliche Arbeit, aber eben nicht in einem Neuköllner Milieu, wo man nur drei Häuser weiter geht und da ist wieder was.

Stattdessen gibt es diesen Charakter von sehr durchschnittlichen, oft ein bisschen abgewirtschafteten Städten und Stadtteilen, wo die Grundstimmung ist: Naja, wir können ja eh nicht so viel machen. Wenig Aktive, viele Möglichkeiten, das ist die Ambivalenz: Man könnte sagen, wenn du im Ruhrgebiet eine kleine, funktionierende Arbeitsgruppe hast, ein bestimmtes Konzept, eine Idee und ein echtes Realisierungsbedürfnis, dann geht einiges. Die paar handverlesenen Leute, die sich entschließen, etwas aufzubauen, brauchen Beharrlichkeit. Umso wichtiger ist es, sie ein Stück nach vorne zu bringen, indem man ihre Arbeit zeigt.“

Der Film wurde gefördert durch das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen, die LAG Soziokultur, die Montag Stiftung urbane Räume und den Regionalverband Ruhr.

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Guter Start für Create Your Skateplaza – 1. Tourstop im Fredenbaumpark

Am letzten Samstag war der erste Tourstop im Fredenbaumpark. Zahlreiche Besucher schauten gespannt den akrobatischen Einlagen der 21 Teilnehmer des ersten Contests zu. Das Alter der Teilnehmer lag zwischen 12 & 31 Jahren. Nach den Qualifikationsrunden kamen die fünf besten Teilnehmer in die Finalrunde, welche aus zwei weiteren Runs á einer Minute bestanden. Nach diesem spektakulären Finale standen schlussendlich die ersten fünf Plätze fest. Der erste des Tourstops hat sich automatisch für das Finale am 26.08.2017 am Dortmunder U qualifiziert:

  1. Dennis Reinhold
  2. Danny Klarhold
  3. Max Schwanitz
  4. Spike Grandt
  5. Stefan Fröhlich

 

Der nächste Tourstop findet nach den Ruhrgames (15. – 18. Juni am Stadion Rote Erde) am 24.06.2017 am Stadthauspark (Hinter der S-Bahnhaltestelle Stadthaus) statt. Wir freuen uns schon jetzt auf die nächste Runde der Create your Skateplaza Tour Dortmund und freuen uns auf euch!