Kick-Off LUZI setzt Themen für 2020

Wie wollen wir morgen leben? Wie kann man die Stadt der Zukunft mitgestalten? Diesen Fragen geht das Labor für urbane Zukunftsfragen und Innovation, kurz LUZI, in den kommenden zwei Jahren nach. Das Labor wird ein dezentral aufgestellter Maker Space im Unionviertel werden, in dem Arbeitsräume, Menschen und ihre Angebote sichtbar werden. Veranstaltungen mit kreativen Formaten des Mitmachens und Wissenteilens werden ab 2020 ein Netzwerk von Macher*innen knüpfen, die Lösungen für urbane Zukunftsfragen – quasi im Schwarm – entwickeln können.

Mit dem Kick-Off am 15.11.19 startete LUZI in die Umsetzungsphase. Schon seit einigen Monaten beschäftigte sich das LUZI-Team aus Fraunhofer Umsicht, Union Gewerbehof und den Urbanisten mit der Konzeption des Projektes, gestaltete die Website und holte sich erste Themenanregungen in Einzelgesprächen und auf Veranstaltungen. Der Drang, endlich an ein größeres Publikum zu gehen und mit Aktivitäten zu beginnen war groß.  Ab sofort informiert auch die Website www.luzi.ruhr über Inhalte, Veranstaltungen und Mitmachmöglichkeiten des offenen Labors.

Der Kick-Off gliederte sich in zwei Teile. Im ersten Teil stellten die Kooperationspartner ihre Arbeit und ihre Rolle im gemeinsamen Projekt vor. An vielen Orten im Unionviertel sollen Menschen zukünftig kooperativ forschen, lernen, experimentieren und arbeiten können. Im zweiten Teil waren die Teilnehmer*innen gefordert, ihre eigene Perspektiven und Ideen einzubringen. Jeder Projektpartner moderierte einen Thementisch, die Gäste wechselten nach jeweils 20 Minuten und waren eingeladen das Projekt LUZI als Rahmen für zukünftige Möglichkeiten mit Inhalten zu versehen.

Thementisch „Infrastruktur & Vernetzung“

Thementisch „Das Labor mitentwickeln“

Thementisch „Lokale Produktion“

Startschuss für LUZI am 15. November

Wie können wir eine nachhaltige Entwicklung von Quartieren und eine lebendige Urbanität fördern? Wie sehen gemeinschaftliche Zukunftsbilder aus? Wie können viele Einzelne kollaborativ die nachhaltige Stadt der Zukunft gestalten?

Nur noch eine Woche, dann startet das LUZI im Unionviertel, Das Offene Labor für urbane Zukunftsfragen und Innovation (LUZI) bringt Menschen zusammen, um herauszufinden, wie Innovation für eine lebenswerte Stadt der Zukunft kollaborativ entsteht. LUZI fördert Austausch, Netzwerke, Kooperation und bietet lokalen Akteuren die Möglichkeit, Ideen zu entwickeln, eigene Themen zu vertiefen und konkrete Projekte umzusetzen. Neben uns Urbanisten sind der Union Gewerbehof und die Dezentrale von Fraunhofer UMSICHT am Forschungsprojekt beteiligt.

Nun laufen die Vorbereitungen für unsere gemeinsame Kickoff-Veranstaltung am 15. November 2019 ab 15.30 Uhr in der Werkhalle auf Hochtouren.

Wir möchten über das Projekt informieren, euch kennenlernen und Beteiligungsmöglichkeiten für Interessierte aus dem Unionviertel, Dortmund und der Umgebung aufzeigen. Ihr könnt eure Themen einbringen, Wünsche für Veranstaltungsformate äußern, Projektideen mit uns teilen oder euch mit anderen Macher*innen austauschen. Im Rahmen der Veranstaltung habt ihr außerdem die Möglichkeit an einer Führung über den Union Gewerbehof teilzunehmen und die bereits existierenden Orte des Labors kennenzulernen.

 

 

Das Vorhaben wird aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert.

Auf zu neuen Ufern – Wir bauen mit euch die Arche 2.0

Im Zentrum Wandel des 37. Evangelischen Kirchentags wollen wir mit euch ein Zeichen setzen und gemeinsam die Arche 2.0 fertig bauen. Ein Zeichen für den notwendige Wandel z.B. mit Blick auf Migration und Klimaschutz aber auch für den Aufbruch in eine selbst gestaltete Zukunft. Die Arche wird eine aus Holz gebaute Sitzgelegenheit in Form eines Schiffs und ein überdimensionales Hochbeet , das bepflanzt werden will. Gebaut wird rund um die Urbanisten-Manufaktur. Die Teilnahme ist natürlich kostenlos!

Wir laden euch ein, an drei Tagen mit anzupacken, denn es muss eine Menge gesägt, gehämmert und geschraubt werden, bevor wir Richtfest feiern und die Segel setzten. Minderjährige Teilnehmer müssen in Begleitung eines Erziehungsberechtigten sein. Nach der Fertigstellung der Arche, haben wir die große Freude das Schiff dem VMDO/Haus der Vielfalt schenken zu dürfen und damit den Hinterhof der Migrantenorganisation nachhaltig gestalten zu können.

Einige Teile für die Arche kommen aus dem 3D Drucker. In einem Workshop könnt ihr moderne Fertigungstechniken kennenlernen und zusammen mit der Dezentrale vom Fraunhofer Umsicht an Details feilen. Alle weiteren Veranstaltungen findet ihr HIER!

Wo: Zentrum Wandel (am Union Gewerbehof) Huckarder Straße 10-12, 44147 Dortmund

Wann: Bautage an der Arche finden statt am 20., 21. und 22.6.2019, immer von 11:00 – 17:30 Uhr.
3D Druck Workshops finden an den selben Tagen statt, immer von 10:30 bis 18:00 Uhr, von 14:00 bis 15:00 Uhr wird es täglich einen Workshop zu den Grundlagen des 3D-Drucks geben.

 

Das Projekt ist Teil des Zentrums Wandel des 37. Evangelischen Kirchentags.

www.kirchentag.de

Union Gewerbehof - Zentrum Wandel

Frühlingsfest und Pflanzentauschbörse auf dem Union Gewerbehof

Am Sonntag, den 07.04. fand das mittlerweile traditionelle Frühlingsfest auf dem Union Gewerbehof statt. Bei sonnigem Wetter mit der grünen Halle im Hintergrund konnten die kleinen und großen Besucher*innen durch Flohmarkt- und Infostände stöbern. Für Köstlichkeiten haben das Hofcafé, die Jungs und Mädels von Hitzefrei und der Verein Brautum gesorgt.

Außerdem standen die Türen der Urbanisten Manufaktur offen. Nach dem Durchbruch und Umbau ist dort noch mehr Platz für professionelle Maschinen und Holzarbeiten. Auch die Angebote der Manufaktur hat das Team um Urbanist Florian Artmann erweitert, so kann man sich nun für einen Insektenhotel-Workshop, einen Vogelfutterhaus- oder Vogelnistkasten-Workshop anmelden.

Während Flo die Interessierten durch die Werkstatt geführt hat, hat unser Westgarten Team um Jonas Runte und Nils Rehkop die Pflanzen- und Saatguttauschbörse betreut. Die Idee dahinter ist es, seine eigenen gezüchteten Pflanzen und Samen gegen andere einzutauschen und so nachhaltig und ohne Kosten von der Vielfalt der Pflanzen zu profitieren. So kamen viele Pflanzenliebhaber*innen vorbei und tauschten ihre mitgebrachte Pflanze gegen ein anderes Exemplar für Balkon, Garten oder Fensterbank. Im Laufe des Tages konnte sich jeder Tauschwütige zwischen zahlreichen Tomatensetzlingen, Chillis, Kräutern, Kakteen oder einer großen Avocadopflanze entscheiden. Zu verschenken gab es Bienenweide die gerne von vielen mitgenommen wurde um sie bei sich auszusähen. Auch die Aquaponik-Interessierten sind  auf ihre Kosten gekommen – es gab mehrere Führungen durch das Aquaponik-Gewächshaus.

 

 

Pflanzentauschbörse 2018 – Ein Rückblick

Auch in diesem Jahr haben sich wieder viele urbane Gärtnerinnen und Gärtner im Rahmen des Flohmarkts am Union Gewerbehof getroffen, um auf der Pflanzentauschbörse ihre vorgezogenen Pflänzchen oder übrig gebliebenes Saatgut zu tauschen. Bei schönstem Frühlingswetter wurde umgetopft und pikiert oder auch Tipps und Tricks für Aussaat, Pflanzenpflege und Ernte ausgetauscht.

 

Neben der Pflanzentauschbörse hatten wir auch unser Aquponikgewächshaus für alle Besucher die sich für eine Besichtigung interessiert haben geöffnet. Unter den vielen Gästen die wir an dem Tag begrüßen durften war auch ein Kamerateam vom ARD Fernsehen. Sie haben einen Bericht über die Pflanzentauschbörse und unser Aquaponikprojekt gedreht, wofür wir uns an dieser Stelle nochmal herzlich bedanken möchten. Zu sehen gibt es den Bericht in der Mediathek der Sendung Live nach neun.

Hier gehts zum Link: https://www.ardmediathek.de/tv/Live-nach-neun/Aquaponik/Das-Erste/Video?bcastId=52323934&documentId=53098410

Offene Werkstatt lädt zum Selbermachen ein

Endlich ist es soweit: Fernab von Massenkonsum und Wegwerfgesellschaft eröffnen wir euch in der Urbanisten-Manufaktur von nun an handfeste Möglichkeiten zum selber machen. Auf 100m² Fläche bieten wir am Union Gewerbehof in Dortmund eine professionell eingerichtete aHolzwerkstatt mit Maschinen, Arbeitsplätzen, Werkzeugen und vielem mehr. Die Manufaktur ist ein Ort für alle, die gerne handwerklich arbeiten möchten, Neues lernen wollen oder einen Raum für Ihre Ideen suchen.

Nachdem wir im Oktober 2016 die Einweihung der neuen Urbanisten-Manufaktur gefeiert haben, geht es nun richtig los! Wir freuen uns riesig darüber, die Offene Werkstatt ab sofort jeden Samstag von 10.00 bis 18.00 Uhr für alle Interessierten zu öffnen. Außerdem vermieten wir ab jetzt auch Werkzeuge und Maschinen für den privaten Gebrauch. Die nächsten freien Termine in der Offenen Werkstatt findet ihr unter MITMACHEN. Wir möchten zukünftig auch weitere Öffnungstage ermöglichen und freuen uns auf helfende Hände, die beim Aufbau und der Weiterentwicklung der Offenen Werkstatt mitwirken wollen. Hier erfahrt ihr alles Weitere über die Angebote, die Ausstattung, Öffnungszeiten und Tarife.

Unser Aquaponik Projekt im Videoportrait

Unser Aquaponik Team wurde einen Tag von Filmemacherin Johanna Ickert vom Kulturwissenschaftlichen institut Essen Arbeit begleitet. Das Ergebnis ist der Kurzfilm „Nachhaltige Lebensmittelproduktion in der Stadt“, der vor einiger Zeit auf dem Foresight Filmfestival in Halle vorgestellt wurde. Als Kulturanthropologin, Regisseurin und Autorin beschäftigt sich Johanna mit den gesellschaftlichen Umbrüchen unserer Zeit und der Frage, wie Menschen diese gestalten. Also genau die Fragen, die auch die Urbanisten umtreiben.

Das Video gibts auf Youtube, viel Spaß beim Schauen!

 

 

 

 

Möglichkeitsräume im Unionviertel

Am 21. und 22. April 2016 wurde in der Werkhalle des Union Gewerbehofs darüber diskutiert, wie Bürger*innen Einfluss auf die zukünftige Entwicklung und Nutzung des seit letzten Jahr brachliegenden HSP-Areals nehmen können. Das Arbeitstreffen mit dem Titel „Urbane Möglichkeitsräume“ wurde von dem Institut für Europäische Ethnologie der Humboldt-Universität Berlin, der Zukunftsakademie NRW und den im Unionviertel ansässigen Verein die Urbanisten organisiert. Gefördert wurde das Treffen im Rahmen des EU-Projekts SEiSMiC.

Werkhalle

Werkhalle

Nach einer Einführung in das Thema der urbanen Möglichkeitsräume wurde das HSP-Gelände von Svenja Noltemeyer sowie Hans-Gerd Nottenbohm vorgestellt – Zuerst in einem Vortrag, dann ging es zur Ortsbegehung, welche das HSP-Areal von außen betrachtete. Die gewonnen Eindrücke konnten nun in der Sitzung der „Realisten“ und „Utopisten“ genutzt werden, um über Möglichkeiten und Hindernisse einer zukünftigen Entwicklung zu diskutieren. Anschließend ließ man den Abend im Restaurant Sissikingkong ausklingen.

Am nächsten Morgen wurden die Ergebnisse der „Utopisten“ und „Realisten“ dem gesamten Plenum vorgestellt. Die „Realisten“ benutzen dabei einen Zeitstrahl, welcher die Planungsprozesse und Möglichkeitsräume für Bürgeraktivitäten darstellte, während die „Utopisten“ ihre Utopien anhand von Zeichnungen des Illustrator Daniel Edelmeier beschrieben und erläuterten.

Im Folgenden teilte sich die Gruppe ein weiteres mal in Untergruppen, welche daran arbeiteten, wie man urbane Möglichkeitsräume in verschiedenen zeitlichen Phasen nutzen kann, bzw. welche Interventionsmöglichkeiten sich gerade für Bürger*innen ergeben.

….skizzieren Visionen von künftigen Nutzungen industrieller Areale.

….skizzieren Visionen von künftigen Nutzungen industrieller Areale.

Als kurzfristige Interventionsmöglichkeiten kamen bspw. die Ideen auf, ein fiktives Bauschild aufzustellen, welche auf kontroverse Bauvorhaben hinweisen, oder Strickleitern an den Mauern aufzuhängen, um den bislang unzugänglichen Ort erobern zu können. Durch künstlerische Aktionen wie diese könnten Anwohner*innen für den zu entwickelnden Raum frühzeitig sensibilisiert werden.

Bei der Gruppe, die im Haus der Vielfalt tagte, wurde besonders auf die Verknüpfung und Bündelung der lokalen Vereine und Initiativen hingewiesen, durch die Ideen vor Ort beworben und angestoßen werden können.

Langfristige Entwicklungspotenziale wurden in einer Runde bei den Urbanisten u.a. durch Vertreter des Union Gewerbehofs, der Stadtverwaltung und Mitgliedern der Bezirksvertretung diskutiert. Dabei wurde besonders darauf hingewiesen, dass kleinteilige Entwicklungen an der Grenze zwischen Wohn- und Gewerbebebauung und HSP sinnvoll und denkbar wären, welche wichtige fehlende Funktionen des Quartiers ergänzen könnten.

Möglichkeitsraum Versorgungsamt

Möglichkeitsraum Versorgungsamt

Nach einer abschließenden Zusammenführung der Ergebnisse wurde bei schönsten Sonnenschein das Mittagessen bei Veggamaxx im Union Gewerbehof zu sich genommen.

Die entscheidendste Erkenntnis aus dem Arbeitstreffen ist sicherlich, dass Bürger*innen so früh wie möglich, also vor den Beginn der formalen Bauleitplanung, aktiv werden müssen, wenn  sie Einfluss auf die Entwicklung des Areals haben wollen. Die Urbanisten denken deshalb daran, im Herbst zusammen mit der Stadt im Rahmen des Nordwärts-Projekts ein Bürgercafé auszurichten, um über die zukünftige Entwicklung zu diskutieren und Vorschläge der Bürger*innen zu sammeln.

DANKE an alle Teilnehmer*innen für spannenden Diskussionen, Utopien und Realitäten!

Pflanzentauschbörse: Diesen Sonntag im Union Gewerbehof

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An diesem Sonntag  (24.04.) ist wieder Pflanzentauschbörse im Union Gewerbehof! Überschüssige Setzlinge können gegen die Deiner Nachbarn eingetauscht werden. Es ist alles erlaubt, vom Samen bis zur Zimmerpflanze. Wir empfehlen Eure Samen, Zwiebeln, Ableger und Setzlinge mit Pflanzennamen zu versehen.

Los geht’s  um 12 Uhr im Rahmen des Flohmarkts im Union Gewerbehof vor unserem Aquaponik-Gewächshaus, geöffnet ist unsere Tauschbörse bis 18 Uhr.

 

 

Stadtentwicklung zum Selbermachen – Urbanisten organisieren Arbeitstreffen des europäischen Forschungsprojekts SEiSMiC

Hoesch/Huckarder Str. Dortmund

Am 21.-22. April 2016 findet ein SEiSMiC-Arbeitstreffen unter dem Titel „Urbane Möglichkeitsräume“ im Dortmunder Union Gewebehof statt. Eingeladen sind Experten des Do-it-Yourself der Stadtentwicklung, u.a. aus der Utopiastadt Wuppertal und der ZwischenZeitZentrale Bremen. Es geht am Beispiel des ehemaligen HSP-Geländes darum, wie Zivilgesellschaft aktiv Stadt mitgestalten kann und wie urbane Möglichkeitsräume innerhalb von Prozessen entstehen, sichtbar und genutzt werden können.

Die Urbanisten fordern grundsätzlich mehr Einfluss der Bürger*innen auf die Stadtgestaltung und haben in den letzten Jahren viele Aktivitäten dies bezüglich organisiert. Gemeinsam mit dem Institut für Europäische Ethnologie der Humboldt-Universität Berlin und der Zukunftsakademie NRW mit Sitz in Bochum veranstalten die Urbanisten das Arbeitstreffen im Rahmen des europäischen Forschungsprojekts SeiSMiC, indem es um realistische und utopische Sichtweisen, temporäre Interventionen und langfristige Transformationen geht. Am Ende sollen Interventionspunkte sichtbar werden, an denen Initiativen aktiv Einfluss auf Stadtentwicklungsprozesse nehmen können. Nicht nur in Dortmund an der HSP-Entwicklung, sondern auch in anderen Orten.

Die Urbanisten planen auf Grundlage der Ergebnisse im Herbst die öffentliche Diskussion um die Weiterentwicklung des HSP-Areals anzuregen und gemeinsam mit der Stadt Wege der bürgerschaftlichen Einflussnahme zu erarbeiten.

Hintergrund

IMG_3205Als am 23.12.2015 die letzte Schicht des Hoesch Spundwand und Profil Werks im Dortmunder Unionviertel endete, schloss sich auch gleichzeitig die über 100 jährige Geschichte der Stahlverarbeitung an diesem Standort. Diese begann einst mit der Dortmunder Union, nach welcher das ganze Viertel benannt wurde. Jetzt stellt sich die Frage: Was passiert nun mit diesem sowohl aus wirtschaftlicher als auch aus emotionaler Sicht interessanten Areal? Welche Gebäude des ca. 45 Hektar großen Areals sind für die Zukunft erhaltenswert und neu nutzbar?

Hierbei ist zu sehen, wie die Zivilgesellschaft durch Verhandlungen oder über Interventionen bei der formalen Bauleitplanung Einfluss auf den privaten Eigentümer sowie die Stadt nehmen kann. Schließlich ist das Areal ein wichtiger Bestandteil des Dortmunder Unionviertel und räumlich sehr nah an der umliegenden Wohnbebauung gelegen. Somit sollten auch die direkt Betroffenen an der Entscheidungsfindung beteiligt werden, welche ansonsten oft im stillen Kämmerlein von statten geht.

Der Verein die Urbanisten – selbst im Union Gewerbehof in direkter Nachbarschaft des HSP-Areals ansässig – organisiert hierzu zusammen mit dem Institut für Europäische Ethnologie der Humboldt-Universität Berlin und der Zukunftsakademie NRW ein Arbeitstreffen des EU-Projekts „SEiSMiC“ mit dem Titel: „Zwischen temporären Interventionen und dauerhaften Strukturen: Potenziale urbaner Möglichkeitsräume in der Stadt(raum)gestaltung“. Das SEiSMiC Projekt ist ins Lebens gerufen worden, um in der ganzen EU zivilgesellschaftliche Einflussnahme bei urbanen Problemen zu fördern und Netzwerke zu schaffen, damit sich Akteure untereinander austauschen und gegenseitig bestärken können. Dabei sollen Bürger auch von der Forschung profitieren und die Forschung von den Bürgern.

Diesem Credo folgend soll auch dieses Arbeitstreffen ein Forum der zivilgesellschaftlichen Selbsteinmischung in große Entwicklungsprojekte bieten, bei dem Experten ihre Erfahrungen teilen, um Handlungsstrategien zu entwerfen, wie man „Stadt selber machen kann“.

IMG_3178Als Experten eingeladen sind Franz Große-Kreul von der landeseigenen Gesellschaft NRW.URBAN, welche sich mit der Stadt- und Quartiersentwicklung beschäftigt um Innenpotenziale von Städten und Gemeinden in NRW zu stärken. Vertreter der ZwischenZeitZentrale Bremen sind als Experten für die Zwischennutzung von Brachflächen oder leer stehenden Gebäuden geladen. Experten des kitev (Kultur im Turm e.V.) unterhalten ein Labor für ausgefallenen Interventionen im Wasserturm des Oberhausener Hauptbahnhofs.

Als lokaler Experte wird Hans-Gerd Nottenbohm anwesend sein, welcher als Leiter des Union Gewerbehofs in direkter Nachbarschaft des HSP-Areals in dessen ehamaligen Verwaltungsgebäuden arbeitet, die in den 1980er Jahren besetzt und dann umgenutzt wurden. Ebenfalls beteiligt sind zwei Künstler des Dortmunder Kunstprojektes „Westpassage“ sowie Vertreter der „Utopiastadt“ – der Mirker Bahnhof in Wuppertal, welcher zum Raum für Kreative umgebaut wurde und wird. Natürlich werden aber auch die Urbanisten, als Experten für kleinteilige Prozesse, neuer Formen der Bürgerbeteiligung und innovative Nutzungen ihr Wissen einbringen. Die Ethnologen der Humboldt-Universität besitzen besondere Kenntnisse über soziale Innovationen aus dem Stadtteil für den Stadtteil, während die Zukunftsakademie NRW sich mit städtischem Raum als Ausgangspunkt für vielfältige künstlerische Lern- und Bildungsprozesse auseinander setzt. Von der Stadt Dortmund sind Vertreterinnen aus dem Bereich Stadterneuerung und des Projekts Nordwärts anwesend.

Bei diesem Arbeitstreffen dient das nahegelegene HSP-Areal als Fallbeispiel, anhand dessen realistische Zukunftsperspektiven sowie utopische Potenziale diskutiert und entwickelt werden sollen. Ziel des Arbeitstreffens ist es, anhand eines Zeitstrahls, welcher die temporären Nutzungen nach ihrer zeitlich gestaffelten Umsetzungsmöglichkeit – von kurzfristig über mittelfristig bis hin zu langfristig- ordnet, zu diskutieren, um schließlich Interventionspunkte im Stadt(raum)gestaltungsprozessen zu identifizieren. Die Erkenntnisse aus dem Arbeitstreffen wollen die Urbanisten dann in Zukunft als Grundlage nutzen, um aktiv an Entscheidungen über die Entwicklung des Areals teilzuhaben. Wünschenswert wäre es, wenn zusammen mit der Stadt und dem neuen noch unbekannten Eigentümer eine öffentliche Diskussion z.B. im Rahmen eines Bürgercafés über die Entwicklung des Areals geführt werden könnte.

Ablauf

IMG_3189Am Donnerstag dem 21. April 2016 beginnt das Forum um 14 Uhr in der Werkhalle des Union Gewerbehofs. Franz Große-Kreul von NRW.URBAN und Daniel Schnier aus der ZwischenZeitZentrale werden den inhaltlichen Auftakt gestalten. Jens Adam von der Humboldt-Universität organisatorisch. Ab 16 Uhr werden Hans-Gerd Nottenbohm vom Union Gewerbehof und Svenja Noltemeyer von den Urbanisten in das Fallbeispiel HSP einleiten. Unterstützt werden sie von Fotografien von Sabrina Richmann, Eisenhart Keimeyer und Marvin Krampe sowie einer Ortsbegehung mit Yvonne Johannsen und Vilim Brezina von den Urbanisten. Ab 18 Uhr werden wir uns in zwei Gruppen teilen: Die Realisten, die sich den planerischen Rahmenbedingungen befassen, und die Utopisten, die Gestaltungsmöglichkeiten erarbeiten. Ab 20 Uhr gehen wir zum gemeinsamen Abendessen ins Sissikingkong in der Dortmunder Nordstadt.

Am Freitag werden wir ab 9:30 Uhr die Ergebnisse der Realisten und Utopisten zusammenführen und uns danach in drei Arbeitsgruppen aufteilen: Temporäre Interventionen, organisiert von der Zukunftsakademie NRW und Utopiastadt Wuppertal, sukzessive Investitionen, organisiert von der Humboldt-Universität und langfristige Transformationen, organisiert von den Urbanisten. Ab 12 Uhr führen wir gemeinsam die Ergebnisse des Arbeitstreffens plastisch zusammen und lassen das Treffen in einem gemeinsamen Mittagessen von Vegamaxx im Union Gewerbehof enden.

www.seismicproject.eu

www.euroethno.hu-project.de

www.zaknrw.de

www.clownfisch.eu/utopia-stadt/

www.dieurbanisten.de

Kontakt: Svenja Noltemeyer, s.noltemeyer@dieurbanisten.de, 0231 330 17 401

Pflanzentauschbörse – Es geht wieder los!

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Der Frühling steht vor der Tür, es wird Zeit die ersten Pflanzen zu ziehen!

Auch in diesem Jahr veranstalten wir wieder zwei Pflanzentauschbörsen im Dortmunder Unionviertel. Überschüssige Setzlinge können gegen die Deiner Nachbarn eingetauscht werden. Es ist alles erlaubt, vom Samen bis zur Zimmerpflanze. Wir empfehlen Eure Samen, Zwiebeln, Ableger und Setzlinge mit Pflanzennamen zu versehen.

Los geht’s am Sonntag den 24.04. im Rahmen des Flohmarkts am Union Gewerbehof vor unserem Aquaponik-Gewächshaus. Die zweite Börse findet am Samstag den 07.05. auf dem Westparkfest statt.

Wir freuen uns auf Euren Besuch und wünschen Euch bis dahin viel Spaß beim Vorziehen der Pflänzchen!