Wir werden 10!

Wir werden 10!

10 Jahre Urbanisten! Das wäre eigentlich ein guter Grund, eine richtig große Party mit all unseren Mitgliedern, Kooperationspartner:innen, Freund:innen und Unterstützer:innen zu feiern. Da uns das in diesem Jahr leider verwehrt bleibt, feiern wir in kleinem Kreis und verschieben die Fete auf das nächste Jahr.

Trotzdem möchten wir den Anlass nutzen, um auf unsere Entwicklung und die vielen tollen Projekte, Aktionen und Veranstaltungen der letzten zehn Jahre zurückzublicken. Wir können es fast selbst kaum glauben, dass aus den Ideen, die ab 2009 vor allem in einer WG im Leierweg entstanden sind, ein großer und etablierter Verein geworden ist, der deutschlandweit aktiv ist. Damals wie heute sind wir unserer Philosophie treu geblieben: Freiräume neu entdecken, Lebensräume lokal gestalten und Kulturräume gemeinsam beleben. Im folgenden möchten wir mit euch auf eine kurze Reise durch die Urbanisten-Historie gehen.

2010

Gegründet wurde der Verein von 10 Menschen im Jahr 2010. Es folgten viele Teamtreffen, das Corporate Design mit unserem Logo wurde erdacht und wir sind auf Spurensuche ins Dortmunder Unionviertel gegangen, wo wir noch heute beheimatet sind. Die ersten Urbanisten-Aufkleber wurden natürlich gleich großflächig verteilt und auch im Dortmunder Nachtleben an die Menschen gebracht.

2011

Bevor die ersten Aktionen 2011 gestartet haben, wurde unsere Internetseite aufgebaut und eine Facebookseite erstellt. Unser erstes Projekt überhaupt war die kreative Gestaltung von Strom- und Verteilerkästen unter dem Titel „Energieverteiler“. Dafür haben wir Prototypen aus Holz im Hinterhof unserer WG gebaut und bei der „Oase in Beton“ erstmals gemeinsam mit Stadtbewohner*innen künstlerisch gestaltet.

Zum Mitmachen haben wir eingeladen beim Münsterstraßenfest in Dortmund und dem Natur-Festival in Bochum, um anschließend mit der Gestaltung echter Stromkästen im Unionviertel zu beginnen. Es folgten Stadtteilführungen und Ausstellungen im Blauen Haus und in der Werkhalle am Union Gewerbehof, um Künstler*innen und Nachbarschaft zu vernetzen. Unseren ersten Graffiti-Workshop gaben wir für Kids in Gelsenkirchen an der Trendsportanlage Consol und haben mit Jugendlichen das Projekt „Jugend checkt Leerstand“ durchgeführt

2012

Neue engagierte Menschen, darunter viele Raumplaner:innen sind 2012 zu uns dazu gestoßen und haben neue Perspektiven und Blickwinkel in den Verein getragen. Highlight des Jahres war der Umzug des Vereins aus der WG in ein das Ladenlokal in der Rheinischen Straße in Dortmund und der Aufbau eines urbanen Gartens zusammen mit der direkten Nachbarschaft. Weitere Energieverteiler wurden im Viertel künstlerisch gestaltet, die Methodenbox „Coloria-Stadtexpedition für kreativer Forscher“ erarbeitet und unsere Ideen im Dortmunder U ausgestellt. Pressetermine und Interviews waren damals noch sehr neu und aufregend und haben die Herzen jedes Mal schneller schlagen lassen.

2013

Ab 2013 ging es richtig ab. Wir brachten zwei neue Homepages an den Start: Zusammen mit dem Hamburger Gängeviertel wurde der „Leerstandsmelder“ nach Dortmund geholt und wir haben die Netzwerkplattform „Urbane Oasen“ ins Leben gerufen. Unser erstes Aquaponikgewächshaus wurde am Union Gewerbehof in Betrieb genommen und wir haben den Bürgergarten „Kleine Heroldwiese“ sowie den 3-Bäume-Park im Unionviertel bei der Gründung unterstützt. Mit einer großen Graffitiaktionen haben wir die Herbstakademie am Dortmunder Schauspielhaus bereichert und Kindern den Umgang mit der Sprühdose beim Projekt „Nordstrom“ zusammen mit der Stadtteilschule gezeigt. Unser Büro bekam endlich eine professionelle Beschilderung, unser Hinterhof nahmlangsam Gestalt an und wir konnten auf unserem ersten Lastenfahrrad durchs Viertel flitzen. In unserer ersten Zukunftswerkstatt wurde im Team über Potenziale für ein lebenswertes Quartier diskutiert und Stadtteilhonig abgefüllt.

2014

Passend zum Frühling starteten wir 2014 mit unserer ersten Pflanzentauschbörse am Union Gewerbehof. In den Hinterhof unseres Büros haben wir eine schmucke Sitzecke gezaubert, um mit dem größer werden Urbanisten-Team auch unter freiem Himmel neue Projekte zu planen. Den Vorplatz des Schauspielhauses Dortmund haben wir mit engagierten Menschen beim NRW-Theatertreffen komplett verwandelt und beim Projekt „MachBunt“ einen ganzen Spielplatz zusammen mit der Nachbarschaft kreativ umgestaltet. Weiter ging es mit unserer Teilnahme an der Extraschicht in Dinslaken, einem Energieverteiler-Projekt im Althoffblock zusammen mit DEW21, Telekom und der Deutschen Post sowie einem Graffiti-Battle mit dem JKC des Jugendamtes Dortmund im Unionviertel.

2015

2015 starteten wir gleich mit einer ganzen Reihe cooler Bauprojekte, bei denen handwerkliches und fachliches Knowhow verbunden wurde. Unser Aquaponik-Gewächshaus am Union Gewerbehof bekam ein Update, wurde besser, größer und raffinierter und wir bauten die ersten mobilen Aquaponik-Systeme z.B. für das „Innovative Citizen Festival“ im Dortmunder U. Zum Thema Upcycling gaben wir erstmals Workshops beim „Save the World Festival“ in Bonn und bauten für das Kreativquartier in Essen bewegliche Stadtmöbel aus Einwegpaletten für das Projekt „ArtSpace“.

Weiter ging es mit der Gestaltung unseres Büros an der Rheinischen Straße. Die Außenfassade bekam vorne einen schwarzen und hinten einen gelben Anstrich. Bunt wurden weitere Strom- und Verteilerkästen gemeinsam mit Jugendlichen aus der Gemeinde St. Bartholomäus in Dorstfeld. Als Anerkennung für unsere Arbeit bekamen wir im Dortmunder Rathaus den ersten Preis „Soziale Stadt“ der PSD-Bank.

2016

Die künstlerische Gestaltung von Pumphäusern der Emschergenossenschaft eröffnete 2016 eine spannende Zusammenarbeit, auch die S-Bahn-Haltestelle Dortmund West bekam in diesem Jahr einen kreativen Anstrich. Für den Sommer am Dortmunder U haben wir die Gestaltung des Vorplatzes erarbeitet, für das Dortmunder Unionviertel entwickelten wir unser erstes Urban Game „Streetart-Bingo“.

Frisch geboren wurde 2016 auch unsere „Urbanisten-Manufaktur“ am Union Gewerbehof. Mit einer Förderung durch die „Anstiftung“ und die Bezirksvertretung Innenstadt-West konnten wir nach einer Ausstellung im Rahmen der „Emscherkunst“ unsere heutigen Räumlichkeiten beziehen und einrichten. Wir entwickelten mit der neuen Ausstattung spannende Bildungsangebote zu Upcycling & DIY und eröffneten die Offene Werkstatt.

Dieses erfolgreiche Jahr durften wir mit einem weiteren Highlight beenden. In Zusammenarbeit mit dem Kulturort Depot Dortmund erdachten wir das Festival-Format „TrashUp!“, das Upcycling-Künstler aus ganz Deutschland nach Dortmund holte und die Besucher mit Workshops, Lesungen, Podiums-Talks und Kinofilmen über die Themenkomplexe Müllvermeidung, Ressourcenschutz und kreative Abfallnutzung informierte und zum mitmachen einlud.

2017

Passend zum Start der Gartensession gründete sich 2017 der Westgarten im Dortmunder Unionviertel und lud die lokale Bevölkerung zum Mitmachen ein. Künstlerisch gestaltet wurde die Brücke der S-Bahn-Haltestelle Dortmund-West, durch eine Förderung der Bezirksvertretung innenstadt-West. Im Rahmen des Forschungsprojektes „urbane produktion.ruhr“ bezogen wir gemeinsam mit den Forschungsinstitutionen IAT und InWis die entweihte Lutherkirche in Bochum Langendreer und erschufen dort das LutherLab.

Der Ausbau unserer Urbanisten-Manufaktur nahm weiter Gestalt an und wurde immer professioneller. Wir bauten mobile Skaterampen mit der Dortmunder Skateboardinitiative für den Vorplatz vom Dortmunder U und organisierten das Projekt „CreateYourSkateplaza“. Weiter gings mit einem Themenzelt auf dem Campfire-Festival, das vom Recherchezentrum „Correctiv“ erstmals auf dem Campus der TU-Dortmund organisiert wurde. Die tolle Zusammenarbeit führte außerdem dazu, dass wir den neuen Buchladen und Geschäftssitz von Correctiv in Essen im Rahmen eines Workshops mit Upcycling-Möbeln gestalten durften. Mit den Erfahrungen aus dem Vorjahr wurde das „TrashUp!-Festival“ um neue Veranstaltungsformate erweitert und lockte in Kooperation mit DEW21 noch mehr Besucher zum Kulturort Depot.

2018

Das „YouDo-Festival“ eröffnete das Jahr 2018 und zeigte spannende Einblicke in Produktionsstätten von Kreativen aus dem Dortmunder Unionviertel. Außerdem ging der Westgarten in seine zweite Gartensession. Im Aktionsfeld Kunst im öffentlichen Raum wurden die Produktionen und kooperativen Gestaltungen immer größer, es entstanden Kunstwerke z.B. am Künstlerhaus, an der Gabionenwand an der B56 und an einem Privathaus in Westerfile zum Thema „Straße der Kinderrechte“. Do-it-yourself Projekte realisierten wir mit dem Gymnasium Überruhr, zusammen mit den Schüler:innen erschufen wir dort ein grünes Klassenzimmer und bauten den Außenbereich der Jugendfreizeitstätte „Palme7“ um.

2019

Das Forschungsprojekt „LUZI –Labor für urbane Zukunftsfragen und Innovation“ startete 2019 im Dortmunder Unionviertel zusammen mit der „Dezentrale“ von Frauenhofer-UMSICHT und dem UnionGewerbehof. Gemeinsam werden Potenziale und Möglichkeitsräume für nachhaltiges Handeln an Orten des Selbermachens erkundet. Ein urbaner Waldgarten wurde gemeinsam mit der Gemeinde St. Urbanus aufgebaut und die Gruppe des Westgartens entwickelte Möbel in unserer Manufaktur. In Bochum Wattenscheid wurde aus einem leerstehenden Ladenlokal das „WatCraft“, ein Begegnungs-und Kulturort für alle lokalen Bewohner*innen und eine Hausfassade in der Hydenstraße in Dortmund wurde künstlerisch gestaltet.

Zum evangelischen Kirchtag erschufen wir ein echtes Flaggschiff: die Arche 2.0. Gemeinsam mit den Besucher*innen wurde erst der Rumpf verkleidet und Bug und Heck bepflanzt. Anschließend durften wir die Arche dem „Haus der Vielfalt“schenken, wo sie seitdem gepflegt und gehegt wird. Außerdem wurde die Urbanisten-Manufaktur um einen Raum erweitert und das TrashUp-Festival in einem „Rethinking“ neu gedacht und konzipiert. Ein Lastenfahrrad als echter Schwertransporter bereichert unseren Fuhrpark durch eine Förderung von „Nordwärts“ und bringt uns seitdem elektrifiziert durch die Stadt. Besonders haben wir uns über den Günther-Gregg Preis zum Thema Hydrokultur gefreut.

2020

Angekommen im Jahr 2020 freuen wir uns natürlich wie Bolle über unser zehnjähriges Bestehen. Wie viele andere Initiativen stehen wir jedoch vor großen Herausforderungen und müssen in der aktuellen Situation improvisieren und neu Denken. So haben wir angefangen einige unserer Angebote digitaler zu gestalten. Mit dem Projekt „FutureClub“ sollten für Kinder und Jugendliche aus Dortmund-West eigentlich kreative und handwerkliche Workshop-Angebote geschaffen werden. Da dies zurzeit nur eingeschränkt möglich ist, haben wir verschiedene Onlineangebote erstellt. Außerdem haben wir „bunterbeton“ ins Leben gerufen, der Podcast soll als Wissensquelle und Plattform für kulturelle Stadtentwicklung dienen. Dafür sind wir aktuell in ganz Deutschland unterwegs, um euch spannende Initiativen vorzustellen, die in irgendeiner Weise die Welt zu einem besseren Ort machen wollen.

Wir haben mal wieder ein neues Urban Game entwickelt, diesmal in Wuppertal: „Klassenkampf –Wem gehört die Stadt?!“. Im Auftrag der Stadtbibliothek Wuppertal haben wir für das Jubiläumsjahr Engels2020. Große Freude gab es ,als wir als einer von fünf Creative.Spaces 2020 ausgezeichnet wurden. Das Kompetenzzentrum Kreativwirtschaft des Landes NRW unterstützt damit das Engagement der Netzwerke in ihren Regionen. Um das Wissen um die Vorteile der Aquaponik zu verbreiten, haben wir gemeinsam mit Schüler*innen der Gustav-Heinemann-Gesamtschule und des Westfalenkollegs jeweils ein Aquaponik-System gebaut. Dieses steht jetzt als Lernobjekt in den Schulen und wird dort gehegt und gepflegt. Um mehr Grün in die Städte zu bringen durften wir außerdem zusammen mit dem „Fachgeschäft für Stadtwandel“ ein Parklet bauen, welches dann im Essener Stadtteil Holsterhausen aufgestellt wurde.

Ein langer Weg

Seit unserer Vereinsgründung 2010 haben wir uns nicht nur inhaltlich, sondern auch räumlich weiterentwickelt und sind aus der studentischen WG herausgewachsen. Und obwohl unser Standort im Unionviertel ist und im Büro alle Fäden zusammenlaufen, sind wir weit über das Viertel und Dortmund hinaus aktiv. Wir beleben Leerstände in Bochum, haben ein kleines Büro in Hamburg, machen Projekte in vielen anderen Städten, und verbreiten unsere Ideen in Vorträgen oder auf Konferenzen. Unsere Vision von einer Stadtgesellschaft, in der die Bewohnerinnen und Bewohner ihr Lebensumfeld kreativ und eigenverantwortlich gestalten, zieht ihre Kreise. Und wir sind noch lange nicht am Ende: Wir möchten weiterhin neue Menschen und Perspektiven mit an Bord holen, neue Projekte realisieren und zusammen mit euch an der nachhaltigen Stadt der Zukunft arbeiten.

 

bunterbeton – Der Urbanisten Podcast geht an den Start!

bunterbeton ist Podcast, Netzwerk und Wissensquelle zugleich

Eine Stadt ist immer nur so lebendig wie die Menschen, die in ihr leben und sie gestalten. Mit bunterbeton begeben wir uns – zusammen mit euch – auf die Suche nach den Menschen und Initiativen, die unsere städtischen Lebenswelten durch kulturelle und kollektive Gestaltungsprozesse lebhafter, bunter und nachhaltiger machen. Ziel dieses Projekts ist es, ein Netzwerk Kulturschaffender und kulturell Interessierter im digitalen Raum zu schaffen, um Initiativen eine Bühne zu bieten und so Interessierten den Zugang zu kultureller Teilhabe zu erleichtern. Wir möchten die Bereiche Stadt, Kultur, Kreativwirtschaft und Zukunft zusammenbringen, Kooperationen entwickeln und den Austausch von Erfahrungen bestärken.

Im Gespräch mit Vertreter*innen verschiedener Kulturinitiativen aus dem deutschsprachigen Raum möchten wir erfahren, woran gearbeitet wird, was die Beweggründe hinter kultureller Arbeit sind, welche Ziele verfolgt werden, wie sich die Initiativen organisieren und vieles mehr. Die Erkenntnisse aus den Gesprächen sollen dazu beitragen, Wissen um Kulturarbeit zu verbreiten und Zuhörer*innen dazu zu befähigen, selbst aktiv zu werden. Der Podcast ist sowohl auf Spotify als auch auf unserer eigenen Website zu hören. Dort befindet sich zudem ein Wiki mit den wichtigsten Erkenntnissen aus den Gesprächen.

Da man ja bekanntlich mit großen Plänen immer bei sich selbst anfangen sollte, haben wir uns kurzerhand selbst eigeladen für die erste Podcast Episode. Zusammen mit Jan Bunse und Svenja Noltemeyer haben wir uns die Frage gestellt: Wie wird eine WG-Küchen-Idee zur etablierten Kulturinitiative? Wir sprechen aber auch über die Arbeit in einer Kulturinitiative, über die Rechtsform des gemeinnützigen Vereins, über die Vernetzung kreativer Persönlichkeiten und noch vieles mehr – aber hört am besten einfach selbst!

Und wenn euer Interesse jetzt geweckt ist, folgt uns gerne auf Instagram (@bunterbeton_), um immer auf dem Laufenden gehalten zu werden.

 

Urbanisten als Kreativnetzwerk ausgezeichnet – Creative.Spaces 2020

Gute Nachrichten sind ja rar gesäht in diesen Corona-Tagen. Umso mehr freuen wir uns, dass wir als einer von fünf Creative.Spaces 2020 ausgezeichnet wurden. Das Kompetenzzentrum Kreativwirtschaft des Landes NRW unterstützt damit das Engagement der Netzwerke in ihren Regionen.

Die Jury, bestehend aus den Mitgliedern des CREATIVE.Board, ein Gremium aus
Spitzenvertreter*innen der Kultur- und Kreativwirtschaft, hat folgende Netzwerke
ausgewählt: die Urbanisten (Dortmund), Flora & Fauna (Düsseldorf), Freischwimmer
(Krefeld), Haldern Pop Haus (Haldern), Impact Hub Ruhr (Essen).

Die ausgewählten Netzwerke zeichnen sich insbesondere durch ihre
branchenübergreifende Vernetzungsarbeit aus. Durch ihre innovativen Aktivitäten
wirken sie in die jeweilige Region hinein und knüpfen neue Verbindungen zwischen
lokalen Kreativschaffenden, (Kreativ-)Wirtschaft, Gesellschaft, Verwaltung und
Politik. Mit der Auszeichnung möchte CREATIVE.NRW den Netzwerken zu mehr
Sichtbarkeit verhelfen. Darüber hinaus sollen das Preisgeld, gemeinsame
Veranstaltungen und die Vernetzung mit den 15 bereits ausgezeichneten
CREATIVE.Spaces neue Impulse für die weitere Arbeit liefern. „Allein die Tatsache,
dass wir auch im vierten Ausschreibungsjahr wieder zahlreiche Bewerbungen
erhalten haben, zeigt das große Potenzial kreativer Netzwerke in NRW. Die fünf
neuen CREATIVE.Spaces werden mit ihren einzigartigen Orten, Konzepten und
ihren großartigen Aktivitäten unser Netzwerk aufs Neue thematisch wie geografisch
bereichern – wir freuen uns auf die Zusammenarbeit“, so CREATIVE.NRW Geschäftsstellenleiterin
Claudia Jericho.

Aquaponik an der Gustav-Heinemann-Gesamtschule

Aquaponik, also die ressourcensparende Kombination von Gemüseanbau und Fischzucht, ist ein möglicher Baustein für eine nachhaltige Landwirtschaft der Zukunft, und als Konzept vor allem auch für urbane Landwirtschaft interessant. Um das Wissen um die Vorteile der Aquaponik zu verbreiten haben wir einen Workshop zum Bau eines Aquaponik-Systems entwickelt.

Am 05.11.2019 waren wir deshalb zu Besuch beim Biologie-Leistungskurs der 12. Stufe der Gustav-Heinemann-Gesamtschule. Nach einer theoretischen Einführung von Urbanist Nils Rehkop über die Hintergründe und Funktionsweise von Aquaponik-Anlagen, konnten die Schüler*innen ihr eigenes System aufbauen.

In mehreren Gruppen kümmerten sich die rund dreißig Teilnehmer*innen um den Aufbau der Anlage. Eine der Gruppen schraubte die Anlage mit Akkuschraubern zusammen und stellte einen dazugehörigen Pavillon auf, an dem mehrere Reihen LED-Lampen befestigt wurden. Eine andere Gruppe lackierte das System mit Pinseln und Sprühdosen. Eine dritte Gruppe kümmerte sich um die Pflanzen und setzte diese in speziellen Pflanztaschen in das Beet der Anlage ein.
Ende Januar waren wir dann nochmal vor Ort und haben mit den Schüler*innen Fische ins System gesetzt, die ab jetzt für die nötigen Nährstoffe der Pflanzen sorgen werden.

Dieses Projekt wurde gefördert von Nordwärts. Wir bedanken uns bei der Stadt Dortmund.

 

Titelbild: Karl-Bernd Kollmann

 

 

Aquaponik-Workshop im Westfalen-Kolleg

Aquaponik, also die ressourcensparende Kombination von Gemüseanbau und Fischzucht, ist ein möglicher Baustein für eine nachhaltige Landwirtschaft der Zukunft, und als Konzept vor allem auch für urbane Landwirtschaft interessant. Um das Wissen um die Vorteile der Aquaponik zu verbreiten haben wir einen Workshop zum Bau eines Aquaponik-Systems entwickelt.
Im Dezember 2019 haben wir mit mehreren Studierenden des Westfalen-Kollegs ein Aquaponik-System für deren Mensa aufgebaut. Zu Beginn ging es in einem Einführungsvortrag um dem Nachhaltigkeitsaspekt von Aquaponik und die verschiedenen Systemelemente einer Aquaponik-Anlage.

Im Anschluss machten sich die Studierenden ans Werk die rund zwei mal drei Meter große Anlage aufzubauen. Es wurde gebohrt und geschraubt, um die einzelnen Komponenten des Systems mit einender zu verschalten. Im Anschluss wurde das Beet mit Blähton und der Fischtank mit Wasser befülllt, und die Pflanzen eingesetzt.
Über den Jahreswechseln hatte das System dann Zeit um sich einzufahren, so dass wir im Januar Fische einsetzen konnten.

Gefördert durch das Projekt „Nordwärts“. Wir bedanken uns bei der Stadt Dortmund.

 

 

 

Kick-Off LUZI setzt Themen für 2020

Wie wollen wir morgen leben? Wie kann man die Stadt der Zukunft mitgestalten? Diesen Fragen geht das Labor für urbane Zukunftsfragen und Innovation, kurz LUZI, in den kommenden zwei Jahren nach. Das Labor wird ein dezentral aufgestellter Maker Space im Unionviertel werden, in dem Arbeitsräume, Menschen und ihre Angebote sichtbar werden. Veranstaltungen mit kreativen Formaten des Mitmachens und Wissenteilens werden ab 2020 ein Netzwerk von Macher*innen knüpfen, die Lösungen für urbane Zukunftsfragen – quasi im Schwarm – entwickeln können.

Mit dem Kick-Off am 15.11.19 startete LUZI in die Umsetzungsphase. Schon seit einigen Monaten beschäftigte sich das LUZI-Team aus Fraunhofer Umsicht, Union Gewerbehof und den Urbanisten mit der Konzeption des Projektes, gestaltete die Website und holte sich erste Themenanregungen in Einzelgesprächen und auf Veranstaltungen. Der Drang, endlich an ein größeres Publikum zu gehen und mit Aktivitäten zu beginnen war groß.  Ab sofort informiert auch die Website www.luzi.ruhr über Inhalte, Veranstaltungen und Mitmachmöglichkeiten des offenen Labors.

Der Kick-Off gliederte sich in zwei Teile. Im ersten Teil stellten die Kooperationspartner ihre Arbeit und ihre Rolle im gemeinsamen Projekt vor. An vielen Orten im Unionviertel sollen Menschen zukünftig kooperativ forschen, lernen, experimentieren und arbeiten können. Im zweiten Teil waren die Teilnehmer*innen gefordert, ihre eigene Perspektiven und Ideen einzubringen. Jeder Projektpartner moderierte einen Thementisch, die Gäste wechselten nach jeweils 20 Minuten und waren eingeladen das Projekt LUZI als Rahmen für zukünftige Möglichkeiten mit Inhalten zu versehen.

Thementisch „Infrastruktur & Vernetzung“

Thementisch „Das Labor mitentwickeln“

Thementisch „Lokale Produktion“

Lebendiges Labor – EU-Projekt proGIreg in Dortmund gestartet

Mit der Kick-Off Konferenz in der Alten Schmiede in Dortmund-Huckarde startete letzte Woche das Projekt „productive Green Infrastructure for post-industrial urban regeneration“ (proGIreg). Das vom EU-Programm Horizon 2020 geförderte Projekt soll in sieben europäischen Städten grüne Lösungen für die Nutzung von ausgedienten Industriearealen entwickeln.

 

Der Dortmunder Oberbürgermeister gab mit seiner Rede den Startschuss für das Projekt „Für die Stadt Dortmund hat die Aufwertung des Emscher-Grünzugs zwischen der Dorstfelder Brücke und der Kokerei Hansa Nord sehr große Bedeutung, einerseits weil der heute isoliert gelegene Grünzug besser in das umgebende Wegenetz eingebunden werden soll, andererseits weil der Bereich in die IGA-Gebietskulisse das Projekt „nordwärts“ und Stadterneuerungsprojekte integriert und somit auch die Gesamtstadt stärken wird“.

 

Die Urbanisten sind zusammen mit der Stadt Dortmund, der FH Südwestfalen und den Unternehmen Hei-tro GmbH und der Aquaponik Manufaktur für das Living Lab Dortmund zuständig. Auf dem Projektgebiet im Dortmunder Norden soll eine Stadtfarm entstehen – zentraler Bestandteil ist dabei die Aquaponik, also die Verschaltung von einer Teichanlage mit Fischen und einer Pflanzenstrecke im selben wasserbasierten Kreislauf. Das nährstoffreiche Wasser aus der Fischzucht wird so gereinigt und der Fischkot direkt als Dünger für Pflanzen genutzt. Wird eine Aquaponikanlage in einem Gewächshaus genutzt, kann auf geringer Fläche sehr produktive Gemüseproduktion erreicht werden. Sogar belastete Flächen sind dafür geeignet, da die Produktion ohne Bodenkontakt abläuft.

 

„Es soll keine klinisch-reine Laborlandschaft werden. Der Ansatz ist bewusst Low-Tec, damit die Anlage von Vereinen beziehungsweise den Menschen vor Ort betrieben werden kann und so auch ein Beschäftigungspotenzial geschaffen wird“, erläutert Dr.-Ing. Axel Timpe vom Aachener Lehrstuhl für Landschaftsarchitektur, welcher das Gesamtprojekt koordiniert. Weitere Bausteine des Dortmunder Projektes sind Urban Gardening, Maßnahmen zur Förderung der Insektenvielfalt und der Ausbau der ehemaligen Mülldeponie Deusenberg als Sportanlage mit Solarfeldern.

www.progireg.eu

https://www.facebook.com/proGIreg

 

Alle Fotos: ICLEI Europe

This project has received funding from the European Union’s Horizon 2020 research and innovation programme under grant agreement no. 776528.The sole responsibility for the content of this publication lies with the authors. It does not necessarily represent the opinion of the European Union. Neither the EASME nor the European Commission are responsible for any use that may be made of the information contained therein.

Rückblick Trash Up! 2017

Am 11. & 12.11.2017 waren wir Urbanisten Mitveranstalter des zweiten Trash Up! Festivals im Depot Dortmund. Wir bedanken uns bei allen interessierten Besuchern, allen Helfern, Ausstellern und lieben Menschen, die uns geholfen haben! Wir freuen uns schon euch hoffentlich alle im nächsten Jahr wieder zu sehen! ♻️

Hier ein Eindruck vom Wochenende ❤️

Buch: Geschichten einer Region – AgentInnen des Wandels für ein nachhaltiges Ruhrgebiet

Im letzten Jahr hat Lea Schmitt vom KWI unser Aquaponikprojekt im Rahmen ihrer Arbeit im Projekt Energiewende Ruhr begleitet. Wir wurden also wissenschaftlich beforscht. Lea hat unsere Treffen mehrfach besucht, uns bei der Arbeit beobachtet und uns Interviewed. Die Ergebnisse ihrer Arbeit und der Arbeit ihres Teams sind nun in Form eines Buchs veröffentlicht worden. Selbstverständlich sind wir nicht die einzige Initiative, die im Buch porträtiert wird. Ein von Lea stark überarbeiteter Abschnitt des Buchs hat seinen Weg in die aktuelle Publikation des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung zu globalen Umweltfragen gefunden. Im Kapitel 6.6.2.2 des mehr als 500 seitigen Dokuments „Der Umzug der Menschheit: Die transformative Kraft der Städte“ wird unser Aquaponikprojekt beschrieben.

geschichten_einer_region_coverblauschwarz

Geschichten einer Region – AgentInnen des Wandels für ein nachhaltiges Ruhrgebiet

Parallel zu den Terminen mit Lea haben uns Johanna Ickert und René Arnold besucht und einen kurzen Dokumentarfilm über uns gedreht. Der Film war beim Foresight Filmfestival zu sehen, hat bei viel positivem Feedback des Publikums aber leider keinen Preis gewonnen.

Wir selbst haben das Buch bisher noch nicht in den Händen halten können, freuen uns aber schon auf ein paar Exemplare, die wahrscheinlich bald den Weg in unser Büro finden werden.

Zum Abschluß des Projektes Energiewende Ruhr wird es am 3. November 2016 eine Konferenz geben. Details sind hier zu finden.

Unser Aquaponik Projekt im Videoportrait

Unser Aquaponik Team wurde einen Tag von Filmemacherin Johanna Ickert vom Kulturwissenschaftlichen institut Essen Arbeit begleitet. Das Ergebnis ist der Kurzfilm „Nachhaltige Lebensmittelproduktion in der Stadt“, der vor einiger Zeit auf dem Foresight Filmfestival in Halle vorgestellt wurde. Als Kulturanthropologin, Regisseurin und Autorin beschäftigt sich Johanna mit den gesellschaftlichen Umbrüchen unserer Zeit und der Frage, wie Menschen diese gestalten. Also genau die Fragen, die auch die Urbanisten umtreiben.

Das Video gibts auf Youtube, viel Spaß beim Schauen!

 

 

 

 

Pack es an…in der Innenstadt-West! 

Jetzt finanzielle Unterstützung für dein Projekt beantragen

+ + + Dorstfeld + Kreuzviertel + Klinikviertel + Unionviertel + City + + + IW

Die Stadt Dortmund hat sich zum Ziel gesetzt, ihre Stadtbezirke weiter aufzuwerten und ihre Attraktivität für die Bewohnerinnen und Bewohner, die Wirtschaft und ihre Besucher zu steigern.

Mit einem beispielhaften Projekt und einem eigens dafür bereitgestellten Budget, plus Fördergelder des Ministeriums für Städtebau, Wohnen, Kultur und Sport in NRW sowi der finanziellen Unterstützung der Dortmunder Wirtschaft wurde das Projekt Stadtbezirksmarketing gestartet.

Das Stadtbezirksmarketing Innenstadt-West stellt finanzielle Unterstützung für Aktionen und Projekte im Stadtbezirk bereit.

Du hast Ideen? Du planst eine Aktion oder Projekt? Sprich uns an! Weitere Informationen & Ansprechpartner findest du hier: hier

Wir freuen uns drauf!

Trash Up! Das Upcycling Festival im Depot Dortmund am 12.11 und 13.11.2016

Wir freuen uns schon jetzt auf den November!  🙂

Quelle: kcr-dortmund.de

Quelle: kcr-dortmund.de

Auf 2.000 m² nachhaltig umgenutzter Industriefläche des Depot Dortmund findet in Kooperation mit Die Urbanisten das erste Upcycling-Festival in Dortmund statt. Neben dem Herzstück des Festivals, einem Markt mit Upcycling-Produkten, hat die ganze Familie die Möglichkeit, sich auf vielfältige Art dem Thema anzunähern. In Workshopangeboten werden Abfallmaterialien in neue nutzbare Produkte transformiert. In Erfahrungsberichten und Vorträgen, in einer Ausstellung und in Filmen wird locker und spannend informiert. Bei leckerem Essen und Trinken im Festival-Café kann angeregt diskutiert oder entspannt sinniert werden.

Freiräume schaffen für Illusionen und Utopien sind ebenso Bestandteil des Festivals wie die Präsentation handfester Fakten und praktischer Tipps für den bewussteren Umgang mit irdischen Ressourcen und der Reduzierung von Abfall. Ganz ohne geht nicht, aber weniger ist auch schon viel!

Wir sind aktuell dabei das Festival vorzubereiten und suchen für die verschiedenen Themenbereiche noch AusstellerInnen, KünstlerInnen, WorkshopleiterInnen, DozentInnen, MusikerInnen und andere kreative Menschen.

Alle weiteren Informationen zur Teilnahme am Festival und dem wachsenden Programm findet ihr auf trashup-dortmund.de und bei Facebook!