LutherLAB – Festival der urbanen Produktion

Laufzeit  September/Oktober 2017

Aktionsfeld  Stadtplanung & -entwicklung

Auftraggeberin  UrbaneProduktion.ruhr

Leitung  Jan Bunse

Partnerinnen  ev. Kirchengemeinde Langendreer, Stadt Bochum und viele weitere

Die ehemalige Lutherkirche in Bochum-Langendreer-Alter Bahnhof wird wieder genutzt! Vom 16. September bis zum 19. Oktober 2017 wurde das Gebäude ihm Rahmen des Festival „Urbane Produktion – Langendreer selber machen!“ als Offene Werkstatt, Veranstaltungsort, Seminarraum und Café verwendet.

Im LutherLAB wird mithilfe einer offenen Werkstatt, eines Seminarbereichs und eines Begegnungsortes das kreative und handwerkliche Potential der Bevölkerung Langendreers in den Fokus gestellt. In den fünf Wochen der Zwischennutzung auch im Rahmen des Stadterneuerungsprozesses „Soziale Stadt Werne –  Langendreer-Alter Bahnhof“ fanden in Kooperation mit dem Bahnhof Langendreer zahlreiche Workshops, Seminare, Vorträge und Treffen statt, die sich alle mit Fragen und Konzepten der kleinteiligen Urbanen Produktion beschäftigen: Es wurde Bier gebraut, Marmelade gekocht, an Lastenrädern geschraubt; es wurde gebastelt, geklebt, genäht; es gab Mitmach-Aktionen zu Müllvermeidung, 3D-Druck und Aquaponik; und zwischendurch blieb genug Zeit für einen gemeinsamen Kaffee.

Wir führen nun zahlreiche Gespräche mit interessierten BürgerInnen und weiteren Projektpartnern, wie es in der Zukunft weitergehen kann. Es sind einige Fragen zu klären: Wie kann ein Nutzungskonzept allen Interessengruppen gerecht werden? Wie können die zukünftigen Nutzungen den laufenden Betrieb einerseits, aber auch andererseits die Instandsetzung des Gebäudes als Baudenkmal finanzieren? Bei Interesse nehmt gerne Kontakt zu uns auf!

Verantwortlich ist eine Gruppe von WissenschaftlerInnen aus dem Institut Arbeit und Technik, der InWIS GmbH und die Urbanisten e. V., die mit der Wirtschaftsförderung der Stadt Bochum das Forschungsprojekt „UrbaneProduktion.ruhr“ bilden. Sie erproben mit der Stadt Bochum, wie produzierende Gewerbebetriebe in der Zukunft wieder innerhalb der Stadt angesiedelt werden und wie Menschen gemeinsam neue Produktionsnetzwerke bilden können – damit die regionale Wertschöpfung steigt, damit wir in Zukunft kürzere Wege zwischen Wohnung und Arbeitsort haben, damit wir weniger Müll produzieren, damit das Ruhrgebiet auch im produzierenden Sektor konkurrenzfähig bleibt.

„Urbane Produktion“?

Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Projekt „UrbaneProduktion.ruhr“ beschäftigt sich von Oktober 2016 bis September 2019 mit den Chancen und Grenzen innerstädtischer Produktionsstätten. Zum Schutz der Wohnbevölkerung wurden Gewerbe- und Industriebetriebe in der Vergangenheit üblicherweise außerhalb der Stadt geplant. Diese traditionelle Trennung von Wohnen, Arbeiten und Freizeit gerät aus verschiedenen Blickwinkeln unter Druck: Aus Gründen der Innovationsfähigkeit von Betrieben, die in Zukunft noch mehr auf vernetzt denkende, gut ausgebildete MitarbeiterInnen angewiesen sind, die wiederum Standorte mit urbanem Kulturangebot bevorzugen; aus Gründen der Ressourcensparsamkeit, nach der die Nutzung fossiler Energieträger möglichst zu vermeiden ist und damit das Leitbild der Stadt der kurzen Wege eine Renaissance erfährt – auch ein sorgsamer Umgang mit Grund und Boden ist hier zu nennen; aus Gründen der sozialen Gerechtigkeit, nach der auch bisher benachteiligte Bevölkerungsgruppen einen (Arbeits-)Platz inmitten einer zukunftsorientierten Gesellschaft finden können sollten. Urbane Produktion kann ein Handwerksbetrieb oder eine kleine Manufaktur sein, eine Stadtfabrik oder auch Urbane Landwirtschaft. Es geht darum, wieder mehr Produkte in der Stadt herzustellen. Mehr dazu unter www.urbaneproduktion.ruhr

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